Gottesdienstordnung • Kapelle St. Hemma v. Gurk • Juni - Juli 2020

13. Mai 2020
Quelle: Distrikt Österreich
Ausschnitt einer Darstellung der hl. Hemma, Gurk - 17. Jahrhundert

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kapelle St. Hemma v. Gurk / Klagenfurt, von Pater Johannes Regele.

Liebe Gläubige!

Einst trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, den Aposteln Johannes und Jakobus, zum Herrn, und fiel vor Ihm flehend nieder. Der Herr sprach zu ihr „Was willst du?“ (vgl. Mt 20,21 ff) Sie antwortete Ihm: Sprich, dass diese zwei Söhne in Deinem Reiche, einer zu Deiner Rechten, und der der andere zu Deiner Linken sitzen werde.“ Jesus aber antwortete und sprach: „Ihr wisset nicht, um was ihr bittet.“

„Quid vis? - Was willst Du?“ frägt der Herr. Die Mutter will das höchste für ihre Söhne. Auf mittelbare Weise aber bestätigte sie die Standeswahl ihrer Söhne in der Nachfolge Christi! Die vergangenen Wochen der Corona-Pandemie haben uns ein wenig klarer sehen lassen, wie zerbrechlich alles Irdische ist, wie schnell man uns alles wegnehmen kann, direkt oder indirekt, durch welche Gewalten auch immer. Irdisches Gut, Irdische Ehre, aber auch die irdische Bequemlichkeit, ein so genanntes „schönes“ Leben, sind nicht viel wert vor dem lieben Gott! Was zählt, ist unser Streben nach Heiligkeit, unsere innige Annahme des Willens Gottes, wie auch immer er sich uns zeigen mag. Diese Tage brachten für uns Priester, trotz des schwieriger gewordenen Lebens, sehr viele Freuden. Die Qualität der Vorbereitung auf die Sakramente hat bei vielen Gläubigen wesentlich zugenommen. Die Sehnsucht nach der Heiligen Messe ist bei allen sehr groß. Es gab eine nicht geringe Zahl von Bekehrungen, Menschen, die vor Jahrzehnen der Kirche den Rücken gekehrt haben, nicht mehr die Sakramente empfangen haben, klopften an unsere Türen! Deo gratias! Alle mussten doch auch gute Opfer bringen, sich in der Tugend üben. Es wäre wichtig, dass wir alle in diesem guten geistlichen Schwung verbleiben, dankbar und eifrig dem Heiland dienen! Wir wollen nicht irgendwelche Spezialplätze, weder in der Kirche auf Erden, noch im Himmel, wie die Mutter der beiden Apostel, aber das eine notwendige schon! Heiligkeit! Und die ist nichts unerreichbares, auch für uns ist sie mit dem lieben Gott erreichbar. Mögen uns die zahlreichen großen und kleineren Heiligen, der hl. Johannes der Täufer, die Apostelfürsten Petrus und Paulus, die hl. Hemma, die hll. Hermagor und Fortunatus etc., die wir in diesen Sommermonaten in der heiligen Liturgie gerade auch in unserer Heimat besonders feiern, uns Vorbild und Ansporn sein.

Der Monat Juni ist der Herz Jesu Monat. Die Tatsache, dass unser Heiland Sein HERZ für uns dahingegeben hat und es geheimnisvoll immer noch tut, muss uns mit großer Freude erfüllen. Das Wissen um Sein innerstes Heilsanliegen, Sein „Herzensanliegen“, nämlich unsere Herzen immer mehr nach Seinem Herzen zu bilden, uns gerade so heilig zu machen, muss uns alle wirklich beglücken. Jesu Herz nährt unseren Hunger nach heiliger Erkenntnis, es erfüllt unsere Herzen mit dem Feuer Seiner Liebe, es stärkt unseren Willen für alles wahrhaft Gute, Edle, Heilige, es schenkt uns Ruhe und Frieden als Vorgeschmack der ewigen Herrlichkeit. Die Liebe des göttlichen Herzens ruft uns zur Nachfolge: zum Mitleiden und Miterlösen, zum Einsatz für den Aufbau der heiligen Kirche. Die göttlich-geistige Liebe drängt uns zur Hingabe. Je mehr wir um Gottes Willen zu geben bereit sind, desto mehr wird uns von Ihm zuteil. So wird uns das Herz Jesu zur Quelle der Kraft und zum Schutz gegen die Gefahren, die unser christliches Leben bedrohen. Vom Heiligsten Herzen Jesu wollen wir lernen, dass die wahren Freuden nur aus dem Opfer kommen. Liebe Gläubige, holen wir uns alle beim Herzen Jesu Kraft, suchen wir unser Tagewerk, unsere Arbeiten, Mühen, Leiden dem Herzen Jesu als Trost anzubieten. Fühlen wir uns in unseren Tagen besonders auch dazu aufgerufen, für die eigenen und die fremden Sünden zu sühnen! Was notwendig ist, für Jung und Alt, ist immer wieder die rechte Herzensbildung und Herzenskultur. Möge das Heiligste Herz Jesu Quelle und Mittelpunkt unseres Lebens sein. Es besteht eine schwere Verpflichtung für uns Christen, dem Erlöserherzen zu huldigen. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen!“ Der beherrschende Grund der Gottesverehrung ist die Güte Gottes selbst, die wir im Heiligens Herzen Jesu erfahren. Wir wollen dieses Herz unseres Heilandes anbeten, lieben, Ihm den schuldigen Dank erweisen. Die Herz Jesu Verehrung ist in der gegenwärtigen Not unserer Zeit, denken wir nur an die Lauheit so vieler Katholiken und an den furchtbaren Gotteshass in der Welt, von ganz besonderer Bedeutung. Je herzloser so viele unserer Mitmenschen werden, desto notwendiger haben wir es, unser Herz zu pflegen. Möge das Heiligste Herz Jesu der Mittelpunkt unserer Herzen sein, Christus allein macht unser Herz froh und spendet uns Kraft unser Leben zu meistern.

Liebe Gläubige, ich schließe mit einem Ewigen Vergelt´s Gott für Ihre Gebete und all Ihre guten Werke, ihr Durchhalten in den vergangen Wochen der „Coronazeit“

Zu den Gottesdiensten in St. Hemma: Wie in den letzten Wochen schon üblich, werde ich an den Sonntagen bis auf weiters drei Hl. Messen zelebrieren, sofern das notwendig ist. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per Email direkt an mich um sich anzumelden bzw. um die Gottesdienstzeiten zu erfahren.

Bitte kommen Sie pünktlich (spätestens 5 min vor Beginn)! Die Werktagsmessen werden auch entsprechen angekündigt. Vergelt´s Gott!

In Christo et Maria,

P. Johannes Regele

Quelle: Gottesdienstordnung • Juni - Juli 2020 • Kapelle St. Hemma v. Gurk • Klagenfurt