9. August - Vigil des Festes des hl. Laurentius

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Vigil des hl. Laurentius, Martyrer

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 16, 24-27

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: Wer Mir nachfolgen will, muß sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und Mir nachfolgen, usw.

Auslegung des heiligen Papstes Gregor

32. Homilie über die Evangelien, Abschnitt 1-2

Da unser Herr und Erlöser als der neue Mensch in die Welt kam, gab Er der Welt auch neue Gebote. Unserem alten, in Lastern großgewordenen Leben stellte Er Sein neues Leben entgegen. Was kannte der alte, fleischliche Mensch auch anderes, als zäh am Seinigen festhalten, dem andern das Eigentum gewaltsam wegnehmen, wenn er es vermochte. Vermochte er es nicht, so begehrte er wenigstens danach. Der himmlische Arzt nun wendet bei den einzelnen Lastern die entsprechenden Heilmittel an. In der Heilkunde wird Hitze durch Kühlung, Kälte durch Erwärmen ausgeglichen. So verordnete auch unser Herr für die Sünden die entgegengesetzten Heilmittel: den Unenthaltsamen Mäßigung, den Geizigen Freigebigkeit, den Zornigen Sanftmut, den Stolzen Demut.

Als Er Seinen Jüngern die neuen Gebote gab, erklärte Er klar und bestimmt: Wenn jemand nicht allem entsagt, was er besitzt, kann er Mein Jünger nicht sein. Er wollte damit sagen: Ihr habt in eurem bisherigen Leben nach fremdem Gut verlangt; nun müßt ihr, wollt ihr das neue Leben pflegen, auch euren Besitz hergeben. Doch hören wir unsern Text: Wer Mir nachfolgen will, muß sich selbst verleugnen. Dort heißt es, unser Eigentum hinzugeben; hier, uns selbst hinzugeben. Wenn es einem Menschen vielleicht nicht schwerfällt, sein Eigentum herzugeben, so doch sicher, sich selbst preiszugeben. Bloß aufzugeben, was man hat, geht noch; etwas sehr Großes ist es, dem zu entsagen, was man ist.

Als wir zu Ihm kamen, gebot uns der Herr, auf unser Eigentum zu verzichten, denn wer den Glaubenskampf aufnimmt, hat gegen die bösen Geister zu kämpfen. Diese besitzen in der Welt nichts Eigenes. Es gilt also, nackt mit Nackten zu kämpfen. Denn wenn ein Bekleideter mit einem Nackten ringt, so wird er schneller zu Boden geworfen, da er etwas hat, wo man ihn fassen kann. Und nun, was ist alles Irdische anderes als die Bekleidung des Leibes? Wer also zum Kampf gegen den Teufel auszieht, werfe die Kleider ab, damit er nicht unterliegt.

Kirchengebet

Herr, sei unserem Flehen hilfreich nahe und wende uns in Deiner Güte immerwährendes Erbarmen zu auf die Fürbitte Deines hl. Martyrers Laurentius, dessen Vorfeier wir begehen. Durch unsern Herrn.

Quellen: Schott-Messbuch 1962