Rundbrief des Kuraten Nr. 5 - KPJ - Stamm St. Notburga

30. November 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Darstellung von Philipp Neri auf einem Fresko (Rom, 16. Jhdt.)

+ Gelobt sei Jesus Christus!

Gut Pfad! Liebe Pfadfinderinnen des Stammes der hl. Notburga!

Liebe Eltern und Freunde!

Wiederum hat das neue Kirchenjahr begonnen, die so gnadenreiche Adventszeit, die Vorbereitung auf das heilige Weihnachtsfest. Die Zeit, in der wir aktuell leben, in die uns der liebe Gott hineingestellt hat, weil es sein heiliger Wille ist, ist wahrhaft keine einfache Zeit. Wir sind alle sehr herausgefordert in vielen Bereichen. Ich möchte Euch für die Adventzeit etwas sehr Wichtiges für Euer geistliches Leben, für Euer Leben überhaupt, mitgeben, Euch an etwas erinnern. Am 3. Adventsonntag, dem Gaudete-Sonntag, führt uns die Liturgie der Kirche in der Hl. Messe folgendes besonders vor Augen: „Freut euch allezeit im Herrn. Noch einmal sage ich, freuet euch.“ So lauten die bekannten Worte des Introitus der Hl. Messe an diesem Sonntag. Wo ist denn die wahre Freude zu finden? Der hl. Paulus gibt uns sofort die Antwort auf diese Frage: „Im Herrn“!

Dieses innige, in Gott frohe Wesen ist ein Erkennungszeichen des echten Christen. Manche meinen, die frommen Christen müssten ein finsteres, mindestens aber ein ernstes Gesicht zeigen. Das Gegenteil ist wahr. Und das zeigen uns die Heiligen. Sie waren alle frohe Kinder Gottes, auch in den schlimmsten Zeitumständen. Die frohe Ausstrahlung der Christen zeigt, dass das Seelenleben in Ordnung ist. Wer nicht froh ist, hat ein Problem, dass er mit einem Priester einmal besprechen sollte. Der jugendliche hl. Johannes Berchmans wurde etwa sogar „Bruder Immerfroh“ genannt. Der große hl. Franz von Assisi nannte sich und seine Brüder „die Spielleute Gottes“. Die katholischen Missionare machten immer die Erfahrung, dass die heidnischen Völker mit der katholischen Religion auch die Freude gleichsam als neues Erbgut erhalten! Auch ein Leben der Buße, immer verbunden mit der Liebeshingabe an Gott und den Nächsten, geht immer Hand in Hand mit der christlichen Freude. Es gibt einen Heiligen, bei dem diese übernatürliche Freude ganz besonders leuchtet. Es ist der hl. Philipp Neri, der Apostel Roms im 16. Jahrhundert. Nicht eine saure Donnerpredigt und ein bitteres, abstraktes Moralisieren hat das damals schwer vom echten christlichen Geist abgefallene Rom gerettet, sondern die zähe Milde und die himmlische Freude des hl. Philipp Neri, auf dessen breiten Rücken man übernatürlich gesprochen Holz spalten konnte. Zähe Milde und himmlische Freude macht wirklich stark in den größten Widrigkeiten. Ungetrübte Quelle der Freude kann nur Gott selbst, kann nur der Himmel sein. Das lernen wir vom hl. Philipp und darum sollten wir Gott heute und in diesen letzten Tagen vor Weihnachten in besonderer Weise bitten.

Liebe Pfadfinderinnen,

pflegt besonders im Advent und in der folgenden Weihnachtszeit Euer geistliches – religiöses Leben, im Hinblick darauf, dass es bei Euch selbst und in Eurer Umgebung (und das ist Eure Hausaufgabe als Pfadfinder) wirklich eine echte, tiefe, aus Gott kommende Freude gibt!! Bereitet auch bitte wieder auf eine gute Weihnachtsbeichte vor, geht da in die Tiefe bei der Gewissenserforschung, legt alle Lasten ab, die ein Hindernis für die Freude sind.

Wir müssen in diesen schweren Zeiten viel füreinander da sein! Zuerst durch das Gebet! Dann auch durch die Nächstenliebe, dass wir gut in Kontakt bleiben, durch ein Gespräch, durch Briefe, durch viel Liebe und Freude. Zeigt allen Menschen Euer fröhliches Gesicht, das Übernatürlichkeit ausstrahlt.

Beten wir ganz besonders auch für unsere Heimat, unser geliebtes Österreich! Dazu sind wir als Pfadfinder auch besonders verpflichtet.

Liebe Pfadfinderinnen, ich wünsche Euch und Ihnen allen, liebe Eltern und Freunde, liebe Wohltäter der Pfadfinder, fröhliche, selige, gnadenbringende Weihnachten und Gottes reichen Segen im neuen Jahr!

Mit meinem priesterlichen Segen! Gut Pfad!

Jaidhof, am 28. Dezember 2021, 1. Adventsonntag

P. Johannes Regele, Pfadfinderkurat