In diesem Zeichen wirst du siegen!

05. September 2022
Quelle: Distrikt Österreich

Am 27. Oktober 312 n. Chr. trat in Rom, am Ufer des Tiber, ein Ereignis ein, das die Weltgeschichte so nachhaltig veränderte, wie kein anderes mehr nach ihm. Der Biograph des römischen Kaisers Konstantin, Bischof Eusebius von Caesarea, zitiert die Angaben des Kaisers: "Um die Stunde der Mittagszeit, da sich der Tag schon neigte, habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes, aus Licht gebildet, und dabei die Worte gesehen: Durch dieses Zeichen wirst du siegen! Auch das Heer, das mit dem Kaiser lagerte, sah dieses Wunder. Der Kaiser befahl den Soldaten "das am Himmel geschaute Zeichen nachzubilden und es bei seinen Kämpfen mit den Feinden als Schutzpanier zu gebrauchen." Mit diesem Zeichen zogen sie in die Schlacht am Ponte Milvio und befreiten Rom vom Tyrannen Maxentius.

Mit diesem Sieg endete die fast 300jährige Verfolgungszeit der Christen, in der Hunderttausende ihren Glauben an Jesus Christus mit ihrem Blut bezeugten. Nun begann der Siegeszug des Kreuzes. Im Jahr 313 erließ Kaiser Konstantin das "Mailänder Edikt", das den Christen volle Religionsfreiheit sicherte.

Im Sommer des Jahres 325 n. Chr. brach die Mutter des Kaisers, Helena, zu einer Reise in das Heilige Land auf. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits betagt, sie zählte 76 Jahre. Der Kaiser hatte den Wunsch geäußert, an der Stelle, an der Jesus Christus gestorben und begraben worden war, eine Kirche zu errichten. Es dürfte der dezidierte Grund der Reise der Kaiserinmutter gewesen sein, das Grab Christi zu finden und den Kirchenbau in Auftrag zu geben.

Jedoch, das alte Jerusalem existierte nicht mehr, die Römer hatten die Stadt im Jahr 70 n. Chr. nach einem Aufstand in Schutt und Asche gelegt. Den Juden wurde das Betreten der Stadt verboten. Im zweiten Jahrhundert unter Kaiser Hadrian erfolgten umfangreiche Aufschütt- und Bauarbeiten in der Stadt und über dem Areal, auf dem sich der Golgothafelsen befunden hatte, ließ der Kaiser einen Tempel zu Ehren der Göttin Aphrodite errichten.

Wie erfolgreich schließlich die Kaiserinmutter Helena auf ihrer Reise in das Heilige Land zur Auffindung des Heiligen Grabes war, berichten uns mehrere Quellen:

Ein Rechtsgelehrter aus Konstantinopel mit Namen Sokrates, schrieb um das Jahr 440 in seiner Kirchengeschichte: "Helena kam nach Jerusalem und fand die Stadt verödet... Nach der Passion hatten Christen dem Grab Christi mit großer Verehrung gehuldigt, doch jene, die das Christentum hassten, begruben die Stelle unter einem Erdhügel, auf dem sie einen Aphroditetempel errichteten und ihre Statue aufstellten, so dass sie bald in Vergessenheit geraten möge. Das gelang für lange Zeit - bis sie tatsächlich der Mutter des Kaisers bekannt wurde. Sie ließ die Statue zerschmettern, die Erde entfernen und die Stätte reinigen und sie fand drei Kreuze bei dem Grab."

Bischof Theodoret von Kyrrhos schreibt: "Als die Kaiserin den Ort, an dem der Erlöser litt, aufsuchte,  befahl sie sogleich, dass der götzenanbeterische Tempel, der dort errichtet war, zerstört und die Erde, auf der er stand, entfernt würde. Als das Grab, das so lange verborgen war, entdeckt wurde, fand man drei Kreuze, die nahe des Grabes des Herrn vergraben waren."

Mehrere christliche Historiker beschreiben dieses Ereignis, so auch Paulinus von Nola, der darüber in einem Brief an Sulpius Severus im Jahr 402 schreibt: "Selbst unsere eifrigsten Gegner können die Wahrheit dieser Tatsachen nicht in Frage stellen." Die Vorfälle seien präzise wiedergegeben worden und auch für die Nachwelt schriftlich festgehalten worden.

Wir entnehmen diesen Quellen also, dass die Kaiserinmutter nicht nur das Grab Christi wieder gefunden hatte, sondern auch "drei Kreuze". Welche Bewandtnis hat es nun mit diesen?

Wird fortgesetzt…