Sine Dominico non possumus vivere! Ohne Sonntag können wir nicht leben!

29. November 2020
Quelle: FSSPX Spirituality

Der Gottesdienst ist der Kult, durch den man Gott die gebührende Ehre weist. Der Kult der Kirche muss öffentlich sein, weil der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist und weil Gott von allen Menschen geehrt werden muss: durch das Individuum, aber auch durch die Gesellschaft. Gott ist ja der Herr aller einzelnen Menschen, aber auch der Herr der Staaten.

Es war am 6. Februar im Jahre 304 in Nordafrika, heutiges Algerien, Tunesien.

Martyrer für den Sonntag

Kaiser Diokletian hat verboten, dass Christen in seinem römischen Weltreich am Sonntag den Gottesdienst besuchen. Doch mehrere tausend Christen halten sich nicht daran. Sie wissen, dass sie weder katholische Schriften besitzen noch die hl. Messe besuchen dürfen. Und auch die Strafe ist allen Christen bekannt: Verhör unter Folter. Bei einem Geständnis folgt die Hinrichtung.

Nicht alle Christen sind standhaft: Der Bischof von Abitina, Fundanus, hat bereits der Herausgabe, der von ihm verwahrten Bibelhandschriften, zugestimmt. Aber nicht so seine Gläubigen!

Der Priester Saturninus feiert gerade die hl. Messe, als Soldaten des Kaisers das Haus stürmen und die 49-köpfige Gemeinde abführen.

Auf dem Weg singen die Gläubigen mit ihrem Priester an der Spitze geistliche Lieder. In Karthago werden sie vor dem Prokonsul angeklagt: Feiern eines Gottesdienstes trotz des staatlichen Verbotes! Die Gefangenen werden unter Folter auf der Streckbank befragt.

Der Prokonsul Anulinus fragt den Lektor Emeritus, ob die Gottesdienste bei ihm abgehalten worden seien. Emeritus bestätigt dies. Der Prokonsul Anulinus will wissen, warum Emeritus dies zugelassen habe. Emeritus bezeichnet die Christen als seine Brüder, denen er dies nicht verweigern wolle. Anulinus entgegnet ihm: Er sei verpflichtet, sich zu weigern. Emeritus verneint und spricht dabei das berühmte Wort aus: „Sine dominico non possumus vivere“, „Ohne den Sonntag können wir nicht leben.“ Wobei „Dominico“ auch Messopfer bedeuten kann im damaligen Sprachgebrauch der Christen: „Ohne hl. Messe können wir nicht leben!“

Für diese Antwort spannt man auch ihn auf die Folterbank. Ausgestreckt leidend, fängt er an zu beten.

Der Prokonsul sagt ihm, er hätte den kaiserlichen Befehl respektieren müssen. Doch Emeritus kontert: „Gott ist größer als der Kaiser“.

Auf die Frage, ob er heilige Schriften in seinem Hause habe, antwortete er, er trage sie in seinem Herzen. Danach wurde er ebenfalls ins Gefängnis gebracht.

Keiner der Gefangenen hat dem Christentum abgeschworen. So sterben alle Festgenommenen unter der Folter oder im Gefängnis. Die meisten hat man verhungern lassen, andere starben an den Folgen der Folterungen.

Nichts ist wichtiger als der Gottesdienst

Ja, liebe Gläubige sine Dominico non possumus vivere! Auch wir leben danach: Wir wissen, dass der Gottesdienst das Wichtigste ist: Hier, in der hl. Messe erweisen wir Gott die schuldige Ehre. Er ist der Herr der Schöpfung. Gott ist größer als der Kaiser, als die Politiker. Das Heil unserer Seele ist wichtiger als das Heil unseres Leibes. „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele schaden leidet?“ (Mk 8,36)

Natürlich kann man einmal krankheitsbedingt oder aus wichtigen beruflichen Gründen am Sonntag zu Hause bleiben. Aber prinzipiell den Gottesdienst einstellen: Das geht nicht!

Der Kult muss öffentlich sein

Der Gottesdienst ist der Kult, durch den man Gott die gebührende Ehre weist. Der Kult der Kirche muss öffentlich sein, weil der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist und weil Gott von allen Menschen geehrt werden muss: durch das Individuum, aber auch durch die Gesellschaft. Gott ist ja der Herr aller einzelnen Menschen, aber auch der Herr der Staaten.

Essen, schlafen, arbeiten, das ist wichtig für den Erhalt des Lebens, aber es ist nur für das irdische Leben. Die Sakramente, die hl. Messe ist Nahrung für das geistliche Leben, für die Ewigkeit. Das steht über dem Erhalt des irdischen, materiellen Lebens! Selbst die Gesundheit ist nur ein relatives Gut. Was nützt es mir, wenn ich eine kerngesunde Bevölkerung habe, aber deren Seele weit weg von Gott ist.

Leben wir aus dem Glauben?

Prüfen wir uns selbst: Wie wichtig ist uns die hl. Messe, wie wichtig sind uns die Sakramente? Leben wir aus dem Glauben, aus der hl. Messe? Die hl. Messe ist der tiefste Ausdruck unseres Glaubens: Es ist der Glaube an die Menschwerdung, an die sühnende Erlösung des Gottmenschen am Kreuz, an die Verzeihung unserer eigenen Sünden.

In den Messtexten wird gesprochen von Kirche, von der Gemeinschaft der Heiligen, von der Notwendigkeit des Opfers, von der ewigen Verdammnis und von der ewigen Herrlichkeit. 

Halten wir an den Prinzipien fest, liebe Gläubige, lassen wir uns nicht verwirren, egal was passiert. Wir sollten mehr Respekt vor der Wiederkunft Christi haben als vor der zivilen Gewalt. Jetzt im Advent dürfen wir uns freuen auf unseren Erlöser, der da wiederkommen wird. Und der ständig wiederkommt in der hl. Messe:

Denn ohne hl. Messe können wir nicht leben, sine Dominico non possumus vivere!