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Erzbischof Marcel Lefebvre und die Romanità – der römische Geist

02. Februar, 2018

Marcel Lefebvres Rom ist nicht das Rom der heidnischen Caesaren, denn „aus der Herrin des Irrtums ist die Schülerin der Wahrheit geworden.“ Es ist das christliche Rom, die ewige Stadt, der Sitz Petri und seiner Nachfolger, „welches der Welt durch die göttliche Religion und nicht durch irdische Herrschaft vorsteht“ (hl. Leo der Große). Das französische Seminar in Rom, in das Marcel Lefebvre 1923 eintritt, wird von der Kongregation der Väter vom Heiligen Geist geleitet, die 1703 gegründet wurde, um „die armen Kleriker zu den Prinzipien der gesundesten römischen Lehre zu erheben“.

Die Lehre – Die Rolle der Päpste

Pater Henri Le Floch, Regens des Seminars von 1904 bis 1927, der übrigens der Action Française nahesteht, predigt den Seminaristen nicht Charles Maurras, sondern kommentiert die Enzykliken aller Päpste, die von 1738 bis 1925 ständig die Freimaurerei, den Liberalismus und die modernen Irrtümer verurteilt haben, nicht, weil sie Freude am Verurteilen hatten, sondern um die Christenheit und die Kirche selbst zu retten.

Erzbischof Lefebvre wird später sagen: „Er war es, der uns gelehrt hat, welches die Rolle der Päpste in der Welt und in der Kirche war und was sie seit anderthalb Jahrhunderten gelehrt haben: den Anti-Liberalismus, den Antimodernismus; er hat uns diesen Kampf verstehen und erleben lassen, den die Päpste mit absoluter Kontinuität geführt haben, nämlich zu versuchen, Kirche und Welt vor diesen Geißeln zu bewahren, die uns heute bedrücken. Das hat uns gegen die Revolution und gegen die Kräfte des Bösen auf den Plan gerufen, die am Werk sind, um die Kirche, um die Herrschaft unseres Herrn, um die katholischen Staaten und die ganze Christenheit umzustürzen.“

Die Seminaristen nehmen in der Mehrheit diesen Kampf auf, die anderen bleiben nicht im Seminar. Aber in diesen Kampf eintreten bedeutet notwendigerweise, eine Entscheidung für das ganze Leben zu treffen: „Ich glaube, dass unser ganzes priesterliches – und bischöfliches – Leben durch diesen Kampf gegen den Liberalismus seine Ausrichtung bekommen hat.“

Sein ganzes Leben lang wird Erzbischof Lefebvre insbesondere mit den liberalen Katholiken zu tun haben, mit „Menschen mit zwei Gesichtern“, die sich katholisch nennen, jedoch „die Wahrheit, die vollständige Wahrheit nicht ertragen. Sie können nicht ertragen, dass man die Irrtümer bekämpft, die Feinde der Kirche, und dass man immer im Zustand des Kreuzzuges ist. Das nämlich ist es, wir sind ständig im Zustand eines Kampfes, und dieser Kreuzzug kann das Martyrium erfordern.“

Marcel Lefebvre wird von vornherein auf einen Kampf für den Glauben vorbereitet.

Es ist mehr als die gesunde Lehre, es ist eine Sicht der Geschichte, des Kampfes zweier Staaten:

„Zweierlei Liebe also“, sagt der hl. Augustinus, „hat die beiden Staaten gegründet, und zwar den Weltstaat die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe, den himmlischen Staat die bis zur Verachtung seiner selbst gehende Gottesliebe.“

„Pater Le Floch ließ uns in die Geschichte der Kirche eintreten und in ihr leben – er ließ uns teilnehmen an diesem Kampf, den die gottlosen und sittenlosen Mächte sich mit unserem Herrn liefern.“

Zu seinen Seminaristen in Ecône sagte der Erzbischof: „Wenn Sie in das Seminar eintreten, treten Sie in die Geschichte der Kirche ein.“

Quelle: Gottesdienstordnung • Februar 2018 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz