FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Hymnen zum Fronleichnamsfest

14. Juni, 2017

Hymnus zur Vesper

Pange, lingua

Singe Zunge, vom Geheimnis
Des verklärten, hehren Leibes 
Und des unschätzbaren Blutes, 
Das der hohe Völkerkönig, 
Eines edlen Schoßes Frucht, 
Für die ganze Welt vergoß.

Uns gegeben, uns geboren 
Aus der Jungfrau unversehrt, 
Lebte Er als Mensch bei Menschen, 
Gottes Worte auszusäen;
Und zum Abschluß Seines Lebens 
Setzte Er dies Wunder ein.

In der Nacht beim letzten Mahle
Saß Er in der Brüderschar,
Hielt sich an die Speiseordnung,
Ganz wie sie befohlen war,
Bot mit eigner Hand den Zwölfen
Selber sich als Speise dar.

Und das Wort, das Fleisch geworden,
Wandelt Brot zum eignen Leib,
Traubenwein wird Christi Blut.
Und gewahrt’s der Sinn auch nicht,
Für ein Herz, das einfach ist,
Reicht der bloße Glaube hin.

Darum laßt uns tief verehren
Ein so hohes Sakrament.
Dieser Bund wird ewig währen,
Und der alte hat ein End’.
Was den äußern Sinnen mangelt,
Dafür ist Ersatz der Glaube.

Gott dem Vater und dem Sohne
Sei Lobpreis und Jubelsang,
Ehre, Macht und Herrlichkeit.
Gleichen Ruhm entbieten wir
Gott dem Geiste, der hervorgeht
Aus den Beiden ewiglich.
Amen.

Hymnus zur Matutin

Sacris solemniis

Die Freude sei gepaart mit hoher Festlichkeit,
Und aus des Herzens Tiefe soll das Lob erschallen.
Das Alte sei verdrängt, und alles werde neu:
Das Herz, die Lieder und die Werke.

Gefeiert im Gedächtnis wird das letzte Mahl,
In welchem, wie geglaubt wird, Christus Seinen Brüdern
Das Lamm gab und das Brot, das ungesäuert war,
Gehorchend alter Väter Satzung.

Am Schluß des Mahls, nach jenem Lamm, das Vorbild war,
Gab Er aus eigner Hand den Herrenleib den Jüngern;
Und wie den ganzen Leib für alle, glauben wir,
So gab den ganzen Er für jeden.

Zur Speise reichte Er den Schwachen Seinen Leib
Und gab den Trauernden den Becher Seines Blutes,
Indem Er sprach: Nehmt hin den Kelch, Ich geb’ ihn euch,
Und daraus sollt ihr alle trinken.

So hat Er eingesetzt dies große Sakrament.
Er wollte, daß allein die Priester es verwalten:
Den Leib, das Blut zu nehmen, kommt nur ihnen zu
Wie auch, sie andern darzureichen.

Das Brot der Engel wird nun auch der Menschen Brot;
Den bloßen Zeichen macht dies Himmelsbrot ein Ende;
O Wunder über alles: es genießt den Herrn
Sein armer Sklave hier in Demut.

Dich, Gottheit, einzig und dreifaltig, bitten wir:
Besuche Du uns so, wie wir Dich hoch verehren;
Auf Deinem Pfad führ’ uns, wohin uns drängt der Sinn
Zum Licht, in dem Du ewig wohnest.
Amen.

 

Hymnus zur Laudes

Verbum supernum 

Hervortrat Gott das Wort,
Ohne zu lassen von der Rechten des Vaters.
Ausgegangen war Er zu Seinem Werk
Und kam nun zum Abend des Lebens.

Da Er von Seinem Jünger an die Neider
Dahingegeben werden sollte in den Tod,
Gab Er zur Speise des Lebens
Sich noch Seinen Jüngern zuvor.

Ihnen gab Er in zwiefacher Gestalt
Sein Fleisch und Sein Blut,
Um den Menschen, doppelten Wesens,
In seiner Ganzheit zu nähren.

In der Geburt ward Er uns Bruder,
Im Mahle die Speise,
Sterbend der Lösepreis
Und herrschend unser Lohn.

O Heilung wirkendes Opfer,
Das die Türe zum Himmel aufgetan,
Gib, da Feinde bedrängen,
Kraft und stehe uns bei.

Dem einen dreifaltigen Herrn
Sei ewig Verherrlichung,
Der nie endendes Leben
In himmlischer Heimat verleih.
Amen.

Quelle: Römisches Brevier 1961