Ein unerwartetes Ergebnis der Synode über die Synodalität

27. Mai 2022
Quelle: fsspx.news
Cathédrale Saint-Pierre de Vannes

Aktuell wird in den Diözesen gerade die Synode über die Synodalität vorbereitet. Es gibt jedoch gute Nachrichten: Der Zuspruch ist nicht gerade groß. Eine französische Diözese veröffentlichte die Ergebnisse einer Konsultation der Gläubigen.

Die Diözese Vannes in der Bretagne (Frankreich) hat nach Abschluss der diözesanen Phase der Bischofssynode ihren Bericht veröffentlicht. Er macht deutlich, dass es eine Generationenkluft gibt: die Jugendlichen wollen eine bessere Liturgie und mehr doktrinäre Klarheit. Darüber hinaus gibt es eine verlorene Generation: die 40- bis 60-Jährigen nehmen gar nicht erst am Prozess teil.

Der Bericht stellt daher fest, „dass es in unserer Diözese eine starke Generationskluft gibt. Wir haben in den Antworten auf die vorbereitenden Synthesen einen Stolperstein identifiziert: Die Erwartungen der verschiedenen Generationen sind nicht dieselben. Die älteren Generationen neigen dazu, die Kirche, ihre Riten, ihre Heiligkeit, ihr Priestertum oder ihre klerikale Kleidung zu kritisieren, während die jüngeren Generationen mehr Transzendenz, doktrinäre Klarheit und Sichtbarkeit des Klerus fordern. Unter anderen Beispielen haben wir die Liturgie, wo die Rentner glauben, sie könnten junge Leute anziehen, indem sie das Heilige oder die lateinische Sprache ausschließen, während uns junge Gymnasiasten von ihrem Wunsch berichteten, zwischen der lateinischen und der französischen Messe wählen zu können."

Auf der Grundlage dieses Berichts stellen zudem die zwischen 1962 und 1982 Geborenen eine verlorene Generation dar: die Konzilsjahrgänge, die die Krise des „Dritten Weltkriegs“, wie Erzbischof Marcel Lefebvre das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnete, mit voller Wucht zu spüren bekommen hat.

Die vor 1962 Geborenen, die am Konzil teilgenommen und es miterlebt haben, stehen der Kirche am kritischsten gegenüber und sind bereit, das Heilige und die Doktrin ohne weitere Bedenken abzuschaffen. Ob es den Berichterstattern nun gefällt oder nicht, es handelt sich nicht mehr um eine verlorene Generation, sondern um eine geopferte Generation.

Die Jüngeren, die unter dieser Situation leiden und sich nach einem authentischeren christlichen Leben sehnen, stellen hoffentlich die Anfänge einer Rückkehr zum wahren Glauben und zum Heiligen dar, das den Durst des Menschen stillen kann. 

Auch eine andere Feststellung ist laut dem Text des Berichts ermutigend: „Der Gebrauch klerikaler Kleidung oder die Stellung der Frau scheinen für unsere älteren Teilnehmer wichtige Fragen zu sein.  Den Antworten der jüngeren Teilnehmer – Kinder, Studenten, Arbeiter – ist zu entnehmen, dass sie sich darum nicht kümmern. 

„Frauen sind in der Kirche sehr präsent: Sakristaninnen, liturgische “Animateure”, Katechetinnen, Chorsängerinnen, Organistinnen... ‚Wir leiden in der Kirche darunter, dass all diese Frauen erdrückt werden‘, schrieb eine Teilnehmerin. Die Älteren, von denen viele an der Synode teilnahmen, denken über die Kirche der Zukunft für die Jugend nach, ohne ihre Bedürfnisse und Erwartungen vollständig wahrzunehmen. 

„Diese anachronistische Situation ist besorgniserregend. Leider mischen sich in unseren syondalen Versammlungen Jung und Alt nur schwer und tauschen daher ihre Ansichten nicht aus, wahrscheinlich weil das Fehlen einer Generation unter ihnen spürbar ist (die 40- bis 60-Jährigen sind selten oder gar nicht anwesend).“

Das zeigt, dass diese verlorene Generation der 40-60jährigen so sehr vom Einfluss der Welt durchdrungen ist, dass sie die geistliche Realität Kirche nur durch ein verzerrtes Prisma betrachten kann.

Schließlich räumt der Bericht ein, dass die Kirche in der Diözese „zum Eigentum der älteren Generation geworden ist“, die „Angst haben, von jüngeren Neuankömmlingen verdrängt zu werden“, insbesondere von jungen Familien.

 Die Konzils-Generation hütet eifersüchtig ihren Einfluss, um eine Veränderung zum Guten, die von der heranwachsenden Generation gewünscht wird, dauerhaft zu verhindern.