Abenteuer im Mittelmeer - Mit Schlafsack und Isomatte auf den Spuren Europas

05. September 2022
Quelle: Distrikt Österreich

20 Jugendliche, vier Betreuer und ein Priester haben sich mit Schlafsack und Isomatte auf den Weg gemacht, Kreta und die Spuren Europas zu entdecken. Ein Reisebericht.

Los ging es am 24.07. um 16:15 vom Münchner Flughafen. Nach einem wundervollen Flug ging es aus Heraklion raus erst einmal nach Chania, wo wir uns – 20 Jugendliche mit vier Betreuern und einem Priester - einen schönen Park zum Schlafen suchten. Doch die Nacht sollte nicht lange dauern, denn schon um 05:00 ging unser Bus Richtung Landesinneres nach Xyloskalo, dem Eingang der Samaria Schlucht, der größten Schlucht Europas. So waren wir dann gegen 06:00 dort, hochmotiviert und bereit möglichst viel Strecke vor der großen Hitze zurückzulegen.

Leider machte die Schlucht aber erst um 07:00 auf. Warum es dann so früh Busse zu einem rein touristischen Ort gibt, wird auf immer das Geheimnis der Kreter bleiben. Aber wie sagt man so schön, Probleme sind auch nur dornige Chancen, also haben wir die Chance genutzt und vor der Schlucht eine heilige Messe gefeiert.

Um 07:00 durften wir dann endlich rein und die bezaubernd schöne Schlucht erkunden. Nach 24 Kilometern und über 1000 Höhenmetern haben wir erst einmal eine Abkühlung gebraucht, die wir uns am Lybischen Meer in Aghia Roumeli, einer Stadt an der Südküste Kretas, holen konnten. Anschließend ging es mit der Fähre weiter nach Paleochora, wo wir an einem schönen Strand unser Nachtlager aufschlagen konnten, aber nicht vor einem trotz der widrigen, sehr windigen Umstände, hervorragenden Abendessen.

Erschöpft von der Schlucht am vorigen Tag, beschlossen wir diesen Tag nach der Frühmesse etwas ruhiger angehen zu lassen und nur 10 km ostwärts zum Strand von Krios zu wandern, an dem wir dann am Nachmittag ankamen, dort den restlichen Tag verbrachten und auch nächtigten. Am Abend gab es ein besonderes Highlight: Einen kleinen Tanzkurs, in dem Jungs und Mädels einige Benimmregeln beim Tanzen, die richtige Haltung und natürlich auch ein paar Tanzschritte lernten. Und auch wenn naturgemäß die Jungs anfangs weniger begeistert waren als die Mädels, fanden sich im Laufe des Kurses doch ein paar begeisterte Tänzer unter den Jungs und schlussendlich ging niemand unzufrieden ins Bett.

Die nächste Etappe unserer Reise war der Strand von Elafonissi. Also machten wir uns nach einer kurzen Nacht gegen fünf Uhr früh auf den Weg, um vor der Mittagshitze möglichst viel Weg in der Steppe zurückzulegen. Am Roten Strand von Elafonissi angekommen gab es erst einmal, wie sollte es auch anders sein, eine ausgiebige Badepause, bevor es am Nachmittag mit dem Bus in eine Unterkunft in der Nähe von Rethymno ging.

Nach einer langen, erholsamen Nacht ging es nach der Frühmesse zur Busstation. Die Vermieterin der Unterkunft war so nett, uns einige Rucksäcke bis zum Bus zu fahren, also konnten die Mädels recht unbeschwert laufen, während die Jungs die verbliebenen Rucksäcke tragen durften. In Rethymno angekommen suchten wir uns einen schönen Park als unseren Stützpunkt, von dem aus wir Rethymno mit seiner schönen Festung bis zum Schließen des Parks auf eigene Faust erkunden durften. Am Abend galt es dann so lange am Strand entlangzuwandern, bis wir einen Schlafplatz fänden.

Frisch erholt von einer Nacht unter einem wunderschönen Sternenhimmel feierten wir in einer örtlichen katholischen Kirche die Frühmesse, bevor wir uns nach Arkadi, dem kretischen Masada, aufmachten. Ein Kloster auf Kreta, in dem sich Ende des 19. Jahrhunderts einige kretische Widerstandskämpfer einschlossen und es in die Luft sprengten, um nicht den Osmanen in die Hände zu fallen. Nach einer Tour durchs Kloster, gab es von Pater Buchmaier einen höchst interessanten Vortrag über die Kreuzzüge und zwei geschlechtsspezifische Vorträge für die Jungs und Mädels. Mit so viel neuem Wissen im Gepäck fuhren wir nun mit dem Bus nach Heraklion, um dort unsere Unterkünfte zu beziehen und uns für den letzten Tag fertig zu machen.

Der letzte Tag begann mit einer schönen Frühmesse in einer katholischen Kirche vor Ort, bevor die Jugendlichen dann in die Stadt ausgesandt wurden, um einige Aufgaben zu erfüllen, darunter Fotos machen und Sketche für den Abend vorbereiten. Schließlich kam der letzte Abend und wir versammelten uns am Hafen von Heraklion, um uns die Sketche anzuschauen und noch etwas zu singen. Schlussendlich ging es dann aber leider irgendwann in Richtung Flughafen, wo einige die Nacht mit Tanzen, einige mit Schlafen und andere mit Reden verbrachten, bevor es dann in Richtung Heimat ging. In München angekommen verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren nach Hause.

Wir werden diese wundervolle Woche voller Abenteuer, spiritueller Impulse und neu entstandener Freundschaften nie vergessen und wollen uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei Pater Buchmaier und allen anderen Organisatoren bedanken, die diese Reise erst möglich gemacht haben.

Quelle: Frederik Koller