Katholische Ordensschwestern retten Frauen vor Menschenhandel

18. Juli 2022
Quelle: fsspx.news
„Ich bin nicht käuflich“

Im Jahr 2021 wurden 26.065 asiatische Frauen von Talitha Kum, einem Verband katholischer Ordensschwestern, vor dem Menschenhandel gerettet. Das ist ihre Geschichte.

„Prävention war die Priorität der asiatischen Netzwerke. Sie wurde durch Schulungen und Sensibilisierungskampagnen in Schulen, Gemeinden und lokalen Gemeinschaften gefördert, die sich insbesondere an Frauen, Jugendliche, Religions- und Stammesgemeinschaften und Wanderarbeiter richteten“, sagte Schwester Abby Avelino, die Direktorin von Talitha Kum Asia. 

Laut der Ordensfrau hat sich das Problem des Menschenhandels in Asien durch die aktuelle sozioökonomische Situation verschärft. Viele asiatische Länder sind aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und politischer Konflikte mit schweren Wirtschaftskrisen konfrontiert, wie zum Beispiel Myanmar, Sri Lanka und Pakistan. 

„Durch solche Krisen steigt die Zahl der Menschen, die für den Menschenhandel anfällig sind, insbesondere Frauen, Mädchen, Jugendliche, Migranten und Flüchtlinge. Die vorherrschenden Formen des Menschenhandels auf nationaler und internationaler Ebene sind Zwangsarbeit, Zwangsheirat und sexuelle Ausbeutung“, erklärt die Ordensfrau in einem Bericht, der dem Fidesdienst zugesandt wurde. 

„Während die wirtschaftlichen Probleme immer komplizierter werden, sind die schwächsten Menschen in der Ausbeutung gefangen, um zu überleben. Cyber-Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet (OSEC) sind Beispiele für solche Fallen“, erklärt Schwester Avelino, die der Kongregation der Maryknoll Missionarinnen angehört. 

Die Talitha Kum-Netzwerke in Asien veranstalteten monatliche Webinare zum Thema Menschenhandel, um Prävention, Schutz, Kapazitätsaufbau und Vernetzung sowie die Zusammenarbeit und die Anwaltschaft zu stärken. Die Ergebnisse dieses Programms haben den Talitha Kum-Netzwerken eine größere Sichtbarkeit verliehen. Talitha Kum Bangladesch und Talitha Kum Vietnam wurden im Jahr 2021 gegründet. 

„Wir haben Aktivitäten im Rahmen des Suffizienzwirtschaftsprogramms organisiert und Frauen und Jugendlichen in Dörfern und Berggebieten dabei geholfen, mit natürlichen Nahrungsressourcen umzugehen. Dieses Programm hat sich durch die Unterstützung und Förderung des Kapazitätsaufbaus zufriedenstellend auf die lokale Gemeinschaft ausgewirkt“, merkt Sr. Avelino an. 

„Wir haben das Programm Talitha Kum Anti-Trafficking Youth Ambassadors im Jahr 2021 gestartet, um mehr junge Menschen in die Vision und Mission von Talitha Kum einzubinden. Junge Frauen und Männer aus zehn asiatischen Ländern wurden zu ‚Botschaftern‘ für die Bekämpfung des Menschenhandels unter Gleichaltrigen auf lokaler Ebene ausgebildet", merkt sie an.

Talitha Kum ist ein internationales Netzwerk von Ordensschwestern mit Sitz in Rom, das sich der Bekämpfung und Ausrottung des Menschenhandels verschrieben hat. Es wurde von der Internationalen Union der Generaloberen (IUGS) gegründet. 

Talitha Kum Asia arbeitet mit 65 katholischen Organisationen, 56 NGOs, 18 nationalen Organisationen und 42 internationalen Regierungsstellen zusammen. In der asiatischen Region hat Talitha Kum 3.521 Mitglieder aus 205 religiösen Kongregationen in 20 Ländern. 

Im Jahr 2021 leistete Talitha Kum Asia Hilfe und Unterstützung für 3.972 Opfer von Menschenhandel. Außerdem organisierte sie 3.909 Ausbildungskurse und Workshops.