Am heiligen Festtag wollen wir uns freuen

19. Juni 2022
Quelle: Distrikt Österreich
Minoritenkirche: Detail einer Monstranz

Sacris solemniis – Am heiligen Festtag

 

Am heiligen Festtag wollen wir uns freuen,

aus tiefstem Herzen Lobeslieder singen;

Das Alte weiche, neu soll alles werden,

Der Sinn, das Lied und unser ganzes Tun.

 

Des letzten Mahles wollen wir gedenken,

da Christus Seinen Jüngern, wie wir glauben,

das Lamm und auch das Brot zur Speise reichte,

So wie es im Gesetz der Väter stand.

 

Als nun das Lamm, das Vorbild, war genossen,

da reichte Gott der Herr mit eigenen Händen

Sein Fleisch und Blut den Jüngern hin zur Speise,

Er gab sich allen und auch jedem ganz.

 

Er bot den Schwachen Seines Leibes Speise,

Den Trauernden den Becher Seines Blutes

und sprach: Nehmt hin den Kelch, den Ich euch gebe!

Ihr sollt ihn trinken jetzt und immerdar.

 

So hat Er dieses Sakrament begründet,

das nur die Priesterschaft verwalten sollte;

Sie hat die Vollmacht, selbst es zu empfangen

Und auszuspenden auch der Christenheit.

 

So wird das Engelsbrot zum Brot der Menschen,

das Himmelsbrot verdrängt des Vorbilds Zeichen.

O Wunder, das wir Menschen nie begreifen;

Der arme Knecht genießt den höchsten Herrn!

 

Dreieiniger Gott, erhöre unsere Bitten,

Komm, such uns heim, so wie wir Dich verehren,

Führ uns auf Deinem Pfad, den wir erstreben,

zum Lichte hin, in dem Du ewig thronst! Amen.

 

Hl. Thomas von Aquin, Hymnus zur Einführung des Hochfestes Fronleichnam, 1264 verfasst (der hl. Thomas von Aquin verfasste insgesamt fünf Hymnen zu diesem Anlass)

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