Der Frühling als Verkündigung der Herrlichkeit Gottes

Quelle: Distrikt Österreich

Gott gibt, wie der Palmensänger (Ps 147, 16 ff.) sagt, Schnee wie Wolle; er streut Nebel wie Asche aus, wirft sein Eis wie Stücke herab. Wer kann vor seinem Frost bestehen? Er sendet sein Wort und schmelzt sie; es weht sein Hauch, und die Wasser fließen. Dann nimmt die Erde lieblichen Duft an, kleidet sich auf Gottes Geheiß in ihre Schönheit und ergötzt wie ein mit Edelsteinen besetztes und durch golddurchwirktes Gewand die Zuschauer. Die Vögel fliegen umher und lassen süßen Gesang ertönen, indem sie sich am heiteren Glanz der Luft erlaben. Die vierfüßigen Tiere springen auf den Fluren umher, weil die Triften der Wüste wieder grünen, und die Hirten frohlocken jubelnd über die Geschenke des Herrn. Nicht mehr mit wildem und reißendem Lauf der Wasser, sondern ruhig strömen jetzt die Flüsse dahin und erfreuen die Auen, und Fische spielen im Sommer in der Sonne. Zuvor der Blätter entblößt, bekleiden die Bäume sich nun mit ihrem Blütenschmuck und zieren sich mit Blättern und Früchten. Die Berge, Hügel und Täler und die ganze blumenreiche Erde verkünden die Herrlichkeit des Herrn, weil der Herr sie wie eine Braut geschmückt hat. Auch wir Menschen legen den finsteren Trübsinn des Winters ab und erfreuen uns am Genuss der angenehmen Luft und am Reichtum der Früchte. Darum aber sollen auch wir dem Herrn wohlgefällige Früchte der Gerechtigkeit bringen, damit wir mit Zuversicht zum Schöpfer sagen können: „Der Herr wird sich seiner Werke freuen.“ (Ps 103,31)

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