Die Taufe eines Tanzsaals! - Kirchenkonsekration in Pstruží (CZ)

18. September 2020
Quelle: Distrikt Österreich
Bischof Bernard Fellay besprengt die Innenmauern der Kirche mit Greogrianischem Wasser

Es kommt nicht jeden Tag, ja nicht einmal jedes Jahr vor, dass man zu einer Kirchenkonsekration geladen wird. Gerade in einer Zeit, wo die Kirchen leerer und in Altenheime oder sogar Moscheen umgebaut werden, erachten wir es als eine große Gnade, in der FSSPX eine neue Kirche konsekrieren zu können. Konkret haben die Katholiken in Nordmähren dieses Glück. In Pstruží (Nahe am Dreiländereck Tschechien, Polen, Slowakei; 35 km südlich von Ostrau) hat vor wenigen Jahren unser Dekan von Tschechien, P. Tomáš Stritzko, ein Grundstück gekauft mit der Absicht, eine Kirche zu bauen und in weiterer Zukunft ein Priorat zu errichten. Da es einigen Gegnern gelungen ist, den Neubau einer Kirche zu verhindern, wurden wir gezwungen, ein Gasthaus zu kaufen, um dort den Tanzsaal des Gasthauses in eine Kirche zu verwandeln.

Weihbischof Fellay reist für die Kirchenkonsekration an. Am Vorabend, Freitag, 11. September, weiht Seine Exzellenz das gregorianische Wasser. Es ist ein Weihwasser, dass ausschließlich für die Kirchenkonsekration vom Bischof selbst geweiht wird. Neben dem Salz werden auch noch Wein und Asche beigefügt. Die Symbolik ist sehr tief: Das Weihwasser symbolisiert Christus. Durch das Salz wird die Gottheit ausgedrückt, denn das Salz ist ein Zeichen der Unversehrtheit, der Beständigkeit. Der Wein ist ein Ausdruck der Stärke und Freude und die Asche bedeutet die Leidensfähigkeit, die Sterblichkeit.

Als nächstes werden die Reliquien der Märtyrer versiegelt. Denn, um einen Altar konsekrieren zu können, müssen im Altar mindestens zwei Reliquien von Märtyrern eingemauert werden. Bischof Fellay erklärt in einfachen Worten den tiefen Sinn dieser Vorschrift der Kirche, die über 1700 Jahre alt ist: Der Altar ist Christus, auf dem und durch den das Opfer dargebracht wird. Am Kreuz hing Christus allein, aber am Altar der Kirche ist er nicht mehr allein. Es ist das Opfer der Kirche: Die Märtyrer haben sich durch ihren eigenen Tod für Christus am stärksten, am realsten mit Christus am Kreuz vereint. Dies ist auch das Vorbild für uns: sich mit Christus und den Heiligen hinopfern durch die Annahme des Kreuzes, welches Gott für uns ausgewählt hat.

Für die neue Kirche sind auch drei Altäre vorgesehen. Der Hauptalter ist der heiligen Barbara und allen heiligen Jungfrauen und Märtyrerinnen geweiht. Die beiden Seitenaltäre tragen den Titel des hl. Johannes des Täufers und der hl. Maria Magdalena. Der versammelte Klerus - es sind neben dem Distriktoberen unter anderem alle vier österreichischen und die drei tschechischen Seminaristen anwesend - beobachtet mit neugierigen Augen den Bischof bei der Versiegelung der drei Reliquiare.

Der ehrwürdige Ritus der katholischen Kirche, der über die Jahrhunderte hinweg organisch gewachsen ist, sieht dann die gemeinsame Rezitation der Matutin vor. Das nächtliche Stundengebet stimmt die Anwesenden geistig auf den hohen Tag ein. Der Aufenthaltsort des Bischofs und des Klerus ist in erster Linie die Kirche, das Chorgestühl, wo man die göttliche Liturgie feiert. Durch diese Handlung wird Gottes wohlwollendes Auge auf die Erde gelenkt und macht Gott geneigt seine Gnaden über die Kirche ausfließen zu lassen.

Am nächsten Morgen harren alle – der Klerus und etwa 100 Gläubige – dem einmaligen Ereignis. Um 10 Uhr beginnt die vierstündige Zeremonie. Es beginnt sozusagen die Taufe eines heidnischen Gebäudes. Der Bischof öffnet den Himmel durch die Besprengung des Gebäudes mit Weihwasser, der Konsekration durch Chrisam, der Beweihräucherung und natürlich der begleitenden Gebete. Er zieht Gottvater, Gott Sohn und den Heiligen Geist auf die Erde herab. Das Gebäude wird verwandelt in Christus, in einen heiligen Ort! Das unsichtbare, geheimnisvolle wird sichtbar gemacht durch die Handlung und die Gebete. Der profane Raum wird umgewandelt in ein göttliches Gebäude, in eine Vorhalle des himmlischen Jerusalem. Der Tag der Kirchenkonsekration ist also ein Tag des Glaubens und der Hoffnung, ein Tag übernatürlicher Freude.

Der Abschluss und Höhepunkt der Zeremonie ist das hl. Messopfer, welches in der neukonsekrierten Kirche in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit gefeiert wird: durch ein Pontifikalamt. Der Einklang von Zeremonie, Orgel und Schola, d. h. der Einklang von Handlung, Gebet und Gesang verleihen der göttlichen Liturgie eine Harmonie, wie man sie nur im ehrwürdigen, überlieferten Ritus findet.

Möge das neue Gotteshaus die Seelen der Umgebung anziehen und disponieren für die göttliche Gnade, damit sie selbst Tempel des Hl. Geistes werden und bleiben!

Quelle: Pater Markus Buchmaier

 

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