FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Der kleine Toni: „Ich möchte den lieben Heiland empfangen!“

13. Juni, 2018

Pius X. war der Meinung, daß es heilige Kinder geben werde, wenn man die Bestimmungen seines Dekretes umsetzen, und den Kindern im rechten Alter die Hl. Kommunion reichen werde. Ein Beispiel dafür, daß er recht hatte, ist das Leben des kleinen Antonio, kurz Toni genannt, dessen Liebe zur Hl. Eucharistie wirklich erstaunlich ist.

„Ich möchte den lieben Heiland empfangen!“

Kaum fünf Jahre alt, trat Toni eines Tages unvermittelt an seine Mutter heran mit der Bitte, ihn doch zur ersten heiligen Kommunion gehen zu lassen.

„Kind, du bist noch zu jung“, beschied sie ihn. „Vor dem siebten Jahre kannst du unmöglich gehen.“

„Aber, Mama, ich weiß doch den ganzen Katechismus auswendig! So lange warten, ist ja schrecklich!“

Es half nichts. Er mußte warten. Doch oft und oft seufzte er: „Es tut mir doch so leid, daß ich den lieben Heiland nicht empfangen kann! Ich habe doch ein so großes Verlangen!“

Es mag uns unglaublich scheinen, eine solche Herzensverfassung bei einem Kinde von fünf Jahren zu finden. Wir müssen jedoch bedenken: Toni war Spanier, er war ein frühreifer Knabe und vor allem ein Kind der Gnade! Sobald er zum Gebrauch der Vernunft gelangt war, hatte man ihrn einen Bilderkatechismus geschenkt. Der war fortan sein Lieblingsbuch. Immer wieder blätterte er darin, ließ sich die Bilder erklären, dachte über das Gehörte nach und gelangte so schon in diesen jungen Jahren zu einem wirklich großen Wissen in religiösen Dingen. Es war daher keine Übertreibung, wenn er meinte, er wisse den ganzen Katechismus auswendig.

Die Eltern hätten deswegen den Kleinen ruhig zur heiligen Kommunion gehen lassen können. Doch sie glaubten nun einmal, sie müßten sich an den üblichen Brauch halten. Und sie ließen sich darin auch nicht wankend machen, obwohl Toni immer wieder auf seine Bitte zurückkam.

So, wenn, er sah, wie seine Eltern zur Kirche gingen, um die heilige Kommunion zu empfangen. „Wie seid ihr doch glücklich,“ klagte er, „daß ihr den lieben Heiland bei euch aufnehmen könnt, - und ich darf nicht mit!“

Oder wenn sie zurückkehrten vom Gottesdienst. Dann konnte er sich ihnen wohl in die Arme werfen und seinen Mund auf ihre Lippen drücken, die die heilige Hostie berührt hatten. „Wie glücklich seid ihr doch, daß Jesus in euer Herz kam“, flüsterte er dabei. „Und ich soll noch so lange warten! Ach, warum kann ich nicht jetzt auch schon gehen!“

Quelle: DER KLEINE TONI, Antoninho Martinez de la Pedraja, Ein Junge, der Jesus liebhatte, P. Heinrich Strake SVD, Missionsdruckerei Steyl, 1940