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Der kleine Toni: Erstes erwachen

15. Mai, 2018

Pius X. war der Meinung, daß es heilige Kinder geben werde, wenn man die Bestimmungen seines Dekretes umsetzen, und den Kindern im rechten Alter die Hl. Kommunion reichen werde. Ein Beispiel dafür, daß er recht hatte, ist das Leben des kleinen Antonio, kurz Toni genannt, dessen Liebe zur Hl. Eucharistie wirklich erstaunlich ist.

Erstes Erwachen

In Santandér, der malerisch gelegenen Stadt am Golf von Biskaya, wo ehemals die spanischen Könige den Sommer verbrachten, wurde der kleine Toni ge­boren. Es war am 8. August 1920, Sein Vater hieß Flo­rentinus Martin Mingo und die Mutter Marina de la Pedraja (sprich: Pedracha) Herrera. Noch am Geburts­tage erhielt Toni die heilige Taufe, bei der Gabriela, die älteste Tochter des Herzogs von Maura, und Franz, der Erstgeborene des Grafen de los Andes, Pate standen. Sein Onkel, Johannes de Herrera, Erzbischof von Monterrey in Mexiko, spendete ihm, als er vier Jahre zählte, das Sakrament der heiligen Firmung.

In den ersten Jahren blieb Toni ein überaus schwäch­liches Kerlchen, so daß seine Eltern um das Leben ihres Einzigen sehr bangten. Aber dann entwickelte sich der Kleine gut, geistig freilich viel schneller als körperlich.

Kaum zwei Jahre alt und gerade imstande, einige Worte zu plappern, zeigte er schon eine staunenswerte Wißbegierde.

„Mama, wer hat das gemacht?“ fragte er eines Tages die Mutter, als sie ihn in den Garten mitgenommen hatte.

„Der liebe Gott, Kind. Er hat alles gemacht: die Bäume, die Vögel, die Blumen. Er hat dir auch Vater und Mutter gegeben und die Kleider, das Spielzeug, alles.“

Aufmerksam hört Toni die Erklärungen seiner Mutter an. Noch mehr will er wissen über Gott, wo er wohnt, wie er aussieht. Sie erklärt es ihm, so gut sie es vermag.

„O, ich habe ihn gern, den Himmelsvater!“ ruft der Kleine begeistert aus. „Ich hab' ihn so gern, wenn ich ihn auch nicht sehe!“

„Das ist recht“, lobt die Mutter. „Aber“, fügt sie mahnend hinzu, „er sieht dich - auch dein Hitzköpfchen!“

Toni seufzt. Sein Hitzköpfchen, ja, das macht ihm viel zu schaffen. Wenn er zornig wird, eigensinnig ist, trotzt und schmollt, dann kommt das von seinem Hitzköpfchen. Das ist häßlich und böse. Man hatte ihm gesagt, er solle es „ducken“, jedesmal, wenn es ihm Schwierigkeiten mache. Das hat er auch zu tun versucht. Sobald er merkte, daß das Zornteufelchen in ihn fuhr, steckte er seine Händchen in die Tasche, um „das Hitzköpfchen einzusperren“. Das will er jetzt noch treuer tun. Der liebe Gott soll an ihm nur Freude haben.

Und Toni plagte sich redlich. Für den Himmelsvater tat er alles. Er litt oft an Leibschmerzen und mußte einen bitteren Trank nehmen. „Tu's für den lieben Gott!“ ermunterte die Mutter.

„Ja, für den Himmelsvater!“ wiederholte der Kleine und schluckte willig die garstigen Tropfen. Und sobald er nachher von neuem die Medizin nehmen mußte, sagte er gleich: „Für den Himmelsvater!“

Man könnte dieses Wort den Wahlspruch seines Lebens nennen. Denn er hat sich treu daran gehalten und ist so ein wirklicher kleiner Held geworden.

Quelle: DER KLEINE TONI, Antoninho Martinez de la Pedraja, Ein Junge, der Jesus liebhatte, P. Heinrich Strake SVD, Missionsdruckerei Steyl, 1940