Jedermann-Aufführung in Graz - ein großer Erfolg!

17 Juni, 2014
Quelle: Distrikt Deutschland

Am 15. Juni 2014 war es soweit. Die Katholische Jugendbewegung gab im Gemeindesaal der St. Thomaskirche in Graz ihr erstes, großes Theaterstück zum Besten: "Jedermann", von Hugo von Hofmannsthal.

Schon im Vorfeld wurde das Stück gut beworben, mit Zeitungsanzeige, Postwurfsendung an alle Haushalte in Graz-Gösting und 20 Plakatständern. So kam es, dass auch sehr viele neue Besucher an diesem Dreifaltigkeitssonntag zum ersten Mal zur St. Thomaskirche fanden. Einige von ihnen nahmen auch an der heiligen Messe um 10:00 Uhr teil. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und so mancher fand nur noch hinten einen Stehplatz. 

Mit leerem Magen kann man keine Kultur betreiben. Es folgten daher ein Aperitif und anschließend wurde gegrillt. 190 Stück Fleisch, eben soviele Würstel und unzählige Pommes kamen auf den Tisch, und ein großes Salatbuffet, liebevoll vorbereitet von den Gläubigen der St. Thomaskirche, sorgten dafür, dass die fast 200 Gäste satt wurden. Die allgemeine Meinung war einstimmig: Der Grillmeister lebe hoch!

Um 14:00 Uhr wurde es dann still in dem zur Gänze gefüllten Gemeindesaal: Es erklang die Stimme von Gott Vater. Natürlich nur aus dem Lautsprecher und natürlich jene Worte, die Hugo von Hofmannsthal ihm in den Mund legt. Doch sie sind treffend, denn Gott ruft zu Beginn des Stückes seinen treuesten Boten, den Tod, auf die Bühne. "Geh du zu Jedermann und zeig in meinem Namen ihm an: Er muss eine Pilgerschaft antreten! Und heiß ihn mitbringen sein Rechenbuch, und dass er nicht Aufschub noch Zögerung such!"

Nun zeigten die zwanzig Jugendlichen aus Graz, Wien und Klagenfurt mit großem Einsatz und Hingabe, wie es sich zutrug, als ein reicher Mann mitten im besten Leben vom Tod überrascht wird. Wie er versucht, seine Freunde zu überreden, mit ihm zu kommen. Wie er sogar seine Schatztruhe hervorzerrt und mitnehmen will. Wie er die Schwachheit seiner eingenen guten Werke erkennt. Und wie es möglich ist, dass er doch im letzten Augenblick Buße tut und Verzeihung erlangt.

Treffliche Kostüme, ausdruckstarke Masken und Schminke sowie eine gute Licht und Tontechnik trugen dazu bei, dass die schauspielerische Leistung noch intensiver auf die Zuschauer wirkte. Nach etwas mehr als einer Stunde klatsche der ganze Saal langanhaltend, nicht nur für den Jedermann, der seine Rolle brillant gespielt hatte, sondern auch für alle anderen Rollen wie Tod, Teufel, Mammon, Mutter, Buhlschaft, Schuldknecht, Gute Werke, Glaube und viele mehr.

Viele der Besucher blieben noch eine Weile zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen und ließen so dieses sehr gelungene Gemeindefest ausklingen. Wir hoffen auf baldige Wiederholung, vielleicht das nächste Mal mit einem Stück aus der Feder von Ferdinand Raimund.