8. August - Hl. Johannes Maria Vianney

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Fest des hl. Johannes Maria Vianney, Bekenner, † am 4. August 1859 zu Ars bei Lyon

Johannes Maria Vianney wurde in dem Dorf Dardilly in der Diözese Lyon von frommen Bauersleuten geboren; schon von Kindheit an gab er viele Beweise seiner Heiligkeit. Mit 8 Jahren hütete er die Schafe; schon damals leitete er die andern Kinder, vor einem Bilde der Gottesmutter kniend, durch Wort und Beispiel zum Rosenkranzgebet an oder er vertraute die Herde seiner Schwester oder einem andern an und suchte einen noch einsameren Ort auf, um vor dem Bilde der heiligen Jungfrau ungestörter beten zu können. Er hatte eine große Liebe zu den Armen und war hochbeglückt, wenn er sie scharenweise in das Haus seines Vaters führen und ihnen in jeder Weise helfen konnte. Zum Studium wurde er dem Dorfpfarrer von Ecully anvertraut. Er war jedoch langsam im Begreifen und hatte beim Studium fast unüberwindliche Schwierigkeiten. Unter Fasten und Beten flehte er zu Gott um Hilfe und machte, Almosen sich erbettelnd, eine Wallfahrt zum Grab des heiligen Franziskus Regis, um dort zu beten, daß ihm das Lernen leichter werde. Mit Mühe brachte er das Studium der Theologie zu Ende und wurde für genügend tauglich befunden, die heiligen Weihen zu empfangen.

Zu Ecully suchte er mit allen Kräften nach dem Vorbild des Pfarrers, dessen Vikar er geworden war, die höheren Stufen priesterlicher Vollkommenheit zu erreichen. Nach 3 Jahren wurde er wie ein Engel vom Himmel in das Dörfchen Ars geschickt, das bald darauf zur Diözese Belley geschlagen wurde, und erneuerte in glänzender Weise das Angesicht seiner in jeder Beziehung heruntergekommenen und verwahrlosten Pfarrei. Täglich war er viele Stunden lang ununterbrochen im Beichtstuhl mit der Leitung von Seelen beschäftigt, er führte den häufigen Empfang der heiligen Eucharistie ein und gründete fromme Vereinigungen. In wunderbarer Weise flößte er den Gläubigen eine zarte Liebe zur Unbefleckten Jungfrau ein. Er glaubte, es sei Pflicht eines guten Hirten, die Sünden der ihm anvertrauten Herde zu sühnen und ließ daher nicht ab vom Gebet und Nachtwachen, von Geißelungen und ständigem Fasten. Da der böse Feind das Tugendleben dieses Gottesmannes nicht ansehen konnte, ging er zunächst mit Quälereien, dann in offenem Kampfe auf ihn los. Doch Johannes Maria nahm auch die schlimmsten Belästigungen geduldig hin.

Von benachbarten Pfarrern wurde er des öfteren eingeladen, nach Art der Missionäre durch Predigten und Beichthören dem Heil der Seelen zu dienen; jederzeit stand er ihnen zur Verfügung. In seinem Eifer für die Ehre Gottes brachte er es fertig, daß die Abhaltung heiliger Missionen in mehr als 100 Pfarreien gesichert wurde; er machte nämlich eine Stiftung für diesen Zweck. Zugleich verherrlichte Gott seinen Diener durch Wunder und Gnadengaben und so begann die berühmte Wallfahrt nach Ars; 20 Jahre lang strömten jedes Jahr fast hunderttausend Menschen jeden Standes und Alters nicht nur von Frankreich und Europa, sondern selbst vom fernen Amerika dorthin. Mehr von der Arbeit als vom Alter aufgerieben, entschlief er, nachdem er den Tag seines Todes vorausgesagt hatte, selig im Herrn am 4. August 1859, im Alter von 73 Jahren. Da er durch viele Wunder verherrlicht wurde, nahm ihn Papst Pius X. unter die Seligen, Pius XI. im Heiligen Jahr in die Zahl der Heiligen auf; er dehnte auch sein Fest auf die ganze Kirche aus und bestellte ihn anläßlich seines goldenen Priesterjubiläums zum himmlischen Patron aller Pfarrer.

Kirchengebet

Allmächtiger und barmherziger Gott, Du hast den hl. Johannes Maria zu einem Wunder des Seeleneifers, der beständigen Liebe zum Gebet und zu Bußübungen gemacht; wir bitten Dich: verleihe uns die Kraft, nach seinem Vorbild und mit seiner Fürbitte die Seelen unserer Brüder für Christus zu gewinnen und mit ihnen die ewige Seligkeit zu erlangen. Durch Ihn, unsern Herrn.

Quellen: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962