Endlich wieder ein Dreigespann am Hochaltar!

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Bericht über die Heimatprimiz von P. Johannes Regele in der Pfarrkirche St. Michael in Steyr am 14. Juli 2018.

„Endlich wieder ein Dreigespann am Hochaltar!“, so kommentieren einige ältere Gläubige aus der Pfarre St. Michael gleich nach der Primiz mit großer Begeisterung das schöne Fest. Nach knapp 50 Jahren konnte man am Samstag, 14. Juli wieder ein feierliches levitiertes Hochamt in jener Liturgie erleben, für die diese Kirche einst erbaut wurde. Und es war auch ein Jubiläumstag für die am 8. Dezember 1648 konsekrierte Kirche. Denn auf den Tag genau, am 14. Juli, im Jahre 1632 kam P. Marcus Noel SJ - vormals Feldseelsorger des Grafen Mansfeld, nachmals Beichtvater der polnischen Königin - nach Steyr um das Grundstück für den Bau der Kirche und des Jesuitenkollegs St. Michael zu übernehmen. Von hier aus konnte wirksam und fruchtbar die katholische Erneuerung in Steyr und der ganzen Umgebung durchgeführt werden, vor allem auch durch das von den Jesuiten geführte Gymnasium.

386 Jahre später zog das Dreigespann, der Primiziant mit seinen Mitbrüdern P. Tobias und P. Severin Zahner als Leviten, sowie, wie bei der feierlichen Primiz vorgesehen, P. Klaus Wilhelm als Presbyter Assistent mit einer großen Beteiligung des Klerus - insgesamt nahmen 31 Priester, 10 Seminaristen, 7 Ordensbrüder und 26 Ministranten an der Primiz teil - unter Glockengeläut auf den Michaelerplatz, wo vor dem Missionskreuz der Elternsegen stattfand (erteilt wurde).

Die mit über 500 Gläubigen gefüllte Kirche war bereit für den Einzug des Primizianten Pater Johannes Regele, zu dem der eigens aus St. Florian gekommene Stiftsorganist der Augustiner Chorherrn eine feierliche Fanfare spielte. Nach dem Veni Creator Spiritus begann mit dem Stufengebet das feierliche Hochamt. Der Primiziant wählte für diesen Anlass die Votivmesse vom hl. Erzengel Michael. Die Kirchenmusikvereinigung Sancta Caecilia Steyr sang unter der Leitung von Wolfgang Nusko die gesamte Spatzenmesse von Wolfgang A. Mozart sowie Werke von Anton Bruckner und Joseph Haydn. Die Schola unter der Leitung von Josef Jeindl sang das Proprium im Gregorianischen Choral. Pater Waldemar Schulz, Prior in Wien und Professor für Kirchengeschichte in Zaitzkofen, hielt von der prächtigen, barocken Kanzel, die mit dem Guten Hirten bekrönt ist, die Primizpredigt, in der er besonders auf den hl. Erzengel Michael und seine Bedeutung für den katholischen Priester einging, sowie den priesterlichen Dienst als Seelenfreund, Seelenführer und Vater der Seelen.

Nach dem feierlichen Hochamt folgte die Sakramentsandacht, bei der man ein feierliches Te Deum angestimmte und so dem Dreifaltigen Gott für alle seine Gnaden und Wohltaten in rechter Weise Dank sagen konnte. Mit dem bekannten Tantum ergo von Joseph Haydn, dem Sakramentalen Segen und dem feierlichen Auszug wurde die kirchliche Feier beendet. Die drei Primizbräute, mit Krone, Römischem Rituale, Birett und Pastoralstolen nahmen vor dem Primizianten für das Abschlussfoto Aufstellung. Danach spendeten vier anwesende Neupriester der Priesterbruderschaft, P. Lukas Lipp, P. Christoph Maas, P. Tobias Zahner und der Steyrer Primiziant den Primizsegen am Kommuniongitter der Kirche. Für den Festempfang am Michaelerplatz hat Herr Fröhlich, ein Bäcker aus der Pfarre St. Michael, eigens Primizsemmeln mit eingeprägtem Kreuz gebacken. So klang der große Festtag in gemütlicher Feierstimmung aus.

Allen Helfern aus der Pfarre St. Michael und von der Kapelle der Priesterbruderschaft St. Florian in Steyr sei ein Ewiges Vergelt‘s Gott ausgesprochen! Omnia ad maiorem Dei gloriam!