Der hl. Johannes Capistrano

30. Oktober 2022
Quelle: Distrikt Österreich

„Als ich zur Welt kam, herrschte ein Schisma und ein großer Streit“ – so beginnt der Heilige, den wir heute kennenlernen möchten, eine seiner berühmten Predigten in Wien im Jahre 1451. Zum Zeitpunkt seiner Geburt regierten zwei Päpste, nämlich Urban VI. in Rom und Klemens VII. in Avignon. Sieben Jahre vor der Geburt des Heiligen war dieses Unheil über das christliche Abendland hereingebrochen, es sollte bis zum Jahr 1417 währen.

Unser Heiliger wurde am 24. Juni 1386 im kleinen Ort Capistrano – nach dem er seinen Namen trägt - unweit von Aquila im Königreich Neapel in einer adeligen Familie vermutlich deutscher Herkunft geboren und erhielt den Namen des Tagesheiligen: Johannes. Der Vater war schon längst tot, als Johannes an der Universität von Perugia das Studium der Rechtswissenschaft mit glänzendem Erfolg absolvierte. Schon bald danach, im Alter von 26 Jahren wurde er zum Gouverneur und obersten Richter von Perugia ernannt. Hohe Begabung, Klugheit und Umsicht, Vermögen und eine reiche Braut verhießen ihm ein angenehmes Leben und eine erfolgreiche Karriere.

Ein außergewöhnliches Eingreifen Gottes

Aber Gott hatte einen anderen Plan mit ihm, schon bald sollte sein Leben eine entscheidende Wende nehmen: Als ein Streit zwischen Perugia und Rimini ausbrach, wurde Johannes von Capistrano von den Feinden gefangengenommen und mit dem Tode bedroht. Ein waghalsiger Fluchtversuch aus dem Kerker scheiterte und seine Haft wurde noch einmal verschärft, trotz einer schweren Verwundung, die er sich bei dem Fluchtversuch zugezogen hatte. Man steckte ihn in das unterste Turmverlies, wo er bis zu den Knöcheln im Grundwasser stand. Mit einer Kette um den Leib wurde er an die Kerkermauer gefesselt, so dass er weder sitzen, noch liegen konnte, jegliche Bewegung wurde durch die Ketten verhindert. In dieser ausweglosen Lage, in der maximalen Demütigung, die der junge angesehene Gelehrte und Politiker erfahren musste, war es Gott, der eingriff und seinem Leben die entscheidende Wende gab. Johannes hatte eine Vision des hl. Franziskus und am nächsten Tag war sein Haupt kahl, nur ein Haarkranz, so wie ihn die Franziskaner trugen, war von seiner blonden Haarpracht, die er immer besonders gepflegt hatte, geblieben. Tage schwerer Seelenkämpfe folgten, Traurigkeit wechselte mit Zorn. Den Gedanken, der sich ihm wieder aufdrängte, Priester zu werden und in einen Orden einzutreten, wies er von sich. Dann aber wiederholte sich die Vision und nun erkannte er Gottes Willen, er gelobte, dass er, wenn er die Freiheit zurückerhalten sollte, in den Franziskanerorden eintreten werde. Es gelang ihm, sich um einen hohen Preis freizukaufen, von seiner Braut erbat er sich die Lösung des Versprechens und Anfang Oktober 1416 trat er in den Franziskanerorden ein. Hier schloss er enge Freundschaft mit Bernardin von Siena, dem größten Volksredner und Prediger seiner Zeit, auch dieser wurde später heiliggesprochen. Von ihm lernte er in nur kurzer Zeit die Beredtsamkeit, deren ein großer Prediger bedarf und die Welterfahrenheit, die einen solchen auszeichnet.

Gottgesandte Prediger rufen die Menschen zur Umkehr 

Das Italien der Renaissance war durch den Einzug eines heidnischen Geistes in der Wissenschaft, der Kunst und der Lebensanschauung gekennzeichnet, das konnte nicht ohne Folgen bleiben. Bei vielen wurde der Glaube erschüttert und ein allgemeiner Sittenverfall war die Folge. Es waren die – ganz sicher von Gott gesandten - Bußprediger jener Zeit, die durch die Städte und Länder zogen, die mit ihren Predigten unzähligen Menschen die Rückkehr zum Glauben ermöglichten. Selbst in den Franziskanerorden war Unruhe eingekehrt, es war der Streit um das Armutsideal und die Eigentumslosigkeit des Ordens, der die Brüder entzweite und hier war es Johannes von Capistrano, der zum großen Erneuerer des Ordens und zum Förderer der Idee der sog. Observanz wurde, deren Regeln auf den hl. Franziskus zurückgingen und am Armutsideal festhielten.

Im Jahr 1427 hatte man seinen Lehrer, Bernardin von Siena, in Rom wegen seiner Andacht zum heiligsten Namen Jesu als Irrlehrer angeklagt. Er hatte die Abkürzung des Allerheiligsten Namens, „IHS“, mit einem Strahlenkranz umgeben, auf kleine Tafeln gemalt und die Gläubigen zur Verehrung dieser Bilder aufgemuntert. Capistrano predigte damals gerade in Neapel und als er von der Anklage hörte, eilte er sofort nach Rom. Mit ihm reisten einige Gefährten, sie trugen eine große Tafel mit den drei Buchstaben, umgeben von einem Strahlenkranz, so zogen sie in Rom ein. Ihnen schlossen sich immer mehr Menschen an, die das Lob des Namens Jesu sangen. Bei der Verhandlung am nächsten Tag glänzten Bernardin und Johannes Capistrano mit ihren Argumenten vor Gericht und ihre Rechtgläubigkeit stand bald außer Zweifel. Papst Martin V. ordnete eine Prozession durch die Straßen Roms an, bei der die römische Geistlichkeit eine Fahne mit dem Namenszug Jesu tragen mussten. Von da an begann man, die drei Buchstaben über Kirchenpforten und Haustüren zu setzen. Das Zeichen „IHS“ blieb mit den Namen Johannes von Capistrano untrennbar verbunden und findet sich auf vielen Darstellungen des Heiligen.

Noch vor dem Jahr 1420 hatte er mit der öffentlichen Predigttätigkeit begonnen – sie sollte fast vierzig Jahre währen - und sein Bekanntheitsgrad eilte ihm von Stadt zu Stadt voraus. Der „größte Wanderprediger des 15. Jahrhunderts“ suchte zunächst fast alle Städte Italiens auf, begab sich dann bald auch in andere Länder, er besuchte Österreich, Frankreich, Böhmen, Deutschland, Spanien, Polen, Ungarn und sogar Palästina. Er wurde zum Ratgeber für die Päpste und in ihrem Auftrag bemühte er sich um die Unterdrückung der Irrlehren. Er war Unterhändler bei Königen, sprach auf Fürstenhöfen, auf Tagungen vor weltlichen und geistlichen Führern, am liebsten aber vor dem einfachen christlichen Volk. Mit flammenden Worten geißelte er die Laster der Zeit, den Luxus, die Sittenlosigkeit, Wucher, Betrug und Spielsucht und erzielte bei ungezählten seiner Zuhörer eine tiefe Bekehrung, Reue und Umkehr. Überall auf seinen Reisen gründete er Klöster und ließ Spitäler errichten. Der Hauptgrund seiner Popularität aber war seine Heilungsgabe. Während seiner Lebenszeit wurde Italien von Seuchen und verheerenden Krankheiten heimgesucht, darüber können wir in den Totenlisten der Chroniken nachlesen. Gerade in einer solchen Zeit war die Verehrung eines Menschen, der mit dem Charisma der Heilung begnadet war, leicht erklärlich und überall auf seinen Reisen brachte man die Kranken scharenweise zu ihm. Über die tatsächlichen unzähligen Heilungen berichten uns ebenfalls die Chroniken.

Der Kaiser ruft Johannes Capistrano nach Wien

Im Auftrag des Papstes und auf Bitte von Kaiser Friedrich III. kam Capistrano im Mai 1451 in die Residenz des Kaisers nach Wiener Neustadt. In Österreich schwelten zu dieser Zeit gleich mehrere Konflikte: Man befürchtete das erneute Aufbrechen der Hussitenkriege und vom Südosten her drang der Islam unaufhaltsam gegen Europa vor. Aber auch innenpolitisch war das Land Schauplatz eines jahrzehntelangen Bruderzwistes und auch die Adelshäuser bekämpften sich gegenseitig. Ein Niedergang des sittlichen Niveaus blieb im Volk nicht aus, ebensowenig wie im Klerus. Wortgewaltig wandte sich Capistrano gegen diese Missstände und machte auch den Kaiser auf das weit verbreitete Übel des Wuchers aufmerksam. Die Kunde vom Wirken in Wiener Neustadt erreichte bald Wien: „Der Heilige ist gekommen, hieß es, der Apostel Gottes, der die Krankheiten heilt, den Weg Gottes in Wahrheit lehrt, den Mammon verachtet, die Ehre flieht und in Enthaltsamkeit lebt.“ Daraufhin bat der Stadtmagistrat von Wien um seinen Besuch und zog ihm bis weit außerhalb der Stadtmauern entgegen, ebenso die Professoren und Studenten der Wiener Universität sowie hohe Vertreter des Klerus. Der Andrang des Volkes war so groß, dass kein Platz in der Stadt die Menschenmenge fassen konnte, so beschreibt der Kanzler des Kaisers die Ankunft „des Predigers der Wahrheit“, des „Gottgesandten“. Seine erste Predigt in Wien hielt Capistrano in der Minoritenkirche gleich nach seiner Ankunft und am nächsten Tag predigte er im Stephansdom. Zehntausende Menschen, teilweise kamen sie von weither nach Wien, strömten zu seinen Predigten an verschiedenen Orten in Wien und gemäß den Aufzeichnungen in den Archiven kam es auch hier zu unzähligen Wunderheilungen. Capistrano war damals bereits 66 Jahre alt, klein, gebeugt und gebrechlich sein Körper, gezeichnet von den mannigfachen Entbehrungen, aber sein Geist war feurig wie eh und je und mit seinem außergewöhnlichen Charisma konnte er die Menschen für den Glauben begeistern und dazu bewegen, von Spielsucht und anderen Lastern zu lassen. Seine Predigten dauerten zwei, drei Stunden und wurden in lateinischer Sprache gehalten, ein Dolmetsch übersetzte ins Deutsche. Nach seinen Predigten in Wien entschlossen sich fünfzig Studenten der Universität Wien, das weltliche Leben aufzugeben und in den Franziskanerorden einzutreten. Nach fast zweimonatigem Aufenthalt in Wien zog Johannes Capistrano weiter nach Mähren und in viele Städte in Deutschland. Im Jahr 1452 dürfte er sich kurzfristig erneut in Wien aufgehalten haben.

Das Bollwerk des christlichen Europas ist gefallen

Am 29. Mai 1453 war Konstantinopel, das Bollwerk der christlichen Kultur gegen die Osmanen, gefallen. Dieses Ereignis erschütterte ganz Europa und obwohl der Papst angesichts der großen Gefahr zu einer gemeinsamen Aktion der europäischen Fürsten aufrief, kam diese nicht zustande. Zu einem geplanten Reichstag in Wiener Neustadt im Frühling des Jahres 1455 reiste Capistran schon Monate zuvor an und gründete auf seinem Weg jeweils ein Kloster in St. Pölten und in Langenlois. Aber auch auf diesem Reichstag in Wiener Neustadt konnte keine Einigung unter den Herrscherhäusern erzielt werden, die Fürsten Europas blickten dem herannahenden Unheil mutlos und verschreckt entgegen. Dieses Verhalten ermunterte den osmanischen Sultan Mohammed II. umso mehr und mit mindestens 160.000 Mann zog er im Juni 1456 gegen Belgrad und belagerte die Stadt. Der ungarische König Ladislaus, ein Knabe von 16 Jahren floh vor Schrecken nach Österreich, als ihn diese Kunde ereilte. Auch der Kaiser Friedrich III. blieb untätig. Menschlich betrachtet musste die Sache der Christenheit als verloren betrachtet werden.

Die Stunde des Johannes Capistrano schlägt

Der hochbetagte Papst Kalixtus III. war entschlossen, den Osmanen entgegenzutreten. Am Fest der Apostelfürsten, dem 29. Juni 1456, ermahnte er alle Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte der Christenheit, durch Gebet, Fasten und Buße „zum Herrn zurückzukehren, damit dieser sich wieder zu uns wende“, sie sollten die Gläubigen zu besseren Sitten ermahnen. Bittprozessionen zur Abwendung der Türkengefahr sollten abgehalten werden, täglich sollte in allen Kirchen nachmittags die Glocken („Türkenglocke“) geläutet werden. Diese übernatürlichen Mittel sollten durch natürliche unterstützt werden: Der Papst ernannte Kardinal Johannes Carvajal als Legaten und befahl ihm, Capistran als Ratgeber und Mitarbeiter zu nehmen. Der Legat traf Capistran in Ungarn und übergab ihm ein vom Papst gesegnetes Kreuz. Capistran reiste von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, um die Menschen zur Verteidigung Europas, zum „Kreuzzug“ zu ermuntern. Besonders in Wien und Niederösterreich schlossen sich ihm viele an, auch die Studenten der Wiener Universität waren zum Kampf entschlossen. Bald schon hatte Capistran eine Armee von 40.000 Mann – keine Soldaten, aber Bürger und Bauern, Studenten, Mönche und Eremiten -  die völlig unzulänglich mit Hacken, Spießen und Dreschflegeln bewaffnet, dem Landesverweser Ungarns, Johannes Hunyadi, unterstellt wurden. Dieser verfügte über eine hohe Feldherrnkunst und viel Erfahrung, was die mangelnde Ausrüstung der Krieger natürlich nur zum Teil aufwiegen konnte. Man beschloss, den Entsatz der belagerten Stadt Belgrad auf dem Wasserweg zu bewerkstelligen. In der Stadt herrschten Hunger und Pest, die Bewohner hatten alle Hoffnung aufgegeben. Am 14. Juli 1456 begann der Kampf frühmorgens. Capistran eilte am Donauufer entlang, zeigte den Kämpfern das Kreuz, das ihm der Papst geschickt hatte und rief ihnen den Namen Jesus zu. Das ermutigte die Kämpfer zur äußersten Anstrengung und es gelang ihnen, in die von der Landseite bedrängte Stadt zu kommen, wo sie jubelnd empfangen wurden.

Am Abend des 21. Juli aber begann der Angriff der Türken auf die Stadt und selbst Hunyadi befielen große Zweifel angesichts der Übermacht und der Bewaffnung des Gegners. Eine ganze Nacht und bis in den nächsten Tag hinein wurde mit äußerster Anstrengung gerungen, selbst Frauen beteiligten sich am Kampf. Capistrano rief von einem Turm aus Aufmunterungen und Weisungen in das Getümmel und flehte den Himmel um den Sieg an. Und seine Gebete wurden erhört! Die türkische Armee trat schließlich nach hohen Verlusten den Rückzug an, Belgrad und das christliche Abendland waren gerettet. Das Volk sah Capistran als alleinigen Sieger in der Abwehr des Türkensturmes. Dankprozessionen wurden abgehalten und Europa atmete auf. Zu diesem Zeitpunkt hätten es die europäischen Fürsten in der Hand gehabt, die osmanische Bedrohung ein für alle mal zu beenden, aber genauso wie sie vor diesem Kampf uneins waren, waren sie es auch danach und so kam es in der weiteren Folge immer wieder erneut zu Angriffen seitens der Osmanen bis hin zur entscheidenden Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683.

Der Tod des Heiligen

Der eine der beiden Helden dieses Kampfes, Johannes Hunyadi, starb nur wenige Tage später an einer Seuche in den Armen Capistrans. Dieser, nun schon ein Greis von 70 Jahen und durch die Anstrengungen des Kampfes sehr geschwächt, zog weiter nach Illock bei Peterwardein an der bosnischen Grenze, wo er nur zwei Monate nach Hunyadis Tod, am 23. Oktober 1456 in einem von ihm gegründeten Kloster sein Leben in die Hände Gottes legte, einige Tage zuvor hatte er nach den Sterbesakramenten verlangt. Er wurde am Ort begraben, aber später während der Wiedereroberung Illocks durch die Türken wurde sein Leichnam verschleppt und niemand weiß, wo die sterblichen Überreste dieses außergewöhnlichen Menschen ruhen, von dessen Leben hier nur der kurze Abschnitt, der sich auf österreichischem Boden vollzog, näher wiedergegeben werden kann.

Johannes von Capistrano erhielt von Papst Alexander VIII. anlässlich seiner Heiligsprechung am 16. Oktober 1690 den Ehrentitel „Apostel Europas“, er wurde als Retter des christlichen Abendlandes gefeiert. Trotz seiner rastlosen Tätigkeit als Wanderprediger gilt er auch als Gelehrter, wobei man sich fragen muss, wie er – angesichts seiner unzähligen Reisen und seiner Predigttätigkeit - die Zeit finden konnte für das Bücherstudium. Stets fand sich auf seinen Reisen eine kleine Bibliothek in seinem sonst so schlichten Gepäck. Die Bildung war ihm ein wichtiges Anliegen und er wollte alle Mitbrüder überzeugen von deren Notwendigkeit. So schreibt er: „Wird die Wissenschaft nicht zu den Gaben des Heiligen Geistes gezählt? Oh Unwissenheit, du törichte und blinde Mutter aller Irrtümer, wer hat dich verblendet. Wie kann einer wissen, wenn er nicht lernt? Wie kann er lernen ohne Lehrer? Oh, dies dumme und faule Gerede der Ignoranten! Ein Feind der Natur ist, wer das Wissen verschmäht. Das Verlangen nach Wissen liegt in der Natur des Menschen. Wer also die Wissenschaft verachtet, sündigt wider die menschliche Natur. Die Gaben des Heiligen Geistes vernachlässigen, heißt Ihn zu schmähen.“

Der Wächter am Stephansdom

Der Festtag des hl. Johannes Capistrano ist der 23. Oktober. An der Außenfassade des Stephansdomes in Wien findet sich an der Nordostseite eine überlebensgroße Statue des Heiligen, die seit fast drei Jahrhunderten auf die vielen Menschen blickt, die täglich an ihr vorbei eilen. Betrachtet man diese Statue, drängt sich der Gedanke auf, was wohl der Heilige uns Menschen des 21. Jahrhunderts in seiner Predigt sagen würde, uns, vor deren Augen das Zerstörungswerk an der katholischen Kirche mit rasender Geschwindigkeit voranschreitet, ebenso wie die Zersetzung der Gesellschaft, welcher mit dem Glauben auch jeglicher Halt und jegliche Orientierung im Leben genommen wurde? Einer Bevölkerung, die die christlichen Tugenden nicht mehr kennt, die Gottes Gebote missachtet, der das Wichtigste und Schönste in ihrem Leben, nämlich der Glaube, genommen wurde? Was würde er, der Sieger über die Osmanen, uns sagen angesichts der Tatsache, dass die katholische Bevölkerung in dieser Stadt immer mehr abnimmt, während die muslimische beständig wächst? Welche Worte würde er wohl finden, um unsere neuheidnische Gesellschaft wieder zum wahren katholischen Glauben zu führen? Johannes von Capistrano hat sich in seinen Predigten kein Blatt vor dem Mund genommen, er fand das rechte Wort zur rechten Zeit und wenn es auch hart in den Ohren der Menschen geklungen hat, war es doch heilsam für sie. Heiliger Johannes von Capistrano, du kennst unsere Heimat, du kennst uns Österreicher, bitte für uns und unser Land!

 

 

Quellen:

Karl Hold: Austria Sancta – Die Heiligen und Seligen Niederösterreichs

Konrad Kirch und Adolf Rodewyk: Helden des Christentums

Johannes Hofer: Johannes Kapistran – Im Kampf um die Reform der Kirche

Erna und Hans Melchers: Das große Buch der Heiligen