St. Josephs-Blatt • Mai 2019

2019
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort des St. Josephs-Blattes / Priorat Wien, von Pater Waldemar Schulz.

Liebe Gläubige,

von Herzen, aber auch im Geiste der Verantwortung und Pflicht für die anvertrauten Seelen wie für jene Menschen, die ihr Inneres für die Gnade Gottes, für den Glauben und das übernatürliche Leben öffnen möchten, lade ich Sie, liebe Gläubige und alle Ihre Lieben, Ihre Verwandten wie auch interessierte Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen zu unserer stets so schönen und segenreichen Prozession zur Mariensäule „Am Hof“ am Sonntag, den 5. Mai, zu Ehren der Magna Mater Austria ein. Es geschieht der Gottesmutter zur Liebe und zur Ehre, sie aber kennt nur ein Ziel, einen Weg, eine Hinführung – jene zu Ihrem Sohne! Dafür hilft sie uns, vermittelt uns Gnade, Segen und vor allem Mut und Stärke im Glauben. Denn wenn wir etwas bedürfen in diesen für die Seele, für wahre Ideale und Werte so schwierigen Zeiten und Umständen, die immer unverkennbarer eine große, ja man möchte fast sagen, eine universelle Krise des Glaubens, der Lebensgrundsätze, der Sitte, der Kirche und sogar des Geistes markieren, dann ist es Glaubensgeist in Stärke, Treue und Bekennergeist.

„Selig, die geglaubt hat“, grüßt Elisabeth Maria, „Du bist gebenedeit“ unter dem ganzen weiblichen Geschlecht, da Maria eben deshalb die einzigartige Frucht ihres Leibes durch Überschattung des Heiligen Geistes erhielt (vgl. Lk. 1,42 ff.), weil sie diesen von Gott geforderten Glaubensgeist an den Tag legte. Von der Verkündigung durch den Engel Gabriel an beweist die allerseligste Jungfrau ihren großen Glauben, ihre Glaubensstärke. Was der Engel ihr verkündet, liegt einerseits so außerhalb aller irdischer Gedankengänge, ja so „außer der Reihe“ alles menschlichen Vorstellungsvermögens, und andererseits ist ausgerechnet sie in ihrer Demut die betroffene Person, daß wir ihre Haltung und Antwort gegenüber dem Engel und damit vor Gott, dessen Botschafter und Gesandter der Erzengel ja ist, nur bewundern können.

Von der Flucht nach Ägypten über die Hochzeit von Kanaa bis zum Kreuzweg des Herrn und unter dem Kreuze stehend, sehen wir ihre Glaubenstreue und zugleich damit verbunden auch ihr Glaubenszeugnis in aller Offenheit und Festigkeit. Für sie zählt nur Jesus und mit Jesus der Wille des Vaters und sonst nichts. Diese Festigkeit im Glauben ist „der Unterbau des menschlichen Gottestempels“, nämlich der Gottesmutter selbst, der sie befähigt, die Liebe bis zum Tode und über den Tod hinaus und den Opfergeist bis nach Golgotha zu bewahren: „Mir geschehe nach deinem Wort“ bleibt bis unter dem Kreuze, ja bis zum eigenen Hinübergang Mariens ins Gottesreich bestehen.

Dort aber wandelt sich ihre Glaubenshaltung,  die trotz allen Leiden, Nöten und Kreuzen doch stets auch mit Glaubensfreude vereint blieb, weil eben ganz auf Gottes Weisheit und Güte vertrauend, in den Lohn der ewig beseligenden Schau Gottes im Himmelreich, welches Gott nun sogar zu ihrem eigenen Königreich macht.

Es soll unser Anliegen sein, unsere Bitte und unser Verlangen, dass die Gottesmutter, da sie als Mutter Jesu auch die wundbare Mutter der Glieder Seines mystischen Leibes ist, uns stärke und festige im Glauben, damit wir nach ihrem Vorbild und gleich ihr Treue und Opfergeist bewahren, ja durch die Gnade wachsen lassen, um ebenso wie sie Zeugnis zu geben für unseren Herrn. Es ist einerseits „unmöglich, Gott zu gefallen ohne Glauben“ (Hebr. 11,6) und andererseits gewinnt unsere Seele nur im Glauben den Frieden des Herzens im Hinblick auf das ewige Ziel, das der Herrgott uns verleihen wird, wenn wir einst mit dem Völkerapostel (2.Tim 4,7) sprechen und beten dürfen, daß wir den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt haben. Dann wird uns die Krone der Gerechtigkeit, deren Fels, Fundament und Unterbau der Glaube ist, bereit liegen, die der Herr, der gerechte Richter, allen verleihen wird, die sich im wahren Glauben und darum auch in der wahren Hoffnung und Liebe treu, fest und mutig gezeigt und sich auf Seine Wiederkunft gefreut haben.

Diese Freude am Glauben, die Freude am Guten und an der Gnade, die Freude auf Gottes Angesicht möge Ihnen, liebe Gläubige, die wunderbare, himmlische Mutter erbitten und als Gnade vermitteln

Ihr

P. Waldemar Schulz

Quelle: Gottesdienstordnung • Mai 2019 • Priorat St. Klemens Maria Hofbauer • Wien