Maiwallfahrt von der Kirche Maria Bichl zur Kirche Maria in Hohenburg

17. Mai 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Die Kirche Maria in Hohenburg

Nach den heftigen Regenfällen des Vortages brach am Morgen des 8. Mai 2021 ein wunderschöner, sonniger Frühlingstag über dem Kärntner Oberland an. Die dichte Nebeldecke, die noch über dem Drautal lag, lichtete sich bald und bei strahlendem Sonnenschein fand sich eine kleine Wallfahrergruppe bei der spätgotischen Kirche Maria Bichl in Lendorf zur längst zur Tradition gewordenen Maiwallfahrt von Maria Bichl zu der auf nahezu 1000 Meter Seehöhe gelegenen Wallfahrtskirche Maria in Hohenburg  ein. Die Zeitumstände bringen es mit sich, dass die Maiwallfahrt, die nun schon zum 22. Mal stattfindet, nur in einem eher bescheidenen und den Umständen angepassten Rahmen erfolgen kann.

Vor dem Abmarsch erinnerte Pater Johannes Regele die Wallfahrer daran, ihre persönlichen Sorgen der Gottesmutter anzuempfehlen, darüber hinaus aber nicht auf die großen Nöte dieser außergewöhnlichen Zeit und im besonderen auf die Notsituation, in der sich die katholische Kirche befindet, zu vergessen und alle diese Sorgen mit auf den Weg zum Gnadenaltar auf den Berg zu nehmen und sie der Heiligen Jungfrau darzubringen.

Der strahlend blaue Himmel, die klare Luft, die schneebedeckten Berge, das zarte Hellgrün der Bäume und die von Löwenzahnblüten übersäten Wiesen bildeten eine überaus prächtige Kulisse für die Wallfahrt. Blühende Obstbäume säumen den Weg der Wallfahrer im Tal, langsam aber stetig windet sich die schmale Straße empor und während die Wallfahrer den Psalter beten und Marienlieder singen, führt sie der Weg durch kurze Waldstücke und über weite Wiesenflächen. Unzählige Vogelstimmen stimmen in ihre Lobgesänge ein. Welch ein großes Geschenk ist es doch in jedem Jahr, den Frühling neu zu erleben, wenn das Leben rund um uns neu erwacht, der Anblick von unzähligen Frühlingsblumen uns erfreut und die Bäume wieder ihr Blätterkleid anlegen. Hätte uns der liebe Gott ein noch deutlicheres Symbol für die Auferstehung geben können? Wohl kaum!

Fotos von der Wallfahrt

Unterwegs spendete P. Regele den Wettersegen und rief damit den Segen des Himmels über die Felder und Fluren herab und bat um gedeihliches Wetter sowie um die Abwendung aller Schäden durch Unwetter. Beim Bildstock vor dem Gasthof zur Hohenburg wurde das letzte Gesätz des Rosenkranzes gebetet und dann ging es die 76 Steinstufen zu der Kirche Maria in Hohenburg hinauf, die auf einem Felsen hoch über Pusarnitz im Drautal thront und von deren Vorplatz man einen atemberaubenden Blick über das gesamte Tal hat.  Seit dem Jahr 1706 ist diese Kirche ein beliebter Ort der Marienverehrung, nachdem ein bayrischer Bauer eine Nachbildung der Schwarzen Muttergottes von Altötting hierherbrachte.

Das anschließende Hochamt wurde umrahmt von den Gesängen der Klagenfurter Choralschola von St. Hemma. In seiner Predigt wies der Zelebrant P. Johannes Regele darauf hin, welche Bedeutung das heilige Messopfer und die Sakramente für ein gutes christliches Leben haben, das einer gottgewollten Ordnung folgt und immer und jederzeit dem lieben Gott den ersten Platz im Leben einräumen muss. In unserer Gesellschaft ist diese Ordnung ins Gegenteil verkehrt worden und das kann nur im Verderben enden. Wir müssen zu den Quellen der Kraft, der Stärke, der Festigkeit gehen – und das ist der liebe Gott, das ist die Gottesmutter, das sind die Engel und Heiligen. Darum ist jede Wallfahrt ein großes persönliches Gnadenereignis, aber auch eine große Gnade für die ganze Kirche. Die wahre Erneuerung kann immer nur durch die persönliche Bekehrung erfolgen, das führen uns 2000 Jahre Kirchengeschichte überaus deutlich vor Augen.

Nach dem Hochamt erfolgte vor dem ausgesetzten Allerheiligsten die Erneuerung der Weihe des Landes Kärntens an die Gottesmutter.  Mit dem sakramentalen Segen endet schließlich die Wallfahrt. Gestärkt und mit neuem Mut treten wir den Heimweg an. Zuvor hatten wir in den Muttergottes-Rufen diese Bitte gesungen: „Lass Kräfte und Mut nicht erschlaffen!“ Eine sehr aktuelle Bitte in dieser Zeit, viele Menschen sind erschöpft, haben resigniert. Flehen wir täglich um Kraft und Mut zur Gottesmutter für uns, aber auch für die Menschen, die nicht die Kraftquelle des katholischen Glaubens haben, damit wir alle gut durch die Prüfungen dieser Krisenzeit kommen.

Hören Sie die Predigt: