Gottesdienstordnung • Kirche St. Thomas v. Aquin • September / Oktober 2019

26 September, 2019
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kirche St. Thomas v. Aquin / Graz, von Pater Elias Stolz.

Liebe Gläubige!

Der Monat Oktober ist auf besondere Weise dem Rosenkranz gewidmet, jenes Gebet, dass wir vom Himmel empfangen haben als Mittel und Waffe für die Rettung der Seelen.
Die allerseligste Jungfrau vertraute einst dem heiligen Dominikus dieses Gebet an zur Bekämpfung der Irrlehren, denen er den Kampf angesagt hatte!

Unzählig sind die Wunder, Bekehrungen und Gebetserhörungen, die seither durch den Rosenkranz dem Himmel abgerungen wurden, unzählig die Seelen, die durch dieses Gebet den Frieden erlangt haben!
Gerade in der heutigen Zeit tut es Not, zum Rosenkranzgebet aufzurufen, den Himmel zu bestürmen, auf dass er heiltuende Linderung bringe in den vielen Brandherden, die überall auf der Welt und in der Gesellschaft wüten!

Ein besonderer Heiliger unserer Zeit, der die Wirksamkeit des Rosenkranzes auf außerordentliche Weise erkannt hat, ist Pater Pio. Wir werden nie genau wissen, wie viele Rosenkränze er täglich gebetet hat. Eine Reihe von Zeugen spricht von 33 Rosenkränzen mit jeweils 15 Geheimnissen, im deutschen Sprachraum würde man von 33 Psalter, bzw. 99 Rosenkränze sprechen! Das war natürlich eine der besonderen Gnadengaben, die er besaß!

Feststeht, dass der bereits zu Lebzeiten heiligmäßige Kapuziner nie den Rosenkranz auf die Seite legte; die Hände wusch er sich einzeln, um mit der anderen den Rosenkranz halten zu können.

Ein junger Mitbruder teilte ihm einst mit, er könne den Sinn nicht begreifen vom ständigen Wiederholen gleicher Gebetsformeln. Pater Pio ermahnte ihn wie folgt: „Du siehst im

Rosenkranz nur ein Gebet für alte und gebrechliche Weibchen; so nimm ruhig diesen Rosenkranz, betrachte wie er trotz seiner scheinbaren und außerordentlichen «Unnützlichkeit» die Pforten des Himmels zu öffnen vermag“.

Einem anderen Mitbruder, der ihm fragte, weshalb er immerzu nur den Rosenkranz bete antwortete er: „Weil die Muttergottes mir noch nie eine Gnade versagt hat, die ich durch den Rosenkranz erbeten habe!“
Pater Pio empfahl allen Menschen die sich ihm anvertrauten auf besondere Weise das Rosenkranzgebet, um sich von den Anfeindungen des Teufels und seinen Machenschaften zu schützen! Er nannte ihn eine «Waffe», die wir immer wachsam in unseren Händen halten sollten, da der Feind nicht schläft!

Liebe Gläubige, nehmen auch wir uns diese Worte zu Herzen, versuchen wir im Rosenkranzgebet nicht nur eine mehr oder wenige lästige Verpflichtung der Christen zu sehen, sondern jene «Kette», die uns mit dem Himmel auf geheimnisvolle und wundersame Weise verbindet. Beten wir den Rosenkranz zu Hause, in den Familien, mit den Kindern! Hüten wir uns davor, diesen letzteren den Schatz vorzuenthalten. Bemühen wir uns vielmehr, sie bereits im zarten Alter in dieses Gebet einzuführen! Die himmlische Mutter wird es nicht versäumen, hierfür vom lieben Gott uns reichen Gnadensegen zu erbitten!

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr P. Elias Stolz

Quelle: Gottesdienstordnung • September / Oktober 2019 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz