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12. Juli - Hl. Johannes Gualbert

12. Juli, 2017

Fest des hl. Johannes Gualbert, Abt, † 1073 in Italien

Johannes Gualbertus stammte aus einer vornehmen Familie zu Florenz. Aus Gehorsam gegen seinen Vater ging er zum Militär. Da wurde sein einziger Bruder Hugo von einem Verwandten ermordet. Am heiligen Karfreitag begegnete Johannes diesem, wie er ohne Gefährten und ohne Waffen war, indes er selber wohl bewaffnet und von Soldaten begleitet war, an einer Stelle, wo sie einander nicht ausweichen konnten. Aus Verehrung zum heiligen Kreuz, das der Mörder, angesichts des Todes um Gnade flehend, mit seinen Armen machte, schenkte er ihm gnädig das Leben. Er nahm den Feind als Bruder an; dann ging er in die nahe gelegene Kirche des heiligen Minias, um zu beten. Dort sah er, wie das Bild des Gekreuzigten, vor dem er betete, ihm das Haupt zuneigte. Auf dieses wunderbare Ereignis hin beschloß Johannes, nunmehr, selbst gegen den Willen seines Vaters, Gott allein zu dienen. Er schnitt sich selbst mit eigenen Händen dort die Haare ab und zog das Ordensgewand an. In kurzer Zeit glänzte er so sehr durch fromme, gottgefällige Tugenden, daß er für viele das Muster und Vorbild in der Vollkommenheit wurde. Als der Abt des dortigen Klosters starb, wurde er einstimmig zum Obern gewählt. Doch der Diener Gottes wollte lieber Untergebener als Oberer sein; nach dem Willen Gottes war er auch zu noch größeren Dingen bestimmt. Darum ging er zu Romuald, der in der Einöde von Kamaldoli lebte. Von diesem erhielt er eine himmlische Weissagung über seinen Orden. Daraufhin gründete er bei Vallombrosa seinen Orden nach der Regel des heiligen Benedikt.

Wegen des Rufes seiner Heiligkeit strömten bald von allen Seiten sehr viele zu ihm. Er nahm sie an als Gefährten und ging nun zusammen mit ihnen mit großem Eifer daran, die Irrlehren und das Laster der Simonie auszurotten und den apostolischen Glauben zu verbreiten. Deshalb muß er viele Mißhelligkeiten gegen sich und die Seinen erfahren. Um ihn und seine Gefährten zu vernichten, stürmten eines Nachts seine Feinde unvermutet das Kloster des heiligen Salvius, steckten die Kirche in Brand, rissen die Klostergebäude nieder und verwundeten alle Mönche zu Tode. Durch ein einziges Kreuzzeichen machte sie jedoch der Mann Gottes sofort wieder gesund. Als dann Petrus, einer seiner Mönche, durch ein gewaltiges, hochaufloderndes Feuer wunderbarerweise unversehrt hindurchschritt, erlangte er endlich für sich und die Seinen die ersehnte Ruhe. Nun konnte er in Etrurien das Laster der Simonie ausrotten und in ganz Italien den Glauben in seiner ursprünglichen Reinheit wiederherstellen.

Er baute viele Klöster ganz neu, stattete diese und andere mit den notwendigen Gebäulichkeiten aus, brachte ihnen die rechte Ordenszucht und gab ihnen heilige Regeln. Um den Armen helfen zu können, verkaufte er die heiligen Geräte. Er sah, wie selbst die Naturgewalten ihm dienstbar waren, um Gottlose zu strafen. Um den bösen Geistern zu gebieten, gebrauchte er das Kreuz wie ein Schwert. Schließlich wurde er doch durch seine Abtötungen, sein Wachen, Fasten und Beten, die Kasteiungen seines Leibes und durch das Alter aufgerieben. Während er von schwerer Krankheit heimgesucht war, wiederholte er häufig die Worte Davids: Es dürstet meine Seele nach dem starken und lebendigen Gott; wann darf ich kommen und erscheinen vor dem Angesichte Gottes? Dem Tode nahe, rief er seine Jünger zusammen und ermahnte sie zur brüderlichen Eintracht. In sein kleines Brevier, mit dem er beerdigt werden wollte, ließ er folgende Worte schreiben: Ich, Johannes, halte fest und bekenne den Glauben, den die heiligen Apostel gepredigt und die heiligen Väter in vier Kirchenversammlungen bestätigt haben. Nachdem er noch drei Tage lang des Dienstes der Engel gewürdigt worden war, ging er schließlich am 12. Juli im Jahre des Heils 1073 im 78. Lebensjahre zu Passignano zum Herrn ein. Dort wird er auch hochverehrt. Da er durch zahllose Wunder verherrlicht wurde, nahm ihn Cölestin III. in die Zahl der Heiligen auf.

Kirchengebet

Wir bitten, Herr: die Fürsprache des heiligen Abtes Johannes möge uns Dir empfehlen, daß wir durch seinen väterlichen Beistand erlangen, was wir durch unsere Verdienste nicht erreichen können, durch unseren Herrn.

Quellen: Römisches Brevier 1950