Vorwort: „Du sollst deinen Nächsten lieben!“ Zum Migrationspakt der UNO

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Vorwort des Distriktsoberen aus dem Mitteilungsblatt • Distrikt Österreich • Dezember 2018

„Du sollst deinen Nächsten lieben!“

Zum Migrationspakt der UNO

Liebe Freunde und Wohltäter!

Die Advents- und Weihnachtszeit lässt alljährlich die überaus staunenswerten Geheimnisse der herablassenden Liebe Gottes aufleuchten. Gott neigt sich in seinem Erbarmen so sehr zu den verlorenen Adamskindern hinab, dass Er nicht nur selber Menschenkind wird, sondern auch alle Härten des menschlichen Leidens auf sich nimmt, ja bereits als kleines Kind es zulässt, von einem ruchlosen König verfolgt zu werden und das Schicksal der Flüchtlinge zu teilen. Seine Liebe macht Er uns zum Hauptgebot des Lebens: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben aus ganzem Herzen … und Deinen Nächsten wie dich selbst.“ - „Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe!“

Papst Franziskus und offizielle kirchliche Kreise berufen sich gerne auf dieses Hauptgebot, wenn sie zur aktuellen Migrationspolitik Stellung nehmen. Da die Nächstenliebe keine Grenzen kenne, dürften auch der Migration keine Schranken gesetzt werden. Alle Erdenbewohner sollen dorthin gehen dürfen, wohin sie wollen, niemand dürfe aus einem Land ausgewiesen werden, allen sei großzügig die Staatsbürgerschaft zu gewähren, damit nicht eine Zweiklassen-Gesellschaft entstehe.[1]

Solche Botschaften gefallen den Verantwortlichen der Vereinten Nationen, da sie sich mit ihrer Agenda vollständig decken: Am 10./11. Dezember sollen die 195 UNO-Mitgliederstaaten den neuen „globalen UN-Migrationspakt“ unterschreiben, in welchem darüber hinaus u. a. noch gefordert wird, dass allen Migranten unentgeltlicher Zugang zum Sozialsystem zu gewähren sei. Einem von der EU-Kommission veröffentlichten abschließenden Bericht zufolge gibt es in Europa noch sehr viel Platz. Statt derzeit rund 500 Millionen sollen dann 3,8 Milliarden Menschen in Europa leben. Deutschland habe beispielsweise zu seinen 82,5 Millionen Einwohnern weitere 192 aufzunehmen, Österreich zusätzliche 67 Millionen, Frankreich 423.[2]

Grenzenloser Wahnsinn? Wer ist mein Nächster?

Bei solchen Zukunftsperspektiven sträuben sich jedem nüchternen Zeitgenossen die Haare. Europa kann doch einen unkontrollierten Massenansturm unmöglich überleben. Widerspricht denn das Gebot der Nächstenliebe dem gesunden Menschenverstand? Wer ist denn überhaupt mein Nächster? So fragte einst ein Gesetzeslehrer den Heiland. Sind damit alle Menschen gemeint, oder bloß die mir Nahestehenden, wie das Wort Nächster nahelegt? Jesus antwortet darauf mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Einem Mitmenschen, der in schwerer Not ist, dem ich über den Weg laufe oder er mir, dem muss ich helfen, soweit ich kann, auch wenn es ein Fremdling, ja gar ein Feind ist.

Wie steht es aber mit allen anderen, all den Fernstehenden oder jenen, die nicht in schwerer Not sind? Wie gilt bei all diesen das Gebot der Nächstenliebe? Dieser Fragenkomplex hat in der heutigen Zeit ja eine ganz aktuelle und dramatische Dimension angekommen! Da sind Abermillionen von Menschen unterwegs nach Europa oder warten darauf, kommen zu können. Sind wir aus Nächstenliebe wirklich verpflichtet, alle aufzunehmen, allen zu helfen, alle einzuladen, die kommen wollen?

Die Ordnung der Nächstenliebe

Die Lehre der Kirche ist diesbezüglich völlig klar. Das Lehramt, die hl. Kirchenlehrer, allen voran der hl. Thomas von Aquin, legen eindeutige Prinzipien dar. Es gibt in der Übung der Nächstenliebe eine Ordnung. Es ist unmöglich, alle Menschen gleich zu lieben, und Gott verlangt es auch nicht. Selbst dem reichsten Menschen ist es nicht möglich, allen notleidenden Menschen auf Erden wirksam zu helfen. Darum unterscheidet der hl. Thomas zunächst drei Formen von Liebe:

- Die Liebe des Wohlwollens: Dem Wunsch und der Absicht nach sollen wir alle Menschen gleich lieben. Wir sollen wünschen und dafür beten, dass es allen Menschen gut gehe und alle die höchsten Güter erlangen, nämlich das ewige Heil. Auf diese Weise können wir alle gleich lieben.

- Die affektive Liebe - die Liebe des Herzens: Hier gibt es Unterschiede. Ich liebe im Herzen meine Eltern mehr als irgendeinen anderen.

- Die effektive Liebe - die wohltätige, helfende Liebe: Auch da gibt es Unterschiede. Selbstverständlich muss man den Nahestehenden zuerst helfen. Wenn meine Eltern erkranken und gleichzeitig irgendein Ehepaar in einem entfernten Dorf, bin ich zuerst verpflichtet, den Eltern zu helfen. Und ich muss sie natürlich auch mehr lieben als andere.

Es gibt also eine Ordnung in der affektiven und effektiven Liebe, die durch drei Grundsätze zustande kommt.

1) Je mehr Wohltaten ich von einem Menschen empfangen habe, desto mehr soll ich ihn lieben, d. h. dessen Liebe erwidern und ihm, wenn er hilfsbedürftig ist, beistehen.

2) Je näher mir ein Mensch durch die Bande der Verwandtschaft steht, umso mehr soll ich ihn lieben. Denn diese Bande bewirken eine gottgewollte Gemeinschaft. Gemeint ist die Blutsverwandtschaft, geistliche Verwandtschaft, volksmäßige Verwandtschaft.

3) Je näher jemand Gott steht, umso mehr soll man ihn lieben, weil er auch von Gott mehr geliebt wird. Denn die Nächstenliebe ist ja in der Gottesliebe begründet und mit ihr identisch. So liebt Jesus seine heiligste Mutter mehr als alle anderen, nicht nur weil sie seine Mutter ist, sondern weil sie heiliger und ihm ähnlicher ist, somit liebenswürdiger als alle anderen Menschen. Darum sollen auch wir sie mehr lieben und ehren als alle anderen Heiligen.

Dies ist die gottgewollte Ordnung der Nächstenliebe. Wir sind also gehalten, die einen mehr zu lieben als die anderen, dem einen eher zu helfen als dem anderen.

Anwendung auf die Migrationspolitik

Eine Regierung muss die Ordnung der Gerechtigkeit und Liebe respektieren. Die Minister sind die Diener des Volkes. Ihre erste Pflicht ist es, ihrem Volk zu dienen und nicht allen Völkern der Erde. Das wäre utopisch und selbstmörderisch.

Erste Priorität hat das Gemeinwohl der Untergebenen, und dann, nach Maßgabe der Klugheit und der Möglichkeiten, muss eine Regierung bereit sein, Fremden in schwerer Not humanitäre Hilfe zu leisten. Das entspricht auch der abendländischen Tradition seit eh und je.

Wenn man diese Ordnung nicht respektiert, ergeben sich Schäden, die – je nach dem – in eine Katastrophe führen können. „Nächstenliebe“ zum Schaden anderer ist keine wahre Liebe, sondern Sünde.

Wirkungen unbegrenzter Migration

Die meisten Migranten wandern nicht aus Not aus, sondern aus egoistischen oder anderen Motiven. Sie träumen von paradiesischen Zuständen in Europa, die ihnen nicht selten auch gezielt suggeriert werden. Oder sie kommen als „Missionare“ des Islams. Ihnen allen „helfen“ zu wollen, kann sich nur zum Schaden aller auswirken.

- Zum Schaden dieser Migranten selbst, da man ihren Egoismus provoziert und sie darin fördert.

- Zum Schaden des Ursprungslands: Die Menschen sind berufen, dort zu wirken, wo Gott sie hingestellt hat. Wer in Uganda geboren wurde, muss in aller Regel dort seine Pflicht erfüllen und dem Volk dienen. Das gilt vor allem für junge gesunde Männer, die zuhauf nach Europa gekommen sind. Sind sie hier, fehlen sie dort in ihrem Land, wo sie sich mit ihrer Kraft für das Gemeinwohl einsetzen sollen. Wenn dort ärmere Verhältnisse herrschen als hier, ist dies noch kein Grund auszuwandern. Selbstverständlich gilt: Wer in schwerster Not und wahrer Lebensgefahr steht, hat das Recht, sein Leben und jenes seiner Familie zu retten und zu fliehen. Das sind die wahren Flüchtlinge, denen man immer liebende Hilfe gewähren muss, soweit dies möglich ist.

- Der dritte Schaden betrifft die europäischen Länder, die Wohltäter, die überschwemmt werden. Es ist schlicht unmöglich, alle aufzunehmen, die den Wunsch haben zu kommen. Eine Regierung hat zunächst die Pflicht, für das eigene Volk zu sorgen und es zu schützen. Soll es wirklich nach der Agenda der UNO gehen, hat man für Europa den Super-GAU zu befürchten.

Tödliche Gefahren für Europa

- Eine wahllose Vermischung der Völker hat die Auflösung der abendländischen Identität sowie jener der einzelnen Völker zur Folge. Die europäischen Völker, ihre Kultur und Zivilisation fußen auf dem Christentum. Geht diese Identität und Verwurzelung verloren, verschwindet das Christentum. Genau dies beabsichtigen die Feinde Gottes.

- Es gibt Kulturen, die sich schwer oder gar nicht integrieren lassen, weil sie zu unterschiedlich oder gar einander entgegengesetzt sind. Dies betrifft vor allem den Islam, der nicht integrationsfähig ist, da er ja nur die eigene Kultur und Religion gelten lässt. Eine wahllose Migration führt darum zu sozialen Spannungen, die mit der Zeit nicht mehr zu bewältigen sind, weil sie zu explosiv sind!

- Man kommt nicht umhin, von einer Islamisierung Europas zu sprechen, die letztlich gewalttätig ist. Die gesamte Geschichte des Islams beweist zur Genüge, dass er immer gewalttätig erobernd und „missionierend“ ist. Das liegt in seinem Wesen begründet. Der Koran fordert – wie schon von Mohamed praktiziert – jeden Muslim zum Dschihad auf, zur kriegerischen Ausbreitung des Islams und Unterwerfung oder Vernichtung der „Ungläubigen“.

Dämonisches Zerrbild der Nächstenliebe

Grenzenlose Migration hat darum mit wahrer Nächstenliebe nichts zu tun, sondern ist deren dämonische Entstellung, die dämonischen Zielen dient. Eines dieser Ziele ist die Weltherrschaft einer bestimmten Clique, die letztlich die tyrannische Herrschaft des Antichristen vorbereitet. Damit dies gelingt, bedarf es einer totalen Vermischung der Menschen. So gehen die nationalen Eigenheiten verloren, es entsteht eine gestaltlose Masse von Menschen, die entwurzelt und darum viel leichter zu manipulieren ist, insbesonders in totalitären Herrschaftsgebieten, die sich heute ja immer deutlicher abzeichnen.

Weltenadvent

Im Advent erflehen wir die Ankunft des Weltenerlösers, der allein die Menschen befrieden kann. Die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. Gott überlässt die abtrünnigen Völker sich selbst, die sich durch ihren Irrwahn selber bestrafen. Die Migrationspolitik scheint zur Geißel zu werden, deren Gott sich zur Züchtigung der Menschen bedient. Seine Absicht zielt indes nicht darauf hin, sie zu vernichten, sondern sie zur Umkehr zu führen. Möge Er, der Allerbarmer, diesen Sinneswandel bewirken, damit in den Herzen eine neue Sehnsucht nach dem Princeps pacis, dem Friedensfürsten, erwache. Ein wahrer Weltenadvent, auf dass es überall auf Erden wieder wahrhaft Weihnachten werde und das göttliche Erlöserkind, von allen geliebt, seine milde Herrschaft antrete, von der Isaias prophezeite: „Über denen, die wohnen im finsteren Land, erstrahlt ein Licht. Du schenkst reichen Jubel … Denn ein Kind wird uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft ruht auf seinen Schultern. ‚Wunder von Ratgeber‘ lautet sein Name, ‚Starker Gott‘, ‚Vater auf ewig‘, ‚Friedensfürst‘. Sein ist die Fülle der Herrschaft. Der Friede nimmt nimmer ein Ende, von nun an in Ewigkeit.“[3]

Von Herzen wünsche ich Ihnen diese heilige Sehnsucht sowie den Herzensfrieden des Erlöserkindes. Es schenke Ihnen ein frohes, gnadenreiches Weihnachtsfest und seinen reichsten Segen im Neuen Jahr.

Ihr Pater Stefan Frey

 

[1] Vgl. Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der Migranten und Flüchtlinge vom 21.8.2017.

[2] Nachzulesen unter ec.europa.eu: European Commission, Directorate-General Home Affairs, Final Report, July 2010 „Study on the feasibility of establishing a mechanism for the relocation of beneficiaries of international protection, 2009“.
[3] Is 9,1-6.

Quelle: Mitteilungsblatt • Distrikt Österreich • Dezember 2018