Bedeutsame Segnungen im Monat Februar

01. Februar 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Blasiussegen, Altarbild von 1740, das den hl. Blasius selbst bei der Segnung zeigt

Maria Lichtmess 

Das Fest Maria Lichtmess (Mariä Reinigung, Purificatio Beatae Mariae Virginis) bildet den Abschluss der Weihnachtszeit, welches am 40. Tag nach der Geburt Christi, an welchem er im Tempel dargebracht wurde, am 2. Februar gefeiert wird. 

Das Fest reicht in Jerusalem bis ins 4. Jahrhundert zurück, wo es mit großer Festlichkeit begangen wurde, seine allgemeine Verbreitung fand es hauptsächlich im 6. Jahrhundert.

Bei der Prozession1 am Lichtmesstag wurden schon im 8. Jahrhundert brennende Kerzen getragen. Seit dem 10. Jahrhundert empfingen diese Kerzen die kirchliche Weihe und wurden dadurch zum hochgeschätzten kirchlichen Sakramentale. „… Man sorgte dafür, dass jedes Haus an Maria Lichtmess seine Kerze erhielt. Wenn Gewitter heraufzogen, wenn Epidemien das Leben bedrohten, wenn Frauen in Geburtsnöten lagen, wenn der Priester einem Kranken die letzte Wegzehrung reichte, wenn dämonische Gewalten das Glück und den Frieden des Hauses zu gefährden schienen, wurde die Lichtmesskerze angezündet in der Hoffnung, dass sie die Worte der Weihe, die der Priester gesprochen, wahr mache … Die Lichtmesskerze bildete im Hause der Gläubigen einen wertvollen Besitz, einen Schutz in Wettergefahr und einen Trost in der Sterbestunde.“2

Blasiussegen

Die Weihe der Blasiuskerzen und der Blasiussegen gegen Halsleiden am 3. Februar hängen mit der Kerzenweihe an Maria Lichtmess nicht zusammen. Sie gingen hervor aus dem Vertrauen, das man dem hl. Blasius als Helfer in den mannigfachsten Nöten im Mittelalter entgegenbrachte. Dieses Vertrauen beruht auf der Erzählung, die ins römische Brevier übergegangen ist, dass der hl. Blasius, Bischof von Sebaste, einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, vom Tode rettete. Die Verwendung von Kerzen bei dieser Segnung gründet auf der mittelalterlichen Sitte, diesem Heiligen Kerzen zu opfern. Speziell bei den Griechen galt schon im 6. Jahrhundert der hl. Blasius als Patron bei Halsleiden, den man im Mittelalter auch bei uns in solchen Fällen anrief.

Agathabrot

Das Agathabrot wird in vielen katholischen Gegenden der Alpen am 5. Februar, dem Fest der heiligen Agatha von Catania gesegnet und verteilt. Es wird als Schutz vor Fieber und Krankheiten der Brust verwendet und als Hilfe gegen Heimweh, das ja oft „wie Feuer brennt“. Man gab dieses Brot, das als Sinnbild für die beim Martyrium der Heiligen abgeschnittenen Brüste steht, Frauen gleich nach der Geburt eines Kindes, um den Milchfluss zu sichern. Dem Vieh wurde es vor dem Almauftrieb verfüttert, damit sich die Kühe vertragen sollten, Ochsen vor dem ersten Anspannen vor einem Pflug und Kühen vor dem Kalben. In den Ställen wurde ein Stück deponiert und galt als Schutz- und Heilmittel für das Vieh. Die Bauern nahmen das Agathabrot mit auf die Alp, um es in den Hütten als Schutz für das Vieh neben dem Kreuz hinzustellen. Schon vor dem Weideauftrieb wurden die Tiere mit einem Stückchen gefüttert, um Unheil von den Tieren fernzuhalten. In Ecken gestreute Krumen dieses Brotes bewahren vor Feuer. Manchmal wurden in den ersten Brotlaib, der beim Brotbacken in den Backofen kam, die fünf Finger der rechten Hand eingedrückt und dazu ein Segenswunsch gesprochen. Wenn eine Feuersbrunst im Ort ausbrach, wurde dieser Grifflaib ins Feuer geworfen.

Immer sollte ein Stück Agathabrot im Hause aufbewahrt werden. Dadurch wurde sichergestellt, dass immer ausreichend Brot für die Familie vorhanden war. Agathabrot wurde Kranken gereicht sowie Dienstboten, die eine neue Stelle antraten. 

Die früheste gefundene Erwähnung eines Brotsegens am Agathatag datiert aus dem Jahre 1466: In den Auflistungen der Ausgaben des Klosters Klingenthal in Basel wird das St. Agathenbrot aufgeführt. (Quellen zum Agathabrot: Wikipedia; patrimoineculinaire.ch).

Quelle: Pater Stefan Frey

  • 1. Durandus bringt die Prozession sinnig in Vergleich mit dem Einzug der klugen Jungfrauen in den Himmel. Wie jene und ihre Führerin, die allerseligste Jungfrau, sollen auch wir Lichter tragen, d. h. das Licht der Keuschheit und der guten Werke, damit wir so die klugen Jungfrauen nachahmen und mit ihnen in den Tempel der Glorie zum wahren Bräutigam einzutreten verdienen. Die Darreichung der Lichter durch den Bischof bzw. Priester würde demnach bedeuten, dass wir alle Anteil haben am Lichte der Gnade in Christus, der für alle (wie die bei der Austeilung der Kerzen gesungene Antiphon sagt) Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung seines Volkes geworden ist. Den von Durandus ausgesprochenen Gedanken drücken auch die während der Prozession vorgetragenen Gesänge aus, die den denkwürdigen Augenblick besingen, da der Heiland, von seiner Mutter getragen, zum ersten Mal im Hause seines Vaters, im Tempel zu Jerusalem, erschien. Dieser Tempel aber ist ein Abbild des himmlischen Tempels, in welchen wir alle, nachdem uns Jesus und Maria dahin vorausgegangen, durch das Licht der Gnade erleuchtet und erwärmt, zu gelangen hoffen.
  • 2. Franz, Die kirchlichen Benediktionen