Katechismus für Kinder

05. Juli 2022
Quelle: Distrikt Österreich

Hochwürdiger Pater Maas, vor zwei Jahren haben Sie auf Youtube den Kanal „Glaube für Kinder erklärt“ gestartet. Was ist die Idee dahinter?  

„Not macht erfinderisch!“ Den Kanal haben Pater Simon Merkle und ich – mit Erlaubnis unseres Oberen – gestartet, um möglichst viele Kinder während der Lockdowns zu Hause zu erreichen.  Die Live-Stream-Gottesdienste vor zwei Jahren wurden von vielen Erwachsenen sehr dankbar angenommen, für die Kinder waren diese zum Teil aber nicht greifbar. Ein Kind fragte beim Anschauen des Live-Stream-Gottesdienstes: „Mama, wie lange dauert die Sendung?“ Da haben wir versucht mit unseren kindgerechten Erklärungen ein wenig Abhilfe zu schaffen. Es ist für die Kinder enorm wichtig, dass sie die Feiertage des Kirchenjahres bewusst miterleben und verstehen, was gefeiert wird. Auf zahlreiche Bitten von Seiten der Eltern kam es nun zur zweiten und dritten Staffel. 

Mittlerweile gibt es 27 Folgen – welche Inhalte vermitteln Sie den Kindern?  

Die ersten fünf Videos haben wir relativ spontan gedreht, als die Gottesdienste um Ostern 2020 nicht stattfinden konnten. Sie erklären die Passionszeit, den Palmsonntag und das Ostergeheimnis.

Die nächsten zehn Videos berichten vom Schöpfungswerk und vom Sündenfall. Erklärungen und handgreifliche Beispiele aus dem Alten oder Neuen Testament und aus der Geschichte wechseln sich in den Videos ab. Die dritte Staffel, die gerade erschienen ist, behandelt die ganz grundsätzlichen Fragen unseres Glaubens. Was heißt eigentlich Glauben? Warum glauben wir? Wem? Und was?

Was ist der Vorteil dieses Online-Katechismus?

Zuerst erreicht man Kinder, die sozusagen keinen „Präsenz-Religionsunterricht“ besuchen können. Dann kann man die knappen Videos wiederholt anschauen, sodass sie sich ins Gedächtnis einprägen. Und der dritte Vorteil ist, dass ein Priester viel mehr Kinder erreicht, als nur die seiner eigenen Gemeinde. Die Arbeit „lohnt“ sich sozusagen noch mehr. Schließlich erreicht man ganz neue Familien und Kinder mit dem Online-Angebot, die noch gar nichts von der überlieferten Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X. wissen. 

Werden die Kurzvideos durch analoges Material ergänzt?

Man muss ganz ehrlich sein und zugeben, dass eine Reihe von Kurzvideos niemals einen regelmäßigen dreiviertel- oder einstündigen Religionsunterricht ersetzen kann. Schon gar nicht den Religionsunterricht an unseren Schulen. Die Kinder unserer Grundschule St. Aloysius in Memmingen erhalten zwei oder drei Schulstunden Religion pro Woche. Die Fragen, die im Online-Katechismus beantwortet werden, findet man im Basler Katechismus, ein wunderbares Glaubensbuch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Dieser Katechismus in Frage und Antwort wurde 1947 für das Bistum Basel herausgegeben. In der Bruderschaft benutzen wir ihn im ganzen deutschen Sprachraum.

Sehr empfehlen kann ich aber auch den Fernkatechismus der Schwestern der Bruderschaft Pius X.

Hier bekommen die Eltern bzw. die Kinder den Katechismus in Lektionen vorbereitet nach Hause geschickt. Die Lerninhalte sind mit unzähligen Geschichten und Beispielen veranschaulicht.

Steckt hinter dem Online-Katechismus eine neue Form des Apostolats – online statt analog?

O ja, das glaube ich sicher. Heute sucht man alles im Internet. Junge Eltern suchen auch nach dem Glauben im Internet. Unsere Videos haben einen doppelten Zweck: sie sollen lehren und begeistern. Ob man eine Tierdokumentation, ein Fußballspiel oder einen Spielfilm anschaut, sie haben alle das gleiche Ziel: den Zuschauer zu begeistern. Was können wir uns mehr wünschen, als dass wir Seelen für die Wahrheit, für den katholischen Glauben und so für Gott begeistern.

War es schon immer ihr Traum mal auf dem Bildschirm zu erscheinen?

Nein, daran habe ich tatsächlich nie gedacht. Es hat sich eben spontan so ergeben. Vor kurzem habe ich einen Besuch in einer unserer Kirchen gemacht. Da kam ein Kind nach der Messe: „Schau mal Mama, der Pater vom Fernsehen ist heute in echt da!“ Wir mussten so lachen. Ein anderes Kind kam mir einmal entgegengesprungen: „Dich kenne ich, Du bist der Pater aus den Videos!“ Das ist natürlich sehr lustig, aber ich hätte nie gedacht, dass es einmal so sein wird. 

Wie wird das Projekt weitergehen in Zukunft?

Das weiß ich nicht! Wir machen weiter, wie es unsere Zeit und die finanziellen Möglichkeiten erlauben. Ich bin sehr zuversichtlich, aber nichts ist gewiss. Momentan denke ich an einen Online-Katechismusunterricht, also regelmäßig eine dreiviertel Stunde, aber das liegt ganz in Gottes Hand, denn unsere Kapellengemeinde in Memmingen und unsere Schule mit dem Kindergarten bringen viel Arbeit, schöne Arbeit. Man wird im wahrsten Sinne des Wortes sehen, was möglich ist.

 

Hier ist der Link zu den Videos auf Youtube ►

Und hier zum Telegram-Kanal, wo man auch informiert wird über neue Videos.


Fernkatechismus 
„Unsere Liebe Frau von Fatima“


Noviziat St. Pius X. 
Biberacher Str. 2/1 
D - 88527 Göffingen


Telefon: +49 (0) 73 71 / 1 30 79 
(9.00-11.30 Uhr und 15.00-17.30 Uhr)

 

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