Mitteilungsblatt August 2015

Wort des Distriktoberen - Wallfahrt nach Mariazell - Sommertheater in Jaidhof - Die Bedeutung des Herz-Jesu-Bundes - Bruderschaft hat mehr als 600 Priester - Priester- und Diakonatsweihen in Zaitzkofen - Was macht ein König, der in seinem Reich angegriffen wird? - Am Vorabend schwerwiegender Ereignisse - Bekehrung zu Christus oder ökologische Bekehrung: woher erwartet der Papst das Heil? - Msgr. Marcel Lefebvre: Wahrer und bitterer Eifer - Liturgischer Kalender - Exerzitien und Einkehrtage - Heilige Messen - Buch des Monats - Vertrauen

Liebe Freunde und Wohltäter!

Wir haben die Freude, diesen Sommer zwei neue Priester im österreichischen Distrikt begrüßen zu dürfen: 

  • Pater Peter Papp hat sich im Jahre 2011 als junger Diözesanpriester aus dem ungarischen Debrecen unserer Priesterbruderschaft angeschlossen und in den vergangenen vier Jahren im Priesterseminar Zaitzkofen studiert. Seit dem 8. Dezember 2014 Mitglied unserer Bruderschaft wird er nun ab August in Jaidhof wohnen und für unsere beiden Gemeinden in Miskolc und Debrecen zuständig sein sowie auch gelegentlich in Österreich aushelfen. 
  • P. Joseph Stannus wird als Neupriester nach Wien kommen und unsere Kapelle in Klagenfurt betreuen. Sein Vorgänger, P. Szymon Banka, wird nach einem Jahr seine bisherige Wirkstätte leider bereits verlassen müssen, da ein dringender Appell ihn in seine Heimat zurückruft. Für sein hingebungsvolles Wirken in seinem ersten Priesterjahr danken wir ihm sehr herzlich und wünschen ihm sowie auch den beiden „Neuen“ viel Kraft und Segen im Weinberg des Herrn.

Sie, liebe Gläubige, darf ich innig bitten, für uns Priester zu beten, damit wir alle beharrlich das Ideal priesterlicher Heiligkeit anstreben, das unserem Gründer so teuer war und das zu erneuern er von Gott berufen war. Nach seinen eigenen Worten durfte er als Krönung seines Lebens das Traumbild verwirklichen, das Gott ihn eines Tages in der Kathedrale von Dakar erschauen ließ: „Nämlich angesichts des fortschreitenden Verfalles des priesterlichen Ideals das katholische Priestertum unseres Herrn Jesus Christus weiterzugeben in der ungetrübten Reinheit der Lehre, in seiner grenzenlosen missionarischen Liebe, so wie Er es seinen Aposteln übertragen hat und so wie es die römische Kirche bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts übertragen
hat“
.1

Der Kampf für die Reinheit der katholischen Lehre und die Weitergabe des missionarischen Eifers sind also die Hauptanliegen, die unser Gründer seiner Bruderschaft als heiliges Erbe hinterlassen hat. Ihnen kommt in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung zu. In der Tat liegt das Drama der gegenwärtigen Kirchenkrise nicht zuletzt in der sträflichen Vernachlässigung dieser beiden zentralen Eigenschaften des priesterlichen Geistes begründet.

Erzbischof Lefebvre wollte für seine Bruderschaft indes noch ein drittes Wesensmerkmal, nämlich die sog. Vita communis. Dieses Leben in mitbrüderlicher Gemeinschaft hat die Kirche stets als die ideale priesterliche Lebensform bezeichnet, die den Priester vor der Gefahr der Isolierung und Verweltlichung schützt und ihm den Rahmen für die Bewahrung des innerlichen Lebens und des priesterlichen Eifers gibt: 

„Das Priorat ist eine Art vorgeschobene Bastion mitten im Kampffeld, wo eifrige Priester, die im Gebet leben, in der Kontemplation, in der Nähe des Allerheiligsten, in brüderlicher Gemeinschaft leben, bereit sind, in den Kampf zu ziehen. Ich glaube in Wahrheit sagen zu können, meine lieben Freunde, dass, wenn die Priorate verschwinden sollten, wir keine Bruderschaft mehr hätten. Das wäre das Ende, unsere Bruderschaft würde nicht mehr existieren. Die Existenz der Bruderschaft ruht wesentlich … auf diesem Gemeinschaftsleben, auf diesem, ich würde sagen, ein wenig klausurierten Leben, auf diesem vor der Welt geschützten Leben.“2

Erzbischof Lefebvres Liebe und Sorge für das Priestertum soll uns allen auch ein großes Anliegen sein. Ihr Gebet für Berufungen und die Heiligung der Priester ist ein wichtiger Beitrag zur Erneuerung der Kirche.

Möge Gott uns viele heiligmäßige Priester schenken!

Mit priesterlichem Segensgruß

P. Stefan Frey

  • 1. Geistlicher Wegweiser, in: Damit die Kirche fortbestehe, S. 813.
  • 2. Mgr. Lefebvre, Die priesterliche Heiligkeit, S. 356.