Gottesdienstordnung • Kirche St. Thomas v. Aquin • April 2019

02 April, 2019
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kirche St. Thomas v. Aquin / Graz, von Pater Elias Stolz.

Liebe Gläubige!

Bald beginnen wir die Passionszeit, während derselben uns die Kirche einlädt, auf besondere Weise die Leiden Christi und das Kreuz zu betrachten.

Allzu oft wollten sich die Jünger „zurücklehnen“, sich niederlassen gemeinsam mit ihrem Meister. Sie hatten seine Wunder gesehen, seine Macht erkannt und hofften nun auf den Messias der die Herrschaft an sich ziehen wird, den Nichts aufzuhalten vermag, nicht Winde und Stürme, noch böse Geister – Alles ward Ihm untertan!

Der Weg aber, den Er beschreiten sollte, vorgegeben vom göttlichen Vater, war ein gänzlich anderer! Sehr wohl sollte Er die Sünde besiegen und die Macht an sich ziehen, aber auf eine einzigartige, göttliche Weise, nämlich durch das Kreuz! Des Öfteren hatte er versucht, die Jünger darauf vorzubereiten, ihnen die Notwendigkeit des Leidens zu erklären; und doch hatten sie nach dem Tod am Kreuze geglaubt, es sei nun alles vorbei, der Heiland sei besiegt worden!
Erst später, als Er wieder unter ihnen war, nun mit verklärtem Leib, hatten sie verstanden. Nun waren auch sie bereit, gestärkt von der Gnade Gottes, ihrem Meister nachzufolgen!

Der Aufruf der Selbstverleugnung und der Geduld im Kreuz stoßt bis auf dem heutigen Tag auf Unverständnis. Trotzdem haben die Worte Unseres Herrn ihre Gültigkeit nicht eingebüßt: „Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Das Geheimnis dieses göttlichen und königlichen Weges wollen wir in der Leidenszeit betrachten, die alles überströmende Liebe, die uns der liebe Gott dadurch geschenkt hat erkennen!
Vielfach sind die Vorzüge Unseres Herrn, die in uns den Glauben stärken und die Liebe zum Heiland entfachen. Allen voran aber bleibt sein unsagbares Leiden, das er aus Liebe zu uns auf sich genommen hat. „Niemand hat eine größere Liebe, als der, der sein eigenes Leben hingibt für seine Freunde!“ Genau das hat der Herr für uns getan – er hat sein Leben für uns hingegeben um uns zu erlösen von der Last der Sünde!
Der hl. Bernhard sagt “Ein Grund ist stärker als alle anderen, er überwältigt mich und drängt mich zur Liebe Gottes, es ist der Kelch der Bitterkeit, den du für uns getrunken hast.“

Ihr P. Elias Stolz

Quelle: Gottesdienstordnung • April 2019 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz