Katholische Schulen: Verlangen nach der Wahrheit wecken

21. Januar 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Bereits zum vierten Mal haben sich Gesamt-, Schul- und Internatsleiter der Grund- und weiterführenden Schulen der Priesterbruderschaft St. Pius X. im deutschsprachigen Raum, sowie die Schwestern der Kongregation des Heiligsten Namens Jesu (Dominikanerinnen) zur Klausurtagung in Saarbrücken getroffen. Wegen der strategisch günstigen Lage und der vorteilhaften Räumlichkeiten traf man sich in der Schule in Fechingen.

Diese Tagung, die von den deutschsprachigen Distrikten gefördert wird, will ein Instrument der Transparenz sein, um die Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Herausforderungen und Nöte der Schulen vor Augen zu haben und effizient in den Fokus nehmen zu können.

Unter Regie und Moderation von Dr. Johannes Laas aus Schönenberg nutzte man intensiv das letzte Wochenende im November. Den Auftakt hielt unser Distriktoberer, H. H. Pater Stefan Pfluger, mit einem geistlichen Vortrag. Er stellte am Handeln Jesu – dem Urbild des Pädagogen – die Notwendigkeit heraus, bei den Kindern das leidenschaftliche Verlangen nach dem Guten und nach der Wahrheit zu wecken. Dieses Verlangen bringt die Kinder dazu, aus Überzeugung zu handeln, verantwortungsvoll zu agieren, um im geistlichen und materiellen Leben Fortschritte zu machen. „Was nützt es für die Ewigkeit?“

Im anschließenden gemeinsamen Colloquium wurde die aktuelle Lage jeder Schule dargelegt und besprochen.

In allen Gesprächsforen kam immer wieder zum Ausdruck, dass trotz vieler Gemeinsamkeiten aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen und der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Standorte auch die behördlichen Anforderungen unterschiedlich an unsere Schulen herangetragen werden, mit denen sich die jeweilige Einrichtung dann auseinandersetzen muss.

Insbesondere die Grundschulen stellen fest, dass der Anteil der Kinder aus nicht traditionell katholischen Familien stetig zunimmt. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, dessen Sicht auf unsere strukturellen Regelungen und Konzepte sowie die notwendige Ausweitung der Erziehungsarbeit auf die Familien (Elternschule) im Rahmen unseres Apostolats.

Nach wie vor bleiben die Themen Kleidung, Musik und Medienkonsum aktuell und fordern beständige Aufmerksamkeit besonders seitens der Schulen, da sich auch hier die zunehmende Überforderung der Eltern bemerkbar macht.

Den Rahmen für die Klausurtagung, die in offener, ja herzlicher Atmosphäre stattfand, bildeten die gemeinsamen Gebetszeiten, eine Sakramentsandacht und als Höhepunkt die Feier der Heiligen Messe.

So sehen wir der anstehenden Klausurtagung im November 2020 voller Erwartung entgegen, um über die zwischenmenschlichen Kontakte hinaus die gemeinsame Arbeit für die katholische Bildung und Erziehung weiter zu vertiefen, sich auf einer gemeinsamen Plattform gegenseitig zu unterstützen und von den Kenntnissen und Erfahrungen der anderen zu profitieren.

Weiterhin gilt es, sich der Herausforderung zur Beantwortung folgender Fragen zu stellen: „Wie kann einerseits die Attraktivität, andererseits die Notwendigkeit der Wahrnehmung unseres vielfältigen Schulangebots den betreffenden Eltern und ihren Kindern noch stärker bewusst gemacht werden? Wie kann das Verlangen nach der Wahrheit auch aus dem (nicht traditionellen) Elternhaus geweckt werden?“