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6. Was ist der Glaube?

12. Juli, 2017

100 Fragen zur aktuellen Lage der Kirche.

6. Was ist der Glaube?

Der Glaube ist eine übernatürliche Tugend, durch die wir alles, was von Gott geoffenbart wurde, unter dem Beistand der Gnade felsenfest für wahr halten, nicht weil wir selbst es eingesehen hätten, sondern weil Gott es gesagt hat.

Der Glaube ist also die Antwort des Menschen auf die Offenbarung Gottes. Gott hat durch Moses, die Propheten und vor allem durch seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, zu den Menschen gesprochen. Durch diese Offenbarung weiß der Mensch um die Eigenschaften Gottes, sein dreifaltiges Wesen und um seine eigene ewige Bestimmung: die Anschauung Gottes im Himmel. Die Offenbarung zeigt ihm auch den Weg, den er gehen muß, um zu diesem Ziel zu gelangen, nämlich das Halten der Gebote und den Empfang der von Gott eingesetzten Heilsmittel, der Sakramente.

Durch den Glauben nimmt der Mensch diese Offenbarung an. Dies ist nicht ohne die Gnade möglich, da die Glaubensinhalte die Grenzen unseres natürlichen Verstands übersteigen. Das Motiv des Glaubens ist dabei einzig und allein die Autorität des sich offenbarenden Gottes. Wir glauben, weil Gott es gesagt hat, nicht weil wir selbst es eingesehen hätten. Wir glauben also z. B. an die Dreifaltigkeit Gottes oder an die wahre Gottheit Christi nicht deshalb, weil wir selbst dies mit unserem Verstand erkannt hätten, sondern weil Gott es uns so geoffenbart hat. [11]

[11] Das Konzil von Trient lehrt: «Der Glaube ist eine übernatürliche Tugend, durch die wir mit Unterstützung und Hilfe der Gnade Gottes glauben, daß das von ihm Geoffenbarte wahr ist, nicht wegen der vom natürlichen Licht der Vernunft durchschauten inneren Wahrheit der Dinge, sondern wegen der Autorität des offenbarenden Gottes selbst, der weder sich selbst, noch andere täuschen kann» (DH 3008). 

Quelle: Katechismus zur kichlichen Krise, Pater Matthias Gaudron, Sarto-Verlag, 2017, 4. Auflage