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4. Dezember – Hl. Petrus Chrysologus

04. Dezember, 2017

Fest des hl. Petrus Chrysologus, Bischof, Bekenner und Kirchenlehrer, † um 450 zu Ravena

Petrus, der wegen seiner goldenen Beredsamkeit den Beinamen Goldredner (Chrysologus) erhielt, wurde zu Imola, in der Provinz Ämilien, von ehrbaren Eltern geboren. Schon von früher Kindheit an wandte er seinen Sinn der Religion zu und wurde ein Schüler des Cornelius von Rom, der damals Bischof von Imola war. Da er in kurzer Zeit große Fortschritte in der Wissenschaft und Heiligkeit des Lebens machte, wurde er von ihm auch zum Diakon geweiht. Bald darauf geschah es, daß die Bürger von Ravenna nach dem Tode ihres Erzbischofs der Sitte gemäß einen neuen wählten und ihn nach Rom zum Papst Sixtus III. zur Bestätigung sandten, in Begleitung ihrer Gesandten und des eben genannten Cornelius, der den Petrus als Diakon mitnahm. Unterdessen erschienen der heilige Apostel Petrus und der Blutzeuge Apollinaris dem Papst im Schlafe; sie hatten in ihrer Mitte den jungen Petrus und befahlen dem Papst, er solle diesen und keinen anderen zum Erzbischof von Ravenna ernennen. Als nun der Papst Petrus sah, erkannte er in ihm sofort den von Gott Erwählten; er wies darum den, den jene ihm vorstellten, zurück und übertrug Petrus das Erzbistum. Es war im Jahre 433 n. Chr. Anfangs war es den Abgesandten von Ravenna nicht ganz recht, als sie aber von der himmlischen Erscheinung hörten, fügten sie sich gern dem Willen Gottes und erkannten ihren neuen Erzbischof mit größter Ehrfurcht an.

Nachdem nun Petrus wider seinen Willen zum Erzbischof geweiht worden, geleiteten sie ihn nach Ravenna, wo er vom Kaiser Valentinian und von Galla Placidia, dessen Mutter, sowie vom ganzen Volke mit größter Freude aufgenommen wurde. Er sagte, er begehre nur dies eine von ihnen, daß sie, nachdem er sich nicht geweigert hatte, eine so schwere Last zu ihrem Heile auf sich zu nehmen, sich bestreben sollten, seinen Ermahnungen zu gehorchen und den göttlichen Vorschriften nicht, zuwiderzuhandeln. Die Leichname von zwei dort gestorbenen Heiligen, nämlich des Priesters Barbatian und des Bischofs Germanus von Auxerre, ließ er mit den kostbarsten Spezereien salben und bestattete sie. Von letzterem behielt er das Gewand und das Bußkleid als Erbstücke. Den Projektus und Marzellin weihte er zu Bischöfen. In Classis errichtete er einen Brunnen von einer wahrhaft staunenswerten Größe; ferner baute er mehrere herrliche Kirchen zu Ehren des heiligen Apostels Andreas und anderer Heiligen. Die Spiele, die am Neujahrstage von verkleideten Personen unter verschiedenen Tänzen immer aufgeführt wurden, verbot er in einer sehr scharfen Predigt; dabei tat er unter anderem auch den berühmten Ausspruch: Wer mit dem Teufel scherzen will, kann sich nicht mit Christus freuen. Auf Geheiß des heiligen Papstes Leo I. schrieb er später an die Kirchenversammlung zu Chalcedon einen Brief gegen die Irrlehre des Eutyches. Auf dessen Einwendungen hin erwiderte er mit einem zweiten Schreiben; dies wird in den neuen Ausgaben den Akten dieses Konzils vorausgeschickt und wurde in die kirchlichen Jahrbücher ausgenommen.

Wenn er öffentlich vor dem Volke predigte, geriet er manchmal dabei so in Eifer, daß ihm die Stimme versagte; so geschah es auch bei der Predigt über die blutflüssige Frau. Davon wurden die Bürger von Ravenna ganz ergriffen und füllten die Zwischenpause so gut mit Tränen, Seufzern und Gebeten aus, daß er nachher selbst Gott Dank sagte, daß dieser Mangel an Stimmkraft zum Wachstum ihrer Liebe beigetragen hatte. Als er endlich seine Kirche 18 Jahre lang in ganz heiliger Weise geleitet hatte, erkannte er durch göttliche Eingebung, daß das Ende seiner Mühen nahe sei. Da begab er sich in seine Vaterstadt. Dort ging er in die Kirche des heiligen Cassian, opferte eine große goldene, mit Edelsteinen gezierte Krone und legte sie auf dem Hochaltar nieder, ferner einen goldenen Kelch und eine silberne Palme. Das Wasser aus dieser Patene hat schon öfters die Bißwunden von wütenden Hunden und das Fieber geheilt. Hierauf schickte er seine Begleiter von Ravenna weg und mahnte sie, sorgfältig darauf zu achten, daß nur der Beste zum Hirten gewählt werde. Dann flehte er demütig zu Gott und zu seinem heiligen Patron Cassian, seine Seele gnädig aufzunehmen, und schied gottergeben aus diesem Leben. Es war am 2. Dezember um das Jahr 450. Sein heiliger Leib wurde unter allgemeiner Trauer und unter der Teilnahme der ganzen Stadt neben dem Leichnam des heiligen Cassian feierlich beigesetzt und wird dort bis auf den heutigen Tag hochverehrt; ein Arm von ihm wurde, mit Gold und Edelstein geschmückt, nach Ravenna gebracht und wird dort in der Kirche des heiligen Ursus verehrt.

Kirchengebet

O Gott, Du hast den hl. Petrus Chrysologus, diesen hervorragenden Lehrer, auf wunderbare Weise im voraus bezeichnet und gewollt, daß er zur Leitung und Unterweisung Deiner Kirche auserwählt werde; so gib, wir bitten Dich, daß wir ihn im Himmel zum Fürsprecher haben dürfen, der auf Erden uns Lehrer des Lebens war. Durch unsern Herrn.

Quellen: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962