Gottesdienstordnung • Priorat Maria Hilf • Dezember - Jänner 2019

2018
Quelle: Eucharistic Crusade

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung des Priorates Innsbruck, 
von Pater Joseph Stannus.

Jedes Tal soll aufgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen werden. Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alles Fleisch wird schauen Gottes Heil. (Lk 3,5f.)

Liebe Gläubige,

Wir bereiten uns im Advent auf das Weihnachtsfest vor, auf das Kommen Christi. Vielleicht sagt man sich: ‚Christus ist doch schon gekommen! Warum soll ich mich auf seine Ankunft vorbereiten? ‘ Dann sollte man sich den Schott zur Hand nehmen und die großartige Einleitung zur Adventzeit durchlesen. Es heißt dort sehr treffend: „Zwar ist der Sohn Gottes vor zweitausend Jahren auf Erden im Fleische erschienen und hat der ganzen Menschheit, allen Zeiten und Zonen die Erlösung und das übernatürliche Heil gebracht. Gleichwohl ist die von Christus in seinem Erdenleben gewirkte Erlösung noch nicht abgeschlossen, weil jeder Mensch sich diese selbst anzueignen hat“ (Schott 1962, S. 3).

Christus ist schon gekommen, es stimmt. Aber an uns ist es, die Gnaden, die er uns durch sein Leben und Tod verdient hat, anzunehmen, zu gebrauchen. Zuerst müssen die Hindernisse weg und das Herz biegsam sein, fügsam auch, damit Gott das Werk unserer Heiligung, unserer Gleichgestaltung mit Christus vollbringen kann, durch den Glauben, die Gnade, und den guten Werken.

„Jedes Tal soll aufgefüllt werden!“ Wo Mängel oder Nachlässigkeiten vorliegen, gehört angesetzt! Vielleicht mangelt es uns an religiöse Bildung? Wann haben wir das letzte Mal das Leben eines Heiligen gelesen? Haben wir uns informiert über die Krise der Kirche? Kaum ein Buch schildert die Lage so klar, wie das Werk unseres Gründers, Mgr. Lefebvre: „Sie haben Ihn entthront.“ Ein Gläubiger hat es sieben Mal gelesen, und jedes Mal neue Erkenntnisse gewonnen, neue Einsichten gewonnen!

„Jeder Berg und Hügel soll abgetragen werden.“ Wenn das auch in Tirol nicht buchstäblich verstanden werden soll, im Herzen des Einzelnen hat es immer eine Anwendung! Mit den „Bergen“ sind Dinge gemeint die uns hindern, im geistigen Leben Fortschritte zu machen: Laster, Sorgen, ungeordnete Gewohnheiten, Bequemlichkeiten, die unser geistiges Leben ersticken. Die technischen Mittel müssen in Grenzen gehalten werden! Das Handy mit Zugang zum Internet ist eine dauerhafte Versuchung, eine ständige Ablenkung von den Wirklichkeiten, die uns beschäftigen sollten: Gott, den Nächsten, die Standespflicht. Wer sich nicht einzuschränken weiß, wird bald unfähig, die Wirklichkeit zu bewältigen. Die technischen Mittel werden heute immer stärker, die Charakter werden immer schwächer, hat man den Eindruck!

„Krumm und uneben...“ Wie ist unser Verhältnis zum Nächsten? Sind wir gerecht? Wissen wir unsere Zunge im Zaum zu halten?

Liebe Gläubige, wenn wir kurz nachdenken, sehen wir schon, dass wir Christi Kommen dringend nötig haben, dass wir Licht brauchen, das Licht der Wahrheit, und Gnade, um unsere Seele zu reinigen und zu erheben, um dann Christus gleich zu werden.

Nützen wir die Adventzeit, um mit Hilfe der Sakramente die Berge abzutragen, wir werden Christus mit umso mehr Freude und Frucht empfangen. Das wünsche ich Ihnen allen von Herzen,                          

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr

Pater Joseph Stannus

Quelle: Gottesdienstordnung  • Dezember - Jänner 2019 • Priorat Maria Hilf • Innsbruck