Der kleine Toni: Heilige Ungeduld

16 Juli, 2018
Quelle: Distrikt Österreich

Pius X. war der Meinung, daß es heilige Kinder geben werde, wenn man die Bestimmungen seines Dekretes umsetzen, und den Kindern im rechten Alter die Hl. Kommunion reichen werde. Ein Beispiel dafür, daß er recht hatte, ist das Leben des kleinen Antonio, kurz Toni genannt, dessen Liebe zur Hl. Eucharistie wirklich erstaunlich ist.

Bezeichnend für die Größe der Liebe dieses kleinen Engels zum Heiland im Sakrament ist auch noch folgendes:

Wenn Toni, kurz nach seiner Erstkommunion, morgens bei der heiligen Messe merkte, daß der Augenblick der Kommunion herannahte, stand er plötzlich auf und eilte in schnellen Schritten nach vorn. Mutter und Großmutter, die neben ihm knieten, hielten ihn schließlich zurück und verlangten, er solle warten und sich ruhig vorbereiten. Das tat er dann auch; aber sobald der Priester mit dem Ziborium vom Altar herabstieg, flüsterte er: „Komm doch, Mama! Ach, ich hab' doch ein so großes Verlangen, zum lieben Heiland zu kommen!“

Frau Marina teilte alles das bei der nächsten Gelegenheit dem P. Janez, Tonis Beichtvater, mit. Und dieser versprach, mit dem jungen reden zu wollen.

Es vergingen einige Tage, da sagte eines Morgens Toni auf dem Wege zur Kirche: „Von heute ab werde ich immer an letzter Stelle kommunizieren.“

„Was soll denn das wieder heißen?“ tadelte ihn seine Mutter. „Warum mußt du jetzt auf einmal ins Gegenteil verfallen?“

„Ja, Mama, ich glaube, es war Stolz, daß ich immer der erste beim lieben Heiland sein wollte. So will ich jetzt der letzte sein.“

Die Mutter schwieg. Sie schloß aus Tonis Worten, daß sein Beichtvater die Hand im Spiele hatte.

Quelle: DER KLEINE TONI, Antoninho Martinez de la Pedraja, Ein Junge, der Jesus liebhatte, P. Heinrich Strake SVD, Missionsdruckerei Steyl, 1940