8. September - Fest Mariä Geburt

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Fest der Geburt der hl. Jungfrau Maria

Predigt des hl. Bischofs Augustinus

Geliebteste! Der ersehnte Festtag der heiligen, ehrwürdigen, allzeit reinen Jungfrau Maria ist uns erschienen. Darum freue sich in höchster Wonne unsere Erde, die durch die Geburt einer solchen Jungfrau verherrlicht wurde. Sie ist die Blume des Feldes, aus der die köstliche Lilie des Tales hervorsproßt, durch deren Geburt die Natur der Stammeltern umgewandelt und die Schuld getilgt wird. Bei ihr wurde der unselige Spruch über Eva aufgehoben, der lautete: An Schmerzen wirst du deine Kinder gebären; denn sie hat in Freuden den Herrn geboren.

Eva war voll Trauer, Maria voll Wonne. Eva trug Tränen, Maria trug Freude in ihrem Schoße; denn jene gebar einen sündigen Menschen, diese dagegen den Makellosen. Die Mutter unseres Geschlechtes brachte Strafe über die ganze Erde, die Mutter unseres Herrn brachte das Heil in die Welt. Eva ward die Urheberin der Sünde, Maria die Urheberin der Belohnung. Eva brachte den Tod und damit Verderben, Maria brachte das Leben und damit Segen. Jene hat uns verwundet, diese hat uns geheilt. An die Stelle des Ungehorsams tritt der Gehorsam, an die Stelle der Untreue die Treue.

Nun darf Maria jubelnd zur Harfe greifen und in schnellem Takte können die Pauken der Mutter erschallen! Voll Freude mögen die Chöre singen und in abwechselnden Weisen mögen ihre sanften Lieder sich mischen! Hört, wie unsere Paukenschlägerin sang: Hoch preiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland. Gnädig hat er herabgeschaut auf seine niedrige Magd; von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Großes hat an mir getan der Allmächtige. Die Schuld der immer mehr anwachsenden Sünde hat die neue wunderbare Geburt aufgehoben, das Klagelied Evas hat der Freudengesang Marias abgelöst.

Kirchengebet

Wir bitten Dich, o Herr: laß Deinen Dienern das Geschenk Deiner himmlischen Gnade zukommen, damit allen, denen die Mutterschaft der seligsten Jungfrau zum Anfang des Heiles geworden, die Gedächtnisfeier ihrer Geburt den Frieden vermehre. Durch unsern Herrn.

Quellen: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962