Distrikt-Chronik von Österreich • August - Oktober 2019

25 Oktober, 2019
Quelle: Distrikt Österreich

Der österreichische Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Stefan Frey, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen kurze Aufzeichnungen von seiner Arbeit und von Ereignissen im österreichischen Distrikt. Lesen Sie hier die „Distrikt-Chronik“ für die Monate August - Oktober 2019.

17./18. August: Offizielle Homepage der FSSPX in Ungarn. Dieses Wochenende nach Mariä Himmelfahrt verbringe ich seit Jahren zwecks Ferienaushilfe für P. Wilhelm in Budapest. Da in Ungarn das Fest des hl. Landespatrons am 20. August als Staatsfeiertag begangen wird, freue ich mich jedes Mal, mich ins Leben des hl. Königs István (Stephan) zu vertiefen, der sein Volk dank der göttlichen Gnade und seines staatsmännischen Geschicks zu einem starken, geeinten Reich für Christus, den König der Könige, gemacht und das er zudem dessen Mutter Maria geweiht hat.

In Budapest wird mir der neue offizielle Internetauftritt der FSSPX vorgestellt, der von technisch versierten Gläubigen in unserem Auftrag erstellt wurde. Ihre sehr gut gelungene Arbeit ist für uns umso wichtiger, als das Internet ein immer bedeutenderes Mittel des Apostolats geworden ist. Die Homepage ist unter sspx.hu in englischer und ungarischer Sprache abrufbar.

29. August: Erfreulicher Besuch aus Ungarn. Zwei ungarische Geistliche, mit denen wir seit geraumer Zeit in Kontakt stehen, ein Pfarrer und ein Diakon, besuchen uns in Jaidhof und eröffnen uns ihren festen Wunsch und Willen, sich in einem Jahr unserer Priesterbruderschaft anzuschließen. Weitere Priesterfreunde und Seminaristen würden sich ähnliche Überlegungen machen. Da wir in Gyál bei Budapest von Pfr. Fugel ein ideales Haus für ein künftiges Priorat geerbt haben und uns zudem ein großes Anwesen in ländlicher Region zugesprochen wurde, sind erfreuliche Aussichten für ein massives Erstarken der Tradition in diesem einst so katholischen Land gegeben. Gott segne diese Initiativen!

2. – 7. September: 14 tschechische Frauen nehmen an den von den Patres Hakl, Kucírek und Marada gepredigten ignatianischen Exerzitien in Jaidhof teil.

5. – 9. September: Besuch von P. Stehlin, des internationalen Leiters der M. I. – 100 neue Ritter in Österreich. Innsbruck, Steyr und Wien sind die Stationen der kleinen Missionsreise von P. Stehlin, wo er predigt, Vorträge hält und neue Ritter in die Militia Immaculatae der traditionellen Observanz aufnimmt. Auf dem anschließenden Priestertreffen gibt er einen beeindruckenden Überblick über die weltweite Ausbreitung dieser marianischen Bewegung des Laienapostolats. Deren erstaunliche Früchte der Bekehrungen und Heiligung scheinen ein klares Zeichen der göttlichen Vorsehung zu sein, dass dieses Werk des hl. Maximilian Kolbe ein hervorragendes zeitgemäßes Instrument der Erneuerung und Ausbreitung der Tradition darstellt, das auch erfolgreich in die Diözesen hineinstrahlt und auch vor scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten, wie die kommunistische Christenverfolgung in China, nicht kapituliert.

Zusammen mit den Aufnahmezeremonien in Lienz, Salzburg und Piesendorf, die ich selber vornehmen darf, ist die Streitschar der Unbefleckten in Österreich um ca. hundert neue Ritter verstärkt worden.

9. September: Ein kroatischer (Ex-)Seminarist trifft in Jaidhof ein, um hier ein Jahr lang Deutsch und Latein zu lernen und sich auf einen Übertritt in unser Priesterseminar in Zaitzkofen vorzubereiten. Dank unseres kroatischen Mitteilungsblatts wurde zunächst seine Mutter, dann er selbst auf das Wirken der Priesterbruderschaft in Kroatien aufmerksam, und sie begannen, unsere hl. Messen in Rijeka zu besuchen.

28. – 30. September: Sprichwörtliche ungarische Gastfreundschaft. Bei meinem jährlichen Besuch in Egyek, Miskolc und Debrecen überrascht mich erneut der ausnehmend herzliche und großzügige Empfang durch die ungarischen Gläubigen, die uns außerdem mit auserlesenen Weinen, Schnäpsen und Süßigkeiten reich beschenken.

Der feindseligen Haltung der Hierarchie zum Trotz, die uns dezidiert ablehnend gegenübersteht, freut mich das lebhafte Interesse gerade junger Priester und Gläubigen an der Tradition, in der sie das echte katholische Glaubensleben kennenlernen.

5. Oktober: Anlässlich ihres Herbstreffens nehmen die Jugendlichen der KJB an der Fachtagung des RPP-Institutes (Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie) in Wien teil und hören die Vorträge hochkarätiger Referenten wie Dr. Raphael Bonelli, Prof. Manfred Spitzer und Dr. Michael Winterhoff zum diesjährigen Thema „Weisheit und Verblödung“.

6. Oktober: Nationale Wallfahrt nach Mariazell. Es regnet ziemlich heftig, als wir um 9 Uhr in St. Sebastian ankamen, die Wetterprognosen sind nicht ermutigend. Doch Gott meint es überaus gut mit uns. Nach dem tiefgründigen Vortrag von P. Becher zum heurigen traurigen Jubiläum 50 Jahre Neue Messe in der Jufa-Halle empfängt uns im Freien heller Sonnenschein zum Mittagessen, der uns dann auch auf der Prozession nach Mariazell begleitet. Unter wehenden Fahnen ziehen die 300 Pilger in die Wallfahrtsbasilika, in Vorfreude auf das feierliche levitierte Hochamt, das wir heuer zum dritten Mal am Gnadenaltar zelebrieren dürfen, erstmals mit brausenden Orgel- und Trompetenklängen von den Patres Amselgruber und Stolz. Wir vertrauen fest darauf, dass die Magna Mater Austriae die frohen Lobgesänge und eifrigen Flehrufe huldvoll entgegennehmen und mit ihrem reichen mütterlichen Segen beantworten wird. Aufrichtiger Dank gebührt allen Helfern, insbesondere auch unseren Grazer Sängern, die auch heuer mit einer großartigen Darbietung aufwarteten.

6. – 12. Oktober: Neun neue Seminaristen, unter ihnen ein Tiroler und ein Schweiz-Kroate, machen in Jaidhof ihre von den Patres Jeindl und Wilhelm gepredigten Eintrittsexerzitien, um geistlich gut gerüstet ihre Studien im Priesterseminar Zaitzkofen beginnen zu können.

15. – 28. Oktober: Zwei Kapuzinerpatres von Morgon – ein Tscheche und ein Pole – besuchen ihre Drittordensmitglieder in Tschechien. In Prag, Brünn und Pstruží zelebrieren sie in unseren Kapellen, predigen und halten Vorträge über die traditionell kapuzinische Spiritualität und ihren Drittorden, der sich in Tschechien unter der Leitung von P. Cekavý erfreulich gut ausbreitet.