Tiroler Herz-Jesu-Bundeserneuerung

Das „Historische Herz-Jesu-Bild“ im Dom zu Bozen, von Johann Joseph Karl Henrici (um 1770). Die lateinischen Worte im Silberrahmen lauten: „Praebe fili mi cor tuum mihi. – Gib mir, mein Sohn, dein Herz.“ (Buch der Sprüche 23,26.)

In größter Kriegsnot schlossen die Tiroler einen hl. Bund mit dem heiligsten Herzen Jesu - auf ewige Zeiten - und bekräftigten diesen erstmals und feierlich mit allem Volke vor diesem ehrwürdigen Bilde in der Pfarrkirche zu Bozen am 3. Juni 1796.

Gelobt, gebenedeiet soll sein zu jeder Zeit das heiligste Herz Jesu in alle Ewigkeit!

Gebet zum göttlichen Bundesherrn

Priester: Heiligstes Herz Jesu! - Voll Vertrauen haben unsere Väter - in harter Zeit - einen Bund mit Dir geschlossen. - Wir haben diesen Bund nicht immer treu gehalten. - Unser Glaube ist schwach und unser Beten lau geworden. - Wir haben nicht immer nach Deinen Geboten gehandelt. - Wir wollen Abbitte leisten für unsere Untreue. - Göttlicher Bundesherr! - Nimm unsere Gebete und Leiden als Sühne an. - Sieh' unseren guten Willen - und unser Vertrauen auf Dich. - Wir hoffen einzig und allein auf Deine Hilfe, - Du gütigstes, - Du mächtigstes, - Du getreuestes Herz Jesu. - Dir weihen und empfehlen wir aufs neue - unsere Heimat, - unsere Familien, - unsere Kinder - und uns selber - mit allem, was wir sind und haben. - Bewahre in uns den heiligen katholischen Glauben, - die reine Sitte, den Frieden und die Eintracht in den Familien. - Sei Du unser Schirmherr in allen Nöten. - Laß das Reich Deiner Liebe zu uns kommen - und gib uns die Gnade, - Dir fortan treu zu dienenund den Bund der Väter stets heilig zu halten.

Alle: Amen.

Gebet der Bundeserneuerung

Priester: Herr Jesus Christus, - Du Sohn des lebendigen Gottes, - wahrer Gott und Mensch zugleich. - Dir ist alle Gewalt gegeben - im Himmel und auf Erden. Du sitzest zur Rechten Deines himmlischen Vaters - und wirst einst kommen - mit großer Macht und Herrlichkeit - mit allen Deinen Engeln zum offenen Gericht der ganzen Welt. - Bis dahin bist Du als Beschützer Deiner Gläubigen - wahrhaft bei uns gegenwärtig - im heiligsten Sakrament des Altares - zum Trost und zur Speise unserer Seelen.

Alle: Gedenke des heiligen Bundes unserer Väter, - den sie in der Zeit großer Kriegsnot - mit Deinem heiligsten Herzen - geschlossen haben auf ewige Zeiten. - Du hast sie in ihrem Gebete - barmherzig angesehen, Dein liebevolles Herz - zum bedrängten Vaterland gewendet, - es im alleinseligmachenden Glauben rein erhalten, - von mächtigen Feinden befreit - und dadurch Deinen heiligsten Namen - unter den Völkern groß gemacht. - Wir erneuern mit aufrichtigem Herzen - diesen heiligen Bund der Väter - und versprechen, - Dir fortan zu dienen - in treuer Erfüllung Deines göttlichen Willens, - in Haltung Deiner Gebote - und in Förderung der Ehre Deines heiligsten Namens, - der in diesen Zeiten - so vielfach gelästert - und entheiligt wird. - Auf Dich allein - ist unser Vertrauen fest gestellt, - weil kein anderer ist, - der für uns kämpft, - als Du, unser Gott. - Wende Dein Vaterherz segnend uns, Deinen Kindern, zu, - auf daß wir in der Kraft Deines Armes - den geistigen und leiblichen Feinden - standhaft widerstehen, - in Gerechtigkeit und Frieden Dir dienen und ein einiges - christkatholisches Vaterland - als heiliges Erbe - unsern Nachkommen erhalten. - Amen.

Das Tiroler Bundeslied

Auf zum Schwur, Tiroler Land, Heb'zum Himmel Herz und Hand! Was die Väter einst gelobt, Da der Kriegssturm sie umtobt:

Das geloben wir auf's neue, Jesu Herz, Dir ew'ge Treue!

Wundermächtig immerfort Warst Du Deines Volkes Hort, Stets in Not und Kriegsgefahr Schirmtest Du den roten Aar.

Drum geloben wir auf's neue, Jesu Herz, Dir ew'ge Treue!

Fest und stark zu unserm Gott Stehen wir trotz Hohn und Spott, Fest am Glauben halten wir, Unsres Landes schönster Zier.

Drum geloben wir auf's neue, Jesu Herz, Dir ew'ge Treue!

Auf dem weiten Erdenrund Gibt es keinen schönem Bund. Lästern uns die Feinde auch, Treue ist Tiroler Brauch.

Drum geloben wir auf's neue, Jesu Herz, Dir ew'ge Treue: