Distrikt-Chronik • Februar - April 2019

2019
Quelle: Distrikt Österreich

Der österreichische Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Stefan Frey, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen kurze Aufzeichnungen von seiner Arbeit und von Ereignissen im österreichischen Distrikt. Lesen Sie hier die „Distrikt-Chronik“ für die Monate Februar - April 2019.

20.–24. Februar 2019: Englischer Gesang und die Bekehrung Russlands. Fünf österreichische Schola-Sänger üben sich in Jaidhof mit Begeisterung im gregorianischen Gesang und bereiten ihrem Lehrer nicht geringe Freude. Nur weiter so! Auch und vor allem in Deutschland und Kroatien finden die Choralschulungen von Dr. Klotz guten Anklang. Mögen unsere Choralscholen einst eine ähnliche Wirkung ausstrahlen wie jene an der Hagia Sophia in Konstantinopel im Jahre 987 auf die Delegaten des russischen Zaren. Voller Begeisterung berichteten diese dem noch heidnischen Herrscher, sie hätten in der Kirche Hagia Sophia nicht gewusst, ob sie sich im Himmel oder noch auf Erden befänden. Schon als sie in die von Gold und Edelsteinen strahlende Kirche eintraten, die tausend Lichter beleuchteten, überwältigte sie der Eindruck. Und er steigerte sich noch, als die Schar der Diakone mit ihren leuchtenden Gewändern auftrat und zu singen begann, und als die Menge der Gläubigen sich beim Kyrie zu Boden warf. Vollends, als das Dreimal-Heilig aus dem Munde unsichtbarer Sänger erscholl, fühlten sie sich in alle Himmel versetzt. So majestätisch klang der cherubinische Hymnus durch die Hallen. Die Gesandten glaubten, der Gesang schwebe von oben, ihn hauchten die in der Kuppel gemalten Engelgestalten aus. „Engel selbst steigen vom Himmel“, sagten sie, „und mischen sich unter die Priester.“ Die erhabene Schönheit des liturgischen Gesangs wurde zum Schlüsselereignis für die Bekehrung des russischen Volkes.

25.2.–2.3.2019: 15 Damen verbringen fünf stille, doch sehr intensive Tage in Jaidhof bei den von den Patres Pfluger und Wilhelm gepredigten geistlichen Übungen des hl. Ignatius.

9.–11. März 2019: Rechenschaftsbericht in Menzingen. 58 Euro Flugpreis von Wien nach Basel und zurück wirken für eine Reise in die Heimat sehr verlockend. Doch nicht Heimweh ist Beweggrund für meine Reise, sondern ich werde in Menzingen zum Jahresbericht vor dem Generalrat erwartet. Dabei fallen auch einige wichtige Entscheidungen. In Prag soll das Bewilligungsverfahren für umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten eines uns geschenkten geräumigen Hauses in bester Stadtlage begonnen werden, um dort ein Priorat und eine große Kapelle einzurichten. Die erfreuliche Entwicklung unseres Apostolats im Nachbarland und die Zunahme der Priester machen eine Prioratseröffnung in wenigen Jahren nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig, da in Brünn der Platz zu eng wird. Ebenso wird ernsthaft eine Prioratseröffnung in Gyál bei Budapest erwogen, da sich das an uns von Pfr. Fugel vermachte Haus – nicht zuletzt wegen seiner günstigen geographischen Lage – als Seelsorgestützpunkt für das Wirken unserer Patres in Ungarn und Kroatien bestens eignet.

Zu meiner Freude hat schließlich der Generalobere zwei Einladungen in unseren Distrikt angenommen: im April nach Ungarn, im November nach Österreich, wo er beim Priestertreffen sprechen, die Vereins- und Stiftungs-Jahresversammlungen präsidieren und in Graz an der 10-Jahresfeier unserer Thomaskirche teilnehmen wird.

11. März 2019: Am Flughafen Wien treffe ich Sr. Maria Ignacja, eine ukrainische Oblatin der FSSPX, die fast zeitgleich aus Menzingen angereist ist. Nach 12jährigem Dienst am Distriktsitz der Schweiz in Rickenbach tritt sie nun in Jaidhof ihre neue Stelle an, wo sie die Hausgemeinschaft in den vielfältigen Arbeiten unterstützen wird. Als ausgebildete Paramentenschneiderin nimmt sie in wenigen Tagen die seit längerem geplante Nähstube im alten Büro in Betrieb und widmet sich auch mit Hingabe dem Religionsunterricht der Kinder.

15.–17. März 2019: 30 Kroaten sind zu den Einkehrtagen in Jaidhof angemeldet, die von unseren Patres Tilošanec und Grgic gepredigt werden. Ich staune über die Opferfreude unserer kroatischen Gläubigen (und Priester). Ein Pfarrer aus Südkroatien scheute die lange Reise von neun Stunden nicht, um geistlich auftanken und die Priesterbruderschaft näher kennenlernen zu können.

22.–24. März 2019: Müttereinkehrtage. Unsere 13 Mütter (mit sechs Stillkindern) sind auch heuer für diese Kurzexerzitien sehr dankbar, da ihre Mutterpflicht sie oft genug vom Besuch von „richtigen“ Exerzitien abhält. Kein geringerer als der ehrw. Pater Libermann, Begründer der Missionsgesellschaft vom Hl. Geist und der Christianisierung des afrikanischen Kontinent sowie einer der von Gott erleuchtetsten geistlichen Lehrer, war der „Ideengeber“ für die geistlichen Vorträge über das Geheimnis des Kreuzes.

29.3.–5.4.2019: P. Schulz predigt die Subdiakonatsexerzitien für unsere drei Weihekandidaten. Drei Priester nehmen zudem daran teil. P. Stritzko wird allerdings leider zu einem abrupten Abbruch gezwungen, da ihn eine akute Lungenentzündung ereilt und er ins Krankenhaus muss. P. Grgic springt für ihn in Tschechien ein, wo er in Uherski Brod die Sonntagsmesse zelebriert.

6. April 2019: Herr Dr. Bentz und seine Gemahlin sind mit ihrer ganzen Familie im Schloß Jaidhof zu Gast, wo sie ihr 50jähriges Hochzeitsjubiläum feiern. P. Hähnchen hält das Hochamt und Sr. Maria Ignacja ist für den kulinarischen Höhepunkt besorgt. Ad multos annos!

5.–7. April 2019: Besuch des Generaloberen in Ungarn. P. Pagliarani will es sich nicht nehmen lassen, die beiden wunderschönen Anwesen in Gyál b. Budapest und Farkasgyepü in der Nähe des Plattensees zu besichtigen und vor allem den großherzigen Wohltätern, Herrn Pfarrer Fugel und dem Ehepaar Kessel persönlich zu danken. Auf dem Grundstück von 7 000 m2 in Farkasgyepü stehen drei Häuser und eine kleine Kirche, die von unseren Wohltätern in 23jähriger unermüdlicher Arbeit teils renoviert, teils neugebaut wurden. Zusammen mit den zahlreichen Obstbäumen und Weinstöcken sowie einer Schafwiese bilden sie ein kleines Paradies, das – so Gott will – in absehbarer Zeit zum Zielpunkt werden wird für Exerzitien, Einkehrtage, Ferienlager u. ä. oder ganz einfach für Gäste, die sich eine Auszeit gönnen möchten. Am Sonntag hält der Generalobere in Budapest das Hochamt und erfreut sich nachmittags zusammen mit einigen Gläubigen an einem kleinen Stadtspaziergang, der über die alte Kettenbrücke hoch zum Königspalast und der phantastischen Matthiaskirche führt. Seine in Englisch gehaltene Predigt mit ungarischer Übersetzung ist als Videoclip auf unserer Distrikt­homepage abrufbar.

9. April 2019: Neue Linde im Eingang des Schlossparks gesetzt. Sie ersetzt die zur Gefahr gewordene Riesenlinde beim Parkeingang und wird von einer Lehrerin aus der Umgebung gespendet, die – wie viele andere – mit Freude die umfangreiche „Parkrenovierung“ mitverfolgt, ist doch unsere idyllische Parkanlage schon längst für zahlreiche Spaziergänger und Jogger zum Naherholungsgebiet geworden.