Heimatprimiz von Pater Markus Buchmaier

29. Juli 2020
Quelle: Distrikt Österreich

Es war wohl für alle Anwesenden nach monatelanger Zeit der liturgischen Abstinenz eine große innere Freude zu sehen, wie am 4. Juli anlässlich der Heimatprimiz von Neupriester Pater Markus Buchmaier wieder ein langer Prozessionszug in die Pfarrkirche von Niederkappel im Mühlviertel einzog. Es kamen zuerst die prunkvollen Fahnen, darauf folgten zahlreiche Seminaristen und Brüder, Dutzende Priester, Vertreter von Pfarre und Diözese. Schließlich, von den Leviten Abbé Petr Kajer und Abbé Emmerich Jeindl begleitet, schloss der Primiziant den feierlichen Zug, bekleidet mit einem alten, aus Oberösterreich stammenden Messgewand mit der Darstellung der Immaculata. Als Presbyter Assistent stand ihm mit P. Johannes Regele ein ehemaliger Jahrgangskollege aus dem Priesterseminar Herz-Jesu zur Seite.

Der aus dem benachbarten Sarleinsbach stammende Pater Markus Buchmaier war 2014 in das Priesterseminar in Zaitzkofen eingetreten. Er hat als Jugendlicher sowohl als Ministrant als auch später im Rahmen der Katholischen Jugendbewegung (KJB), deren Leiter er in Österreich war, den katholischen Glauben, die erhabene Liturgie der überlieferten Hl. Messe und die Sendung von Erzbischof Lefebvre zu kennen und zu lieben gelernt. Nun war der große Tag gekommen, an dem er in seiner Heimat im feierlichen Rahmen seine erste heilige Messe zelebrieren durfte.

Über 600 Gläubige hatten sich zu diesem Anlass aus Nah und Fern in das kleine Mühlviertler Dorf mit der so großen Kirche begeben, um an der prachtvollen Heimatprimiz teilzunehmen. Der „Mühlviertler Dom“, wie die Pfarrkirche aufgrund ihrer imposanten Ausmaße auch genannt wird, wurde erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts gebaut, als die ehemalige gotische Kirche für die über 1600 Gläubigen zu klein geworden war und ein Neubau an der Tagesordnung stand. Die dem Heiligen Apostel Andreas geweihte Pfarrkirche war, soweit es die Vorgaben bezüglich der aktuellen Situation

erlaubten, bis auf den letzten Platz gefüllt, sodass sogar eine Übertragung der Zeremonie im Pfarrgarten angeboten werden musste, um allen Gläubigen zu ermöglichen, dem Gottesdienst zu folgen. Der erhebende Gesang von Chor und Schola, die musikalische Begleitung mit Orgel und Trompete, nicht zuletzt aber auch die tiefgründige Primizpredigt, die Pater Johannes Regele von der mächtigen Kanzel aus hielt, bereicherten die Liturgie und unterstrichen den festlichen Charakter dieses freudenvollen Tages.

So wurden in der Predigt nicht nur der Primiziant, sondern auch alle Gläubigen daran erinnert, wie wichtig es sei, den Wahrheiten des katholischen Glaubens treu zu bleiben und dabei die von Gott geschenkten Tage und Stunden voll auszunützen, um für die katholische Kirche und das Heil der Seelen zu wirken. Zwei große Erneuerer des katholischen Priestertums wurden mit ihren Ratschlägen zitiert, einerseits Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), der große Afrikamissionar und spätere Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., und andrerseits Bischof Franz Joseph Rudigier (1811-1884), Bischof der Diözese Linz. Dabei wurden insbesondere die Tugenden des Priesters unterstrichen, wie sie von den beiden Kirchenmännern so hochgehalten wurden. Zum einen soll der Priester voll Hingabe für Gott und die ihm anvertrauten Seelen sein. So soll er insbesondere als Vater und Hirte seiner Gemeinde voll Sanftmut und Starkmut zur Seite stehen. Im Zentrum seines Wirkens soll zu jeder Zeit die Heilige Messe stehen, und zwar in jener Form, wie sie von Pius V. im 16. Jahrhundert festgesetzt wurde, schon lange davor aber von den Aposteln über den heiligen Papst Gregor den Großen überliefert wurde. Alleine diese überlieferte Liturgie, Ausdruck der lebendigen und fortdauernden Tradition, wird in Zukunft die Kirche wiederaufbauen. Weiters wurde noch die wichtige Rolle des Gemeinschaftslebens innerhalb der Priorate und des geistlichen Lebens betont, aus dem der Priester die Kraft für das Apostolat schöpft. Mit der Hilfe des Unbefleckten Herzens Mariä, welches als ideales Vorbild dieser Ganzhingabe an Gott stets vor Augen behalten werden soll, wird auch das priesterliche Wirken unseres Neupriesters reich an übernatürlichen Früchten sein.

Der feierliche Primizsegen und eine Sakramentsandacht bildeten den Abschluss dieser würdevollen Zeremonie, bevor das große Dankeslied Großer Gott wir loben Dich erschallte und unter virtuoser musikalischer Begleitung von Orgel und Trompete der Prozessionszug die Kirche wieder verließ. Aufgrund der zahlreichen behördlichen Einschränkungen war eine gemeinsame anschließende Feier nicht möglich. Man ließ es sich allerdings nicht entgehen, diesen freudenvollen Tag auch im gemütlichen Teil festlich abzuschließen. Die zahlreichen Gäste wurden auf mehrere Gastwirtschaften in den umliegenden Ortschaften aufgeteilt. So konnte dieses wunderbare Primizfest so feierlich begangen werden, wie es behördlich nur erlaubt war.

Unser Neupriester wird für seine erste Seelsorgestelle in seinem priesterlichen Wirkens im Priorat Innsbruck tätig sein und von dort aus die Kapelle in Salzburg betreuen. Wir wollen ihn fest in unser Gebet einschließen und dem Schutz des Heiligsten Herzen der Jungfrau Maria anvertrauen, damit er als treuer Diener Gottes der notwendigen Gnaden anteilig werde und in allen Gefahren und Schwierigkeiten stets behütet werde, auf dass seine Tätigkeit zahlreiche übernatürliche Früchte bringe!

Quelle: Katholische Jugendbewegung Österreich