Ein neuer kroatischer Priester für die FSSPX

2018
Quelle: Distrikt Österreich
P. Kornelije Grgić

Visitationsreise vom 9. – 14. November 2018 nach Kroatien und Bosnien

P. Kornelije war bis zum 4. November Pfarrer im Erzbistum Zagreb. An diesem Sonntag nahm er Abschied von seinen Pfarrkindern, um sich fortan unserer Priesterbruderschaft anzuschließen. Bei den Gottesdiensten in Rijeka, Zagreb und Split am darauf folgenden Wochenende habe ich die Ehre, ihn unseren Gläubigen vorzustellen, die ihn mit lebhafter Freude und Applaus empfangen. Er wird nun seinen Wohnsitz in Jaidhof aufschlagen, Deutsch lernen, seine theologischen Studien ergänzen, bereits aber einmal im Monat für neun Tage mit zwei Wochenenden P. Tilošanec im kroatischen Apostolat unterstützen. Deo gratias!

Sehr schnell widerfährt P. Kornelije allerdings das Schicksal aller traditionstreuen Priester, da die Rache der Amtskirche nicht ausbleibt. In aller Form und mit allen verfügbaren Strafmaßnahmen wird er vom bischöflichen Ordinariat Zagreb öffentlich verurteilt, wobei der Kardinal-Erzbischof ergänzend meint, ein kurz zuvor abgefallener Priester, der geheiratet hat, sei weniger schlimm als der „abtrünnige“ Pfr. Kornelije! – „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen und euch lügnerisch alles Böse nachreden!“ (Mt 5,11)

Meine sechstägige Visitationsreise nach Kroatien führt mich erstmals auch nach Bosnien. Wir besuchen den Guardian (Oberen) eines Franziskanerklosters in der Herzegowina, dem die seelsorgliche Betreuung eines großen St.-Katharina-Heiligtums obliegt. Er empfängt uns mit ausgesprochener Herzlichkeit, freut sich über den Austausch mit „Tradi-Priestern“, da er selbst in der Tradition der Kirche die Lösung der heutigen Krise erblickt. Als Hobby-Winzermeister schenkt er uns eine ganze Kiste voll edler Weine und selbstgebrannter Schnäpse, die an Qualität nichts zu wünschen übrig lassen. Auch dies gehört zur Tradition bosnischer Kroaten. Wir dürfen ihre großherzige Gastfreundschaft am gleichen Tag nochmals erfahren, als wir auf der Weiterreise in einem kroatischen Restaurant zum Abendessen einkehren, wo wir vier Schwarzröcke sehr höflich empfangen werden und der Chef des Hauses uns ein Getränk anbietet. Als etwas später der Stadtpfarrer eintritt, lässt uns die Serviertochter wissen, dass er unsere Rechnung übernehme. Darüber hinaus spendiert nun auch er uns eine Runde. Wir versäumen es natürlich nicht, uns herzlich zu bedanken und mit dem Pfarrer noch eine Weile zu plaudern.

Überhaupt ist uns der Kontakt mit Priestern sehr wichtig. Wir treffen uns mit insgesamt sieben Priestern, bis auf eine Ausnahme alle amtierende Pfarrer, die teils mit uns bereits freundschaftlich verbunden sind oder zum ersten Mal mit uns in Kontakt treten. Ein Pfarrer an der Grenze zu Bosnien lädt uns zum Essen im gegenüberliegenden Städtchen im serbischen Teil Bosniens ein, das die Heimat seines Vaters war und früher je zur Hälfte aus orthodoxen und katholischen Christen sowie einigen Muslimen bestand. Heute sind es nur noch sechzig Katholiken. Der Großteil der katholischen Bevölkerung wurde im letzten Krieg entweder vertrieben oder ermordet, (nachdem sie schon zuvor unter der kommunistischen Tyrannei so schwer zu leiden hatte).

Möge das Blut der zahlreichen Märtyrer des Balkans Same sein für eine neue blühende Christenheit!