In Demut bete ich Dich an – Hymnus zum heiligsten Sakrament

17. Juni 2022
Quelle: Distrikt Österreich
Kelch mit Patene

Adoro te devote - Hymnus zum heiligsten Sakrament

 

In Demut bete ich Dich, verborgene Gottheit, an,

Die Du den Schleier hier des Brotes umgetan.

Mein Herz, das ganz in Dich anschauend sich versenkt,

Sei ganz Dir untertan, sei ganz dir hin geschenkt.

 

Gesicht, Gefühl, Geschmack betrügen sich in Dir,

Doch das Gehör verleiht den sicheren Glauben mir.

Was Gottes Sohn gesagt, das glaub ich hier allein,

Es ist der Wahrheit Wort, und was kann wahrer sein?

 

Am Kreuzesstamme war die Gottheit nur verhüllt,

Hier hüllt die Menschheit auch sich gnädig in ein Bild.

Doch beide glaubt mein Herz, und sie bekennt mein Mund.

Wie einst der Schächer tat in seiner Todesstund‘.

 

Die Wunden sehe ich nicht, wie Thomas einst sie sah.

Doch ruf ich: Herr, mein Gott, Du bist wahrhaftig da!

O gib, dass immer mehr mein Glaub' lebendig sei,

Mach meine Hoffnung fest, mach meine Liebe treu.

 

O Denkmal meines Herrn an Seinen bitteren Tod,

O lebensspendendes und selbst lebendiges Brot!

Gib, dass von Dir allein sich meine Seele nährt

Und Deine Süßigkeit stets kräftiger erfährt.

 

O guter Pelikan, o Jesus, höchstes Gut!

Wasch rein mein unreines Herz mit Deinem teuren Blut

Ein einziger Tropfen schafft die ganze Erde neu,

Wäscht alle Sünder rein, macht alle schuldenfrei.

 

O Jesus, nur verhüllt Dich jetzt mein Auge sieht;

Wann stillst das Sehnen Du, das in der Brust mir glüht:

Dass ich enthüllet Dich anzuschauen von Angesicht

Und ewig selig sei in Deiner Glorie Licht. Amen.

 

Thomas von Aquin, Hymnus zur Einführung des Hochfestes Fronleichnam, 1264 verfasst

 

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