Dreifacher Drachentöter - Der hl. Georg der Neuzeit

01. November 2020
Quelle: Distrikt Österreich
hl. Georg, Pfarrkirche St. Georg, Limpach

Liebe Freunde und Wohltäter,

Vor nun genau einem halben Jahrhundert hat Erzbischof Lefebvre die Priesterbruderschaft St. Pius X. gegründet. Um die historische Bedeutung dieses „großen Mannes der Universalkirche“ [1] zu würdigen, wurde er oft als der „Athanasius des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Ich möchte einen weiteren Vergleich anführen und ihn den „Drachentöter Georg der Neuzeit“ nennen. Wie kein anderer hat er klug und heldenhaft gegen den satanischen Drachen gekämpft, wie er in der Apokalypse in seinen drei Erscheinungsformen beschrieben wird. Dort spricht der heilige Seher Johannes im 12. und 13. Kapitel von drei teuflischen Bestien, die auf der individuellen, politischen und religiösen Ebene die Menschen verführen in der Hoffnung, sie zu verderben, das Christentum auszurotten und die Kirche zu vernichten. Was für uns hoch bedeutsam ist: In Fatima bezieht die Gottesmutter das Wüten der drei Bestien auf die heutige Zeit! Der Teufel sei dabei, „die Entscheidungsschlacht gegen die Madonna zu führen“, und in ihren drei Geheimnissen gibt sie eine nähere Umschreibung der drei Bestien und deren Kriegstaktik.

Wie verführt der Teufel eigentlich die Menschen? Durch trügerische Versprechungen lockt er sie an, und durch falsche Ideologien führt er sie vom Weg der Wahrheit ab, um sie auf seine Wege des Verderbens zu bringen. Interessanterweise nennt U. L. Frau von Fatima nur eine dieser Verführungskünste: die „Irrtümer Russlands“, die sich in der ganzen Welt ausbreiten und großes Unheil stiften würden. Da diese Prophezeiung wenige Monate vor dem Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 gemacht wurde, liegt es auf der Hand, was mit den Irrtümern Russlands gemeint ist: der Marxismus in all seinen Erscheinungsformen (Maria sprach von Irrtümern in der Mehrzahl).

Die marxistische Bestie als Pseudoerlöser

In der Tat ist der Marxismus in den vergangenen hundert Jahren chamäleonartig unter verschiedensten Gestalten und Namen aufgetreten. Gleich geblieben sind immer die Grundelemente, welche die unheimlich verführerische und vernichtende Macht des Marxismus [2] ausmachen und womit er heutzutage nahezu alle Bereiche in Politik und Gesellschaft beherrscht, auch tief in die katholische Kirche hinein. Es ist sehr wichtig, die „messianische“ Grundidee zu verstehen: Der Marxismus geriert sich als sozialer Erlöser, der die unterdrückte Menschheit in ein goldenes Paradies der Gleichheit, Gerechtigkeit und des Wohlstandes zu führen vorgibt. Der Teufel trat immer schon als Nachäffer Gottes auf. Der Marxismus ist sein perfidester und perversester Gegenentwurf des Erlösungswerkes Christi. Ohne Zweifel nannte die Gottesmutter deswegen nur ihn, weil alle sozialen Häresien und Verführungskünste Satans in ihm den Gipfel teuflischer Bosheit und Zerstörungskraft erreichen. Im Schema der folgenden Seite seien einige wesentliche Grundlinien der marxistischen „Erlösung“ tabellarisch zusammengefasst und der wahren Erlösung der Menschen gegenübergestellt. 

Versteht man das tiefere Wesen des Marxismus, fällt es dem aufmerksamen Beobachter des Zeitgeschehens nicht allzu schwer, die heutigen gesellschaftspolitischen und kirchlichen Ereignisse zu durchschauen und richtig einzuordnen. Ob es sich um Coronapolitik [3], „Friday for future“, „Black-life-matters“, „Klimarettung“, „Energiewende“, „Genderismus“ oder Migration [4] handelt, all diese Phänomene werden durch die marxistischen Grundprinzipien einer Pseudoerlösung gesteuert. Statt Erlösung bringen sie indes Gewalt und Versklavung. [5]

Die Zeichen der Zeit

Unser Heiland fordert uns auf, die „Zeichen der Zeit zu deuten“. Seine Zeitgenossen rügt er, weil sie dies nicht taten und deshalb Ihn, den Heiland der Welt, nicht erkannten und später sogar verwarfen. Leider steht es mit vielen unserer heutigen Zeitgenossen nicht anders. Sie folgen blind ihren Verführern und lassen sich von ihnen zu ihrem eigenen Schaden instrumentalisieren. Die Migrations- und Coronapolitik beispielsweise wird den europäischen Ländern sicher noch schwer zu schaffen machen.

Die Mahnung Christi ernst genommen hat jedenfalls Erzbischof Lefebvre. In lichtvoller Klarheit analysierte er die Zeitgeschehnisse, brandmarkte die satanischen Irrlehren und die Gefahren, die von ihnen für Kirche und Gesellschaft ausgehen. Für ihn war klar, dass auch der innerkirchliche Modernismus kraft inhärenter Schwerkraft sich zu einem religiös verbrämten Marxismus entwickelt, was heute immer offenbarer wird. Vielleicht dachte er dabei auch an die Bestien der Apokalypse, von welchen die dritte – die religiöse Macht, „falscher Prophet“ genannt – sich ganz in den Dienst der zweiten, der politischen Machteliten, stellt und deren Ideologie teilt.

„Die Guten werden gemartert werden.“

So prophezeite die heiligste Jungfrau im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Irrtümer Russlands. Jene, die sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen, bekommen diese Prophezeiung von Fatima zu spüren. Sie werden – im weitesten Sinn – gemartert werden. Erzbischof Lefebvre und seine Bruderschaft hat dies hinlänglich erfahren und ertragen. Das gilt auch auf anderen Gebieten: Wer es heute wagt, die offizielle Coronapolitik und deren Deutungshoheit zu hinterfragen, wird gnadenlos abserviert, als „Coronaleugner“ und „Verschwörungstheoretiker“ verschrien oder gar als Umnachteter in eine psychiatrische Klinik eingeliefert [6] – obwohl mittlerweile zigtausende ausgewiesene Fachleute eine Vielzahl einschlägiger Fakten vorlegen, die eine kritische Haltung rechtfertigen. Hut ab vor diesen mutigen Zeugen! Haben auch wir den Mut, zu den „Guten“ zu zählen.

Wiedererbauer der Mauern Jerusalems

Erzbischof Lefebvre war es aber nicht genug, gegen den Drachen zu kämpfen. Es galt auch, wieder aufzubauen, was dieser niedergerissen hatte. Er sah sich verpflichtet, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um die geschundene Kirche durch missionarische Arbeit wieder zu erneuern. Beides sind wesentliche Aufgaben der heutigen Zeit. Man kann nicht aufbauen ohne gleichzeitigen Kampf gegen die Zerstörer. Insofern glich Mgr. Lefebvre den aus Babylon heimgekehrten Juden, die durch göttlichen Auftrag die zerstörte Stadt Jerusalem und den Tempel wiederaufbauten, sich gleichzeitig aber gegen anstürmende Feinde verteidigen mussten. „In der einen Hand hielten sie die Maurerkelle, in der anderen führten sie das Schwert.“ Treffend lässt sich diese bildhafte Aussage Esdras‘ auf die heutige Zeit anwenden.

Um dieser doppelten Pflicht gerecht zu werden, gründete Erzbischof Lefebvre vor 50 Jahren die Priesterbruderschaft St. Pius X. als eine Streitschar von Drachentötern, die sich zugleich als emsige Bauleute für den Wiederaufbau der Stadt Gottes erweisen sollten. Ihnen gesellt sich die stets wachsende Schar der Gläubigen hinzu, insbesondere die „Ritter der Immaculata“, die sich im Geist des hl. Maximilian Kolbe und des mit ihm seelenverwandten Erzbischof Lefebvre ganz dieser hl. Aufgabe verpflichtet fühlen. Gewiss: „Drachentöter“ und „Städteerbauer“ klingt ziemlich vollmundig. Gestehen wir demütig ein, dass die Realität hinter dem Anspruch nachhinkt. Doch trotz allen Versagens wollen wir mit Gottes Beistand unser Bestes geben, um die Ehre der Immaculata durch keinen Makel zu beflecken, unter deren Banner wir streiten dürfen. Und vergessen wir nicht: Es war weder Pater Kolbe noch Mgr. Lefebvre gegeben, die drei Bestien vollständig zu besiegen. Sie waren bloß die Vorkämpfer der in Genesis 3,15 verheißenen Schlangenzertreterin, die in den apokalyptischen Zeiten dem Drachen durch den Triumph ihres unbefleckten Herzens den Garaus machen wird.

Zu guter Letzt: Sr. Lucia von Fatima nannte den Rosenkranz und die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä die „letzten Rettungsmittel“ für die Welt. Und die Gottesmutter erklärte ausdrücklich, dass die Irrtümer Russlands erst überwunden werden, wenn der Heilige Vater Russland ihrem Herzen weiht und die Übung der Herz-Mariä-Sühnesamstage gepflegt wird. An uns liegt es, dieser Botschaft mit freudigem Eifer zu entsprechen und für den Papst zu beten!

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr Pater Stefan Frey
 

Quelle: Mitteilungsblatt • Distrikt Österreich • November 2020

[1] Papst Benedikt in der Audienz vom 30.8.2005.

[2] Wirtschaftswissenschaftler Markus Krall: „Die 7 Todsünden sind nichts anderes als die 7 Kardinaltugenden des Sozialismus“, ein „Ausfluss des Dämonischen, das auf unseren Untergang hinarbeitet“: Wollust, Neid, Gier, Trägheit, Völlerei, Zorn und Hochmut. Diese, so Krall, sind die Hauptfeinde der Freiheit, und sie werden im Sozialismus zu Kardinaltugenden erhoben, „um die Gesellschaft gewaltsam zu Grunde zu richten“. www.youtube.com/watch?v=8VzEfM1azfU&t=506s.

[3] Vgl. die sehr ausführliche Dokumentation zu Covid-19 unter: https://swprs.org/facts-about-covid-19/. - „Jetzt ist der historische Moment, nicht nur um das Virus zu bekämpfen, sondern auch um das System zu formen. Die Pandemie stellt ein Fenster der Gelegenheit dar, UNSERE WELT NEU AUFZUBAUEN. Die Welt muss gemeinsam und rasch handeln, um ALLE ASPEKTE unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften, von der Bildung bis hin zu sozialen Kontakten und Arbeitsbedingungen, UMZUGESTALTEN. JEDES Land, von den Vereinigten Staaten bis China, muss daran teilnehmen, und jede Industrie, von Öl und Gas bis hin zur Technologie, muss TRANSFORMIERT werden“ (Klaus Schwab, Stifter des Weltwirtschaftsforums Davos).

[4] Die Agenda 2021 fordert eine sozialistische Weltregierung zum Schutz des Klimas und der Umwelt, während die Agenden 2030 und 2045 die Übernahme des ganzen Planeten. Auch hierzu sehr lesenswert: I. M. Thürkauf: Die universellen Zukunftsprogramme der Neuen Weltordnung Agenda 2021 und Agenda 2030: in: Athanasius-Bote, 09-2016, Seite 11, ff. I. M. Thürkauf schreibt: „Die Neue Weltordnung ist ein Begriff, der mit Beharrlichkeit als ‚Verschwörungstheorie‘ zur Seite geschoben wird, obwohl führende Politiker immer öfter in ihren Reden Formulierungen wie ‚die eine Weltregierung‘, ‚Globalisierung‘ oder ‚global governance‘ einflechten lassen – nicht selten in Zusammenhang mit den Plänen zur Dezimierung der Macht souveräner Staaten und der Einen-Welt-Religion.“ - Weitere Literatur: Thomas Barnett: Drehbuch für den 3. Weltkrieg - Die zukünftige neue Weltordnung, 2005; Der Weg in die Weltdiktatur - Krieg und Frieden im 21. Jahrhundert. 2004.

[5] Nach die Arbeiterschaft (Proletariat) mit steigendem Wohlstand kaum mehr Interesse an einer kommunistischen Revolution zeigten, mußten die Marxisten nach neuen Trägern der Revolution suchen. (Angeblich) unterdrückte Minderheiten sollen nun die Revolution hervorbringen. Die beiden Neo-Marxisten Antonio Negri und Michael Hardt haben schon im Jahre 2000, als noch kein Mensch vom Klima oder von der Migration sprach, in ihrem Buch mit dem Tiel „Empire“ genau das gefordert: „Ein Gespenst geht um in der Welt, und sein Name ist Migration.“ (S. 224, f.)  „Als die wahren Helden der Befreiung der Dritten Welt dürfen heute die Emigranten und die Bevölkerungsströme gelten, die alte und neue Grenzen zerstört haben“ (ebd.). Darauf weist auch I. M. Thürkauf in einem sehr interessanten Artikel mit dem Titel „Eurabia“ hin, den Sie im Athanasiusboten no. 36 und 37 nachlesen können, im Internet abrufbar unter: www.athanasiusbote.de/bisherige-ausgaben/jahrgang-2018

[6] Z. B. ein Arzt in Wettingen (https://www.20min.ch/story/polizei-nimmt-corona-skeptischen-arzt-fest-53...); eine Heidelberger Anwältin (https://www.welt.de/vermischtes/article207246011/Heidelberg-Anwaeltin-Be...).