Katholische Schule der FSSPX in Österreich

Die Initiative Katholische Schule der Priesterbruderschaft in Österreich?  wurde 2014 initiiert. Die Evaluierungsphase ist abgeschlossen und das Generalhaus in Menzingen hat dazu Stellung bezogen.

Die Initiative zum Projekt Katholische Schule der Priesterbruderschaft in Österreich? wurde von einer beachtlichen Anzahl von Familien ergriffen, die auf dem Familientreffen nach Fronleichnam 2014 sich an uns wandten mit der Bitte, über die Möglichkeiten einer etwaigen Schulgründung zu diskutieren, was dann in regem Austausch getan wurde. Es wurde uns klar: Die Besorgnis der Eltern bezüglich der Schuljahre ihrer Kinder war drückend und das Interesse an einer eigenen Schule brennend. Doch ist eine solche Schule realisierbar? Diese Frage wurde in der Folgezeit auf drei Priestertreffen eingehend besprochen und geprüft, auch haben wir uns bei Fachleuten erkundigt und uns mit verschiedenen Familien beratschlagt. Im Dezember 2014 wurden schließlich alle unsere Familien in Österreich angeschrieben und gebeten, uns mitzuteilen, inwieweit sie bereit wären, die Gründung einer Neuen Mittelschule mit Internat in Jaidhof zu unterstützen. Ohne eine genügende Anzahl von Schülern würde es natürlich keine Schule geben können. Die mit Spannung erwarteten Rückmeldungen fielen mehrheitlich sehr positiv und ermutigend aus, es gab aber „bloß“ elf verbindliche Zusagen für die vier Hauptschulklassen im Schuljahr 2016/17. Wird das ausreichen? Das Generalhaus wird die Entscheidung treffen müssen. 

Antwort des Generalhauses

Im März 2015 hatte ich die Gelegenheit, das Ergebnis unserer Evaluierung in Menzingen dem Generalrat zu unterbreiten. Die Reaktion war durchaus wohlwollend, doch für eine Schulgründung sei es zu früh. Die Zahl der zugesagten Anmeldungen sei einfach noch zu klein – in einigen Jahren später kann tatsächlich mit einer größeren Anzahl von Kindern gerechnet werden –, damit sei die Schule auf zu massive Fremdfinanzierung angewiesen. Doch wie das Geld beschaffen, wenn überall Sparkurs angesagt ist? Als erschwerender Umstand kommt noch hinzu, dass die Schule in Wangs, die von Anfang an als Schule der drei deutschsprachigen Distrikte konzipiert wurde, derzeit noch sehr kostenintensiv im Aufbau begriffen ist. Der Neubau kostet mehrere Millionen. Eine weitere (kostenverursachende) Schule kann sich die Priesterbruderschaft zurzeit einfach nicht leisten.

Aufgeschoben aber nicht aufgehoben

Unser Schulprojekt ist also vorerst auf Eis gelegt. Wir fügen uns natürlich der Entscheidung unserer Oberen und erblicken darin das Walten der göttlichen Vorsehung. Ich möchte aber allen Eltern, die sich mit so viel Herzensblut für das Projekt engagierten, herzlich danken. Gott möge ihre liebende und opferbereite Sorge für die Zukunft unserer Jugend tausendfach vergelten. Wahrhaft katholische Schulen für die katholische Jugend bleibt nach wie vor unser brennender Wunsch, der es ja für die Kirche und für so viele Heilige seit Jahrhunderten immer war. Darf ich an die vielen lichtvollen Ausführungen der großen Päpste erinnern, welche die Familien beschworen, ihre Kinder selbst unter großen Opfern an katholische Schulen zu schicken? Vielleicht bedeutet es für Sie, liebe Eltern, ein großes Opfer, Ihre Kinder unseren Schulen in der Schweiz oder in Deutschland oder Frankreich anzuvertrauen. Die Entfernungen sind weit, und Ausland ist immerhin Ausland. Doch sind es nicht vielleicht gerade eben diese Opfer, die es unter den gegebenen Umständen heute zu bringen sich lohnt, und die die heiligen Päpste erwartet haben? Die von laizistischen Schulen ausgehenden Gefahren sind einfach gewaltig, und der Segen einer rundum katholischen Erziehung und Schulbildung ist für das zeitliche und ewige Wohl der Kinder unschätzbar. Genau dies ist der Grund, warum die Kirche den Einsatz großer Opfer einfordern kann. Und zahlreiche Generationen unserer Vorfahren haben dies verstanden, auch in den vergangenen Jahrzehnten, als auch viele Familien aus Österreich ihre Kinder nach Diestedde und Schönenberg schickten …

Vertrauen wir dem heiligen Joseph und dem unbefleckten Herzen

Wir werden unsere Gebete für eine Schulgründung in Österreich fortsetzen und wir bitten auch um den Beitrag der Ihrigen. Wir werden aber auch Gott um die Gnade für unsere Familien bitten, das große Opfer bringen zu können, wenn die Umstände es erlauben, ihre Kinder in der Zwischenzeit an unsere weiter entfernten Schulen zu schicken – aus Liebe zu deren Seelen und für die Zukunft Österreichs. Möge die Maienkönigen, die mit so zärtlicher Mutterliebe auf unsere Kinder herabblickt, uns allen Licht und Kraft schenken, die richtige Entscheidung zu treffen! 

Ihr P. Stefan Frey