Maria Lichtmess und Blasiussegen

2019
Quelle: Eucharistic Crusade

Das Fest Maria Lichtmess (Mariä Reinigung) bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Es wird am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten, gefeiert, an welchem das Jesuskind im Tempel dargebracht wurde. Das Fest reicht in Jerusalem bis ins 4. Jahrhundert zurück, wo es als eines der höchsten Feste galt, das man mit gleicher Festesfreude beging wie Ostern. Seine allgemeine Verbreitung fand es hauptsächlich im 6. Jahrhundert. Bei der Prozession am Lichtmesstag wurden schon im 8. Jahrhundert brennende Kerzen getragen. Seit dem 10. Jahrhundert empfingen diese Kerzen die kirchliche Weihe und wurden dadurch zum hochgeschätzten kirchlichen Sakramentale.

Lichtmesskerze

„Man sorgte dafür, dass jedes Haus an Maria Lichtmess seine Kerze erhielt. Wenn Gewitter heraufzogen, wenn Epidemien das Leben bedrohten, wenn Frauen in Geburtsnöten lagen, wenn der Priester einem Kranken die letzte Wegzehrung reichte, wenn dämonische Gewalten das Glück und den Frieden des Hauses zu gefährden schienen, wurde die Lichtmesskerze angezündet in der Hoffnung, dass sie die Worte der Weihe, die der Priester gesprochen, wahr mache … Die Lichtmesskerze bildete im Hause der Gläubigen einen wertvollen Besitz, einen Schutz in Wettergefahr und einen Trost in der Sterbestunde“ (Franz, Die kirchlichen Benediktionen, I, 456).

Blasiussegen

Die Weihe der Blasiuskerzen und der Blasiussegen gegen Halsleiden am 3. Februar hängen mit der Kerzenweihe an Maria Lichtmess nicht zusammen. Sie gingen hervor aus dem Vertrauen, das man dem hl. Blasius als Helfer in den mannigfachsten Nöten im Mittelalter entgegenbrachte. Den hl. Blasius als Patron bei Halsleiden anzurufen, war im Orient schon im 6. Jahrhundert üblich. Von ihm, dem heiligen Bischof von Sebaste, wird berichtet, dass er einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, vom Tod rettete. Die Verwendung von Kerzen bei dieser Segnung gründet auf der uralten Sitte, diesem Heiligen Kerzen zu opfern. Der hl. Blasius habe einer Frau, die ihm täglich im Kerker Speise und eine Kerze brachte, verheißen, wenn sie zu seinem Gedächtnis an seinem Sterbetage alljährlich eine Kerze opfern würde, werde Gott sie von Krankheiten verschonen und ihr Wohlergehen verleihen. Darum wurde es, sagt Beleth, ein Gelehrter des Mittelalters, allgemeine Gewohnheit, dass, wenn einer an Zahnweh litt oder sonst irgendeinen körperlichen Schmerz hatte, oder wenn die Tiere erkrankten, man zu Ehren des hl. Blasius Kerzen opferte.

Nach: Ludwig Eisenhofer, Handbuch der katholischen Liturgik

[1] Der mittelalterliche Liturgiker Durandus bringt die Prozession sinnig in Vergleich mit dem Einzug der klugen Jungfrauen in den Himmel. Wie jene und ihre Führerin, die allerseligste Jungfrau, sollen auch wir Lichter tragen, d. h. das Licht der Keuschheit und der guten Werke, „damit wir mit ihnen in den Tempel der Glorie zum wahren Bräutigam einzutreten verdienen“ (VII, c. 7, n. 16). Die Darreichung der Lichter durch den Bischof bzw. Priester würde demnach bedeuten, dass wir alle Anteil haben am Lichte der Gnade in Christus, der für alle (wie die bei der Austeilung der Kerzen gesungene Antiphon sagt) Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung seines Volkes geworden ist. Den von Durandus ausgesprochenen Gedanken drücken auch die während der Prozession vorgetragenen Gesänge aus, die den denkwürdigen Augenblick besingen, da der Heiland, von seiner Mutter getragen, zum ersten Mal im Hause seines Vaters, im Tempel zu Jerusalem, erschien. Dieser Tempel aber ist ein Abbild des himmlischen Tempels, in welchen wir alle, nachdem uns Jesus und Maria dahin vorausgegangen, durch das Licht der Gnade erleuchtet und erwärmt, zu gelangen hoffen.