Der Krieg in der Ukraine offenbart Schrecken der Leihmutterschaft

10. Mai 2022
Quelle: fsspx.news

Beim Geschäft mit den Leihmüttern geht es um viel Geld und Emotionen – aber nicht um die Frauen, die ihren Körper hergeben, um Babys auszutragen. Das zeigt der Ukraine-Krieg ebenso deutlich wie erschreckend.

Eine Tragödie kann eine andere verdecken. Während die Kameras auf der ganzen Welt auf den menschlichen und materiellen Schaden gerichtet sind, den der Krieg in der Ukraine verursacht, spielt sich im Stillen eine andere Tragödie ab: die der Leihmütter.

Die Ukraine ist eines der wenigen Länder, in denen Leihmutterschaft für ausländische Paare legal ist. Seitdem es in Thailand und Indien für Ausländer nicht mehr möglich ist, Leihmutterschaften zu kaufen, ist die Ukraine das bevorzugte Ziel für diese Praxis geworden. Ungenauen Schätzungen zufolge sollen in der Ukraine jährlich zwischen 2.000 und 4.000 Babys auf diese Art zur Welt kommen. Dabei belaufen sich die Kosten auf 40.000 bis 60.000 Euro – je nach Leistungsumfang, der bis zur Wahl des Geschlechts des Kindes reichen kann. Doch damit die ukrainischen Behörden die Abstammung anerkennen, müssen die Antragsteller unbedingt vor Ort sein. Und genau an diesem Punkt versagt die Höllenmaschine im Moment.

Durch den Krieg können ausländische Staatsbürger nicht mehr ohne weiteres in die Ukraine einreisen. „Eltern“, die eine Leihmutter in Anspruch genommen haben, können folglich ihre Neugeborenen nicht mehr in Empfang nehmen und die benötigten Personenstandsurkunden zur Anerkennung der Abstammung erhalten.

Während Kunden von ukrainischen Leihmutterschaftsagenturen auf die Erfüllung der Verträge pochen, haben letztere nicht vor auf die entsprechenden Honorare zu verzichten. Bei diesem Interessenkonflikt sind die Leihmütter und ihre Kinder die ersten Opfer: denn sie müssen zwangsläufig bis zum Ende der Schwangerschaft auf ukrainischem Gebiet bleiben.

Mittlerweile häufen sich die Nachrichten von Frauen, die kurz nach der Geburt unter den Bomben ausgesetzt und deren Neugeborene ihnen vom medizinischen Personal entrissen werden, um sie in den Westen des Landes in Sicherheit zu bringen, wo die zukünftigen "Eltern" sie besuchen können. So konzentriert sich BioTexCom, eine bekannte Leihmutterschaftsagentur in der Ukraine, hauptsächlich auf die Sicherheit der Babys. Die Mütter, die sie neun Monate ausgetragen haben, spielen dabei keine Rolle.

Der ukrainische Konflikt veranschaulicht somit auf klare und unerwartete Weise die schwerwiegenden ethischen Folgen der Leihmutterschaft, die von den Verfechtern des Lebens und der natürlichen Moral bereits weithin angeprangert wurden: Kommerzialisierung des Babys, Objektivierung der Frau, Menschenhandel und Verstoß gegen die Menschenwürde der Leihmutter und des Kindes.

Das Kind wird in einem Alter extremer Verletzlichkeit, in dem es völlig von anderen abhängig ist, ohne einen Elternteil geboren. Die Leihmutterschaft hat auch psychologische Folgen für das Kind und die Leihmutter.

Studien zeigen - und das ist offensichtlich -, dass eine Mutter und ihr Kind während der Schwangerschaft eine innige Bindung eingehen. Bei einer Leihmutterschaft erleben das Kind und die Mutter, die es neun Monate lang ausgetragen hat, das Trauma der Trennung und des Verlassens. Der Krieg verschlimmert dieses Leiden nur noch.