Vorwort: Ankunft des Herrn oder „Anti-Advent“ in Rom?

01. Dezember 2019
Quelle: Distrikt Österreich

Vorwort des Distriktsoberen aus dem Mitteilungsblatt • Distrikt Österreich • Dezember 2019

Liebe Freunde und Wohltäter,

es mag dem Leser dieser Zeilen eine Zumutung erscheinen, wenn ich in der heiligen Adventszeit es wage, auf die Götzengräuel der Amazonassynode zurückkommen, die man doch am liebsten als dunkles Kapitel aus den Annalen der Kirchengeschichte streichen möchte. Wir dürfen uns indes der Realität nicht verweigern, da wir der Mahnung Christi gemäß „die Zeichen der Zeit“ richtig deuten sollen, um nicht auf Irrwege zu geraten. Gerade der Advent liefert uns einen guten Schlüssel zum Verständnis dessen, was im Vatikan leider geschehen ist. Denn im hellen Licht tritt die Verwerflichkeit des Bösen umso schärfer hervor.

Die Erfüllung aller Sehnsucht der Menschheit

Keine Zeit des Jahres bewegt die Herzen der Menschen so sehr und erwärmt sie für das Religiöse wie die Advents- und Weihnachtszeit. In der Ankunft des Herrn erfüllt sich alle Sehnsucht der gesamten Menschheit seit Anbeginn. Wer sehnte sich nicht unbändig nach Glück und Frieden, nach Freiheit und Lebensfülle? Jeder leidet – bewusst oder unbewusst – an seiner Verkettung an die Sünde, die ihn mehr oder weniger in der Knechtschaft Satans und geistiger Finsternis zurückhält, aus der unser heiligster Erlöser allein uns befreien kann? In welch ergreifender Poesie besingt die Heilige Schrift und die kirchliche Liturgie „die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, der uns erschienen ist“, „um all jenen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen“, sie „der Gewalt der Finsternis zu entreißen und in das Reich seines vielgeliebten Sohnes zu versetzen“, denn „der Sohn Gottes ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören“ und „Frieden den Fernen und Nahen zu verkünden“[1].

Töricht wären wir, wenn wir im heiligen Advent unsere Herzen für das Licht Christi nicht mit vermehrtem Eifer weit öffnen würden – im Gebet, geistlicher Lesung und heilsamer Buße! Wir dürfen die Zeit der Gnade nicht verschlafen. „Denn die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen, jetzt ist unser Heil näher, die Nacht ist vorgeschritten, der Tag bricht an.“[2]

Synode im Todesschatten

Leider scheint man im Vatikan in Todesschlaf zurückgesunken zu sein, in den die Amazonassynode die meisten Teilnehmer eingelullt hat. Die Synodenteilnehmer werden sich doch informiert haben, dass die vielbeachtete Pachamama in der ganzen Indiokultur Südamerikas als „allmächtige Göttin der Welt“, d. h. des Weltalls, angebetet und verehrt wird. Können all jene, die vor den Augen der Weltöffentlichkeit dieser Göttin kultische Verehrung erwiesen, von der Sünde des Götzendienstes freigesprochen werden? Jene Priester und Ordensleute, die sich vor ihr auf den Boden warfen, die Bischöfe, die sie in einer Prozession herumtrugen, jene, die sie im Angesicht des Allerheiligsten im Tabernakel anriefen und besangen? Haben sie vergessen, dass die Heilige Schrift und die Kirchenväter so oft und eindringlich vor dem Götzendienst warnen, den sie als die schlimmste aller Sünden bezeichnen? Der Götzendienst stellt nicht nur einen schweren Verstoß gegen das erste Gebot Gottes und einen Angriff auf die Einzigkeit des wahren Gottes dar, sondern läuft auf den Dienst Satans hinaus. „Alle Götter der Heiden sind böse Geister“[3], sagt unmissverständlich der Psalmist, und der hl. Paulus warnt die Korinther: „Meine Lieben, flieht den Götzendienst! … Was die Heiden opfern, opfern sie den bösen Geistern, nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr mit den bösen Geistern in Verbindung tretet!“

Triumph Satans im Vatikan?

Schlimmeres hätte also nicht geschehen können! Wenn ein Papst sich im Vatikan, im Herzen der katholischen Kirche, vor Götzen verneigt, ehrt er damit – in der klaren Logik der Hl. Schrift – nicht den Widersacher und unterwirft sich dessen Herrschaft? Möge Gott verhütet haben, dass dies in bewusster Absicht geschah, sondern aus Blindheit, wenn auch die Verblendung erschreckend weit gehen kann! Schließlich will man von der heidnischen Indiokultur, die nicht vor Kinderopfern und Vielweiberei zurückschreckt, sogar lernen und in ihr eine Bereicherung für die Christenheit finden![4]

Es komme ein neuer Advent für die Welt!

Die Kirche seufzt in unsäglicher Trauer und Not. Hätte man tiefer fallen können als in teuflischen Götzendienst, der in der Menschheitsgeschichte immer ein offenes Tor zu allen perversen Lastern war, die allzu lange die Menschheit knechteten?

Gott möge sich seiner Kirche erbarmen und über die Menschen den Geist der Bekehrung und der Sühne ausgießen! Sei uns die Adventszeit Gelegenheit, diesen Geist zunächst für uns selber zu erflehen, damit wir, von neuem Eifer erfüllt, würdige Früchte der Buße und der Sühne bringen, mit Freude an der Hand der Gottesmutter der Krippe des göttlichen Kindes entgegeneilen und dazu beitragen, dass die heiligsten Herzen Jesu und Mariä doch möglichst bald und endgültig über die Menschenherzen und Völker triumphieren und in ihnen die so ersehnte milde Herrschaft des Friedens und der Liebe errichten.

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr Pater Stefan Frey

Quelle: Mitteilungsblatt • Distrikt Österreich • Dezember 2019

[1] Titus 3,4; Lk 1,79; Kol 1,13; Eph 2,17; 1 Joh 3,11.
[2] Röm 11,13.
[3] Ps 95,10.
[4] Siehe www.fsspx.news, Yanomami Mission to the Amazon: Debacle and Betrayal.