Predigt bei der Konsekration der Thomaskirche

Predigt S. E. Weihbischof Bernard Fellay anlässlich der Konsekration der Kirche St. Thomas von Aquin in Graz am 28. November 2009
 

Im Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Die Zeremonie ist ziemlich lang; ich kann Ihnen nicht versprechen, dass es kurz sein wird. Trotzdem, würde man diese so prächtige Zeremonie, das so hervorragende Zeremoniell erklären wollen, dann bräuchten wir gewiss mindestens drei Stunden. Das werde ich Ihnen ersparen. Aber trotzdem möchte ich die wichtigsten Züge dieser Zeremonie erklären. Da sieht man, wie die Kirche gerade diese Ereignisse benutzt, um den Glauben der Gläubigen zu nähren. Es passiert nichts umsonst. Alle diese sehr komplexen und komplizierten Zeremonien haben einen Sinn. Es wird nicht nur etwas Schönes gemacht, dieser Sinn ist berechtigt, es ist wirklich großartig, alles, alles, will unseren Glauben nähren. Und in dieser kleinen oder größeren Zeremonie hat man eine Zusammenfassung des ganzen Glaubens. Wie schon erwähnt, wie Sie es gemerkt haben, haben wir mit einer Weihwasser-Besprengung begonnen. Zuerst draußen, dann drinnen, dann auf dem Boden. Das Weihwasser, das benutzt wurde für diese Zeremonie, hat einen ganz besonderen Namen - Gregorianisches Wasser – und es wurde ganz besonders für diese Kirche, für diesen Altar vorbereitet. Dieses Gregorianische Wasser besteht aus den normalen Elementen des Weihwassers, d.h. also aus Wasser und Salz. Dazu aber wird Asche und Wein beigefügt. Das kann ein bisschen erstaunlich erscheinen,. Mit dem Wasser sollen wir die menschliche Natur Jesu Christi erkennen. Das Salz, das benutzt wird, um die Nahrungen aufzubewahren, spricht also die Länge an oder deutet die Gottheit. Und tatsächlich in unserem Herrn, im Heiland, haben wir in seiner Person zwei Naturen, die menschliche und die göttliche. Und dieses Weihwasser, das eigentliche Weihwasser, noch viel, noch viel genauer: dieses Gregorianische Wasser, bedeutet Jesus Christus. Was hat die Asche mit Weihwasser zu tun? Die Asche ist ein ganz klarer Ausdruck einer totalen Vernichtung. Wenn es nur noch Asche gibt, dann wurde das Ding wirklich, das Zeug total vernichtet. Und diese Asche bedeutet die Passion Jesu Christi, sein Opfer. Hingegen beim Wein, da sollen wir etwas ganz anderes sehen. Beim Wein, da sehen wir eigentlich eine Vollkommenheit. Und diese Vollkommenheit in diesem Umfang, das ist die Auferstehung Jesu Christi. Also in diesem Weihwasser haben wir zuerst die zwei Naturen in der einen Person, es gibt nur ein Weihwasser, und das drückt seine Passion, seine Auferstehung aus. Und mit diesem Weihwasser haben wir also zuerst die Außenwände und dann die Innenwände besprengt. Die Benutzung von Wasser sehen wir überall in unserer Religion als Läuterung, als Reinigung. Der liebe Gott hat das Wasser benutzt, um die ganze Welt zu reinigen von den Sünden bei der Sintflut. Und dann sehen wir bei den Hebräern, als sie durch das Rote Meer wandern, diesen Kontakt, wenn ich so sagen darf, weil es eben kein Kontakt mit dem Wasser war. Dann ganz besonders bei der Taufe:bei der Taufe des Heilandes, bei jeder Taufe wird das Wasser benutzt, um die Seele zu läutern. Und da sollen wir etwas verstehen. Wir haben mit dem lieben Gott zu tun. Und der liebe Gott ist ein reiner Geist, er ist unsichtbar, unspürbar, er übertrifft auf jeden Fall alle unsere Fähigkeiten. Aber wie wir es gesungen haben im Tagesgebet, er ist unsichtbar, und trotzdem würdigt er sich, sich sichtbar zu machen für uns durch gewisse Zeichen. Und so ist die Liturgie voll, voll von solchen Zeichen. Gewisse sind Symbole. Andere haben eine noch viel, viel größere Stärke: die Sakramente. Das sind Zeichen, die das hervorrufen, hervorbringen, was sie bedeuten. Man sieht dieses Wasser, das Wasser, das fließt, das bedeutet eben Reinigung, Waschen. Werden diese Elemente mit den Worten des Paters benutzt, dann geschieht tatsächlich die Reinigung der Seele bei dem Aussprechen der Worte. Alle Sakramente sind Zeichen. Und also diese äußeren Zeichen, diese Besprengung mit Weihwasser, mit Gregorianischem Wasser, bedeuten eine Läuterung. Warum? Warum bei dieser neuen Kirche? Sie hat doch nichts getan, es ist noch nichts geschehen, wurde einfach gebaut, warum, warum braucht man eine Läuterung? Warum braucht man überhaupt eine Reinigung? Und da haben wir schon eine ganz wesentliche Wahrheit der ganzen menschlichen Geschichte. Mit der Erbsünde wurde die Schöpfung verdorben. Die wurde ja verflucht und von dieser Verfluchung spricht sogar der Herr. Er sagt: “Weil du gesündigt hast, wirst du diese Früchte aus dieser Erde nur kriegen mit Schweiß, mit Arbeit, mit Mühe.“ Der Heilige Paulus spricht auch von dieser Verfluchung: „Ich spreche von Verfluchung in dem Sinne, dass diese Schöpfung in die Gewalt des Teufels gekommen ist. Der Fürst dieser Welt.“ Und so, wenn die Kirche eine heilige Stätte vorbereiten will, beginnt sie mit einem Kampf, mit einem Krieg, den Teufel auszutreiben. Der hat keinen Platz hier, er muß weg. Er mag der Fürst dieser Welt sein, es gibt einen Stärkeren, es gibt einen  Größeren, den lieben Gott. Und dieser Ort wird für den lieben Gott sein. Und so dieser Ausdruck, diese Läuterung, diese Notwendigkeit der Läuterung, bevor er geweiht wird. Und wenn wir ein bisschen aufpassen, dann sehen wir das jedes Mal, wenn die Kirche etwas weihen will. Wenn wir von Weihe sprechen, dann sprechen wir von einer Widmung von irgendeiner Sache, eines Gegenstandes nur für Gott, nur für den Gebrauch Gottes, und jedes Mal beginnt es mit dieser Läuterung, mit dieser Reinigung. Warum? Ja, weil der liebe Gott der große Gott ist. Er ist so unendlich vollkommen, dass er nichts, nichts Unreines vor seinem Angesicht dulden kann, nichts. Wir sind für den Himmel bestimmt. Der liebe Gott hat uns geschaffen, um uns zum Himmel zu führen, um uns da als seine Kinder zu begrüßen. Nur diejenigen, die ganz, ganz gereinigt worden sind, werden vor dem Heiland, vor dem großen Gott erscheinen dürfen. Deshalb gibt es, Gott sei Dank, das Fegefeuer. Wo die Seelen, die im Stande der Gnade gestorben sind und die noch etwas auf der Seele hatten, eine Anhänglichkeit, lässliche Sünden, Mängel, die nicht genügend bekämpft wurden, geläutert werden. Wir können es nicht genügend fassen, und das ist ernst. Eine einzige lässliche Sünde schließt den Himmel. Das muß keine, wie sagt man das, Hoffnungslosigkeit in uns verursachen. Nein. Wir sind schwach, wir sind schwach und wir sehen, dass der liebe Gott, der eben so barmherzig ist, uns die Mittel gibt, aber wir müssen uns ganz bewusst sein, wenn wir uns nicht genügend bemühen hier auf Erden, uns zu läutern auf dem Weg zur Heiligkeit, dann gibt’s das Fegefeuer. Und auch wieder gesagt für jene, die im Stande der Gnade sterben. Der liebe Gott ist gerecht. Er ist unendlich gütig, aber er ist auch unendlich groß. Das Wort, das erste Wort, das benutzt wird beim Einzugslied der Kirche bei einer solchen so prächtigen Weihe, wir sollen doch voll der Freude sein, nicht wahr, das ist da Haus Gottes. Wir singen und wir haben es gesungen, das ist nichts anderes als die Pforte des Himmels und das Haus Gottes. So schön, so wirklich wunderbar, das erste Wort, das die Kirche heute benutzt bei dieser Heiligen Messe: Terribilis est locus iste. Furchtbar, schrecklich ist dieser Ort. Wenn wir ein bisschen denken, ja, bei wem würde der Gedanke kommen, eine Kirche als einen schrecklichen Ort zu benennen, und doch hat es seinen Sinn. Würde der liebe Gott seine Macht, seine Majestät uns zeigen, würde er sich wirklich so zeigen, wie er ist, dann kann ich Ihnen versprechen, meine Lieben, wir sind alle am Boden, genauso wie die Apostel auf dem Berg Tabor. Wir können nicht stehen vor dem lieben Gott, er ist so groß, und wir brauchen diesen Glauben, wir müssen daran denken. Wir leben in einer Welt, wo alles gleichgestellt wird, und der Mensch will sich gleichstellen mit dem lieben Gott. So ist es nicht. Es ist nicht so. Wir sind voll der Freude heute. O ja. Wirklich. Aber das ändert nichts daran, dass der liebe Gott wirklich der große Gott ist. Also nachdem dieser Ort sozusagen aus dem normalen Gebrauch der Dinge genommen wurde durch diese Weihwasserbesprengung, dann mit dem Gebet der Allerheiligenlitanei, mit dem Ruf, die mögen uns helfen bei einer so großen Tat, haben wir dann die Innenwände besprengt. Diesmal hat es einen anderen Sinn. Es ist nicht mehr die Läuterung. Diesmal geht es schon zur Weihe. Wenn etwas gereinigt wird, geschehen eigentlich zwei Sachen. Die Makel gehen weg, und dann ist die Sache sauber, dann ist sie schön, dann ist sie rein. Um diese Reinheit auszudrücken, haben wir eben diese Innenwände besprengt. Und dann haben Sie gesehen, vielleicht nicht ganz verstanden, was da geschah, ist der Bischof vom Altar bis zur Tür, von der einen Seite zur anderen gegangen, und diesmal hat er das Weihwasser auf den Boden gesprengt. Er hat also ein Kreuzzeichen mit dem Weihwasser gemacht. Dieses Kreuzzeichen ist das Zeichen Christi. Und damit wird bedeutet, dass dieser Boden jetzt ihm gehört. Um dies noch ausdrücklicher, noch klarer zum Ausdruck zu bringen, hat dann der Bischof mit seinem Stab auf die Asche da im Gang ein Kreuz geschrieben. Was er geschrieben hat, das ist das Alphabet. Griechisch und lateinisch. Christus ist in der Heiligen Schrift Johannes das Alpha und Omega, das sind die zwei Buchstaben, der erste und der letzte im griechischen Alphabet.  Christus umfasst alles. Deshalb wird dieses Alphabet geschrieben, um wieder einmal ganz klar zu sagen, dieser Ort ist jetzt wirklich das Haus unseres Herrn Jesus Christus. Er ist der Besitzer, er ist der Herr dieses Hauses. Wir sehen diese Herrschaft, diese Alleinherrschaft des Heilandes auf diesem Ort ganz klar. Dann gehen wir, bevor wir zur Weihe gehen, zu einer anderen Zeremonie. Warum? Warum eine Kirche? Warum ein Tempel Gottes? Ganz klar wird da die Liturgie, alle diese Zeremonien, wo wir den lieben Gott verehren, anbeten und auch wo wir um Verzeihung bitten für unsere Sünden, das ist das Haus des Opfers. Also braucht es einen Altar. Für ein Opfer braucht es einen Altar. Dieser Altar ist aus Stein. Auf dem Stein stehen fünf Kreuze, die Stigmata Jesu Christi. Die Kirche, diesmal mystisch ausgedrückt, sagt der Heilige Paulus sogar, dieser Stein, der Altar ist Christus. Wieder einmal, wenn wir ein bisschen aufpassen, jedes Mal und überall sehen wir Christus. Im Weihwasser, auf dem Boden, beim Altar. Es ist immer und jedes Mal Jesus Christus. Warum? Die Kirche ist Christus. Aber nicht alleine. Aber wohl das Haupt des mystischen Leibes Christi ist unser Herr, unser Heiland Jesus Christus. Er ist der einzige Weg zum Himmel. Es gibt keinen anderen. Er hat selbst gesagt, er ist die Wahrheit, das Leben, der Weg. Und er ist der Vermittler. Er steht zwischen Gott und den Menschen, um die Menschen zu erlösen. Sein Name Jesus bedeutet Erlöser. Er ist gekommen, um uns zu erlösen. Es gibt dieses Haus für unser Heil. Es gibt einen Altar, es gibt ein Opfer, um uns zu retten. Der ganze Sinn der Kirche besteht darin, die Seelen zu retten, in den Himmel zu bringen. Aus den Klauen des Teufels raus zu bringen, zum lieben Gott, zu diesem Leben mit Gott. Und hier an diesem heiligen Ort dürfen wir den Frieden Gottes empfangen. Seine Barmherzigkeit, seine Gnade, die Pforte des Himmels. Meine lieben Gläubigen, was sie gerade gesehen haben heute Morgen, ist, dass die Kirche durch den Bischof eine neue Tür zum Himmel geöffnet hat. Durch den Bischof hat der Himmel die Erde berührt. Eine Schleuse, könnte man sagen, wurde geöffnet, so dass die Gnade herunterfalle auf die Erde. Oder, wenn Sie wollen, ein Brunnen der Gnade wurde gerade geschaffen, heute Morgen. Gerade jetzt. Die Gnade, die wir benötigen, um gerettet zu werden für unsere Ewigkeit, um in den Himmel zu kommen. Das ist so groß. Das übersteigt unser Verständnis, und trotzdem ist es wahr. Der liebe Gott will das. Er hätte es ganz anders machen können. Er ist wieder einmal reiner Geist, er ist überall, und trotzdem kennt er unsere Begrenzungen. Er weiß, wie wir so kleine Sachen nötig haben, vorwärts zu gehen. Wir brauchen den Trost, wir brauchen etwas so zu sagen Sichtbares, woran wir uns halten können. Und so will die Kirche uns wirklich unser Herz ermuntern heute mit dieser so wirklich hervorragenden Zeremonie. Und wirklich, wir sind fast im Himmel, wenn wir eine solche Zeremonie sehen. Der liebe Gott will, dass wir an gewissen Orten einfach mehr Gnade empfangen, so zu sagen dem lieben Gott leichter begegnen. Der liebe Gott, er ist überall, also man kann ihn überall finden, das ist schon wahr. Aber es gibt Orte, die einfach gesegnet sind. Wie z.B. Erscheinungsorte, man weiß, da hat der liebe Gott irgendwie etwas bevorzugt. Eine jede Kirche ist reicher. Sie hören mich. Reicher an Gnade als irgendein Erscheinungsort. Vom lieben Gott bestimmt. Durch seine Kirche. Es genügt, dass wir daran glauben. Es genügt, dass wir um diese Gnaden bitten, die da sind. Sie sind da, jetzt ist der Brunnen da. Es liegt an uns, diese Gnaden so zu sagen zu trinken, zu empfangen, die sind da. Der Altar ist Christus. Was für ein Sinn. Um gerettet zu werden, muss repariert werden. Wir haben den lieben Gott beleidigt. Den unendlich lieben Gott beleidigt. Es muss gesühnt werden. Und wir werden es nie schaffen. Wir Menschen können nie richtig reparieren, was wir an Schaden verursachen. Deshalb sendet der Vater seinen Sohn. Der Sohn, der zum Opfer geht, um uns zu retten. Am Kreuze war er allein angenagelt. Dieses Opfer des Kreuzes wird erneuert auf dem Altar. Aber diesmal ist er nicht mehr alleine. Einerseits ist er und bleibt er alleine, weil sein Opfer vollkommen ist, und er braucht keine Hilfe. Andererseits will er diese Beteiligung. Das Konzil von Trient sagt, dass der Heiland sein Opfer der Kirche geschenkt hat,. so dass die Kirche dem lieben Gott ein würdiges Opfer geben kann. Und was ist die Kirche? Wir haben gesagt, es ist Christus. Aber nicht Christus alleine. Christus mit den eingegliederten Gliedern und mit den Christen, den Getauften. Wir bilden mit Christus einen einzigen Mystischen Leib. Und so ist die Messe, das Opfer Jesu Christi, ja identisch wie auf dem Kalvarienberg und dazu das Opfer der Kirche. Und wegen dieses Verlangens des Heilandes und dieser Beteiligung der Gläubigen bei seinem Opfer, werden im Altar Reliquien von Märtyrern begraben. Die Märtyrer und noch andere Heilige, es sind da vier, zwei Apostel sogar, der Heilige Paulus, der Heilige Andreas, die Heilige Cäcilia und die Heilige Theresia vom Kinde Jesu, die sind hier begraben. Die sind eins mit Christus. Die sind eins mit dem Altar. So wird es im Himmel sein. So ist es schon hier auf Erden. Wer mit Christus ist, ist eins mit Christus. So sagt der Heilige Paulus: „Ich lebe. Nein. Nicht ich. Jesus lebt in mir.“ Und als der Heilige Paulus den Heiland fragt, ja wer bist du, als er geschlagen wurde von seinem Pferd. Ich bin Jesus, den du verfolgst. Die Verfolgung des Heiligen Paulus, die ging nicht gegen Jesus, die ging gegen die Christen. Und Jesus sagt, ich bin Jesus, den du verfolgst. Weil diese Christen eins sind mit Jesus. Diese unbeschreibbare Einheit zwischen Christus und den Seelen, das bildet die Kirche. Einfach die Kirche zu sehen nur mit dem menschlichen Aspekten ist total falsch und daneben. Man vergisst das Wesentliche. Im Credo sagen wir von der Kirche, sie ist heilig, sie ist eins. Wenn wir heute schauen, herumschauen, wo sehen wir diese Einheit unter den Menschen, unter den Christen? Wo sehen wir diese Heiligkeit? Wir sind so viel, so viel durcheinander, Dekadenz, Skandal, und trotzdem bekennen wir und müssen wir bekennen. Ich glaube an die Heiligkeit. Die Kirche ist heilig. Sie ist eins, weil Jesus da ist. Er rettet sozusagen die Kirche. Er rettet die Wahrheit dieses Bekenntnisses. Und er wird machen, dass die Kirche diese wahnsinnige Prüfung, die wir haben, übersteht. Ja, Christus will dieses Mitmachen der Christen bei seinem Opfer. Man pflegt heute von der Beteiligung der Laien, der Christgläubigen, bei der Messe zu sprechen. Ja, die ist gegeben, die ist verlangt. Das ist: sich am Opfer Jesu Christi zu beteiligen. Das ist die effektive, die wirksame Teilnahme bei der Messe. Der Heilige, noch nicht Heilige, Pius XII. sagt uns, die beste Weise, der Messe beizuwohnen, Teilnahme zu haben an der Messe, das ist zur Messe zu gehen in der selben Gesinnung, in der selben Absicht wie der Heiland, als er zum Kalvarienberg ging, auf diesen Kalvarienweg in seiner Passion. Das ist die beste Weise, der Messe beizuwohnen. Also einfach alle unsere Opfer, die Opfer des Tages mitbringen, bei der Messe mitverschmelzen in dem Opfer Jesu. Das ist das Wunderschöne bei der Messe, meine lieben Gläubigen. Wie gesagt, es ist nicht Jesus allein. Er nimmt unsere Anliegen, er nimmt unsere Sorgen, er opfert sich für uns, dass wir die Verzeihung Gottes empfangen, und er bittet für uns, und er gibt uns die Gelegenheit, seine Anbetung dem lieben Gott zu opfern. Der liebe Gott, der Vater, macht keinen Unterschied mehr zwischen dieser unendlichen Anbetung Jesu Christi, die wirklich aktuell geschieht bei jeder Messe, und unseren kleinen Akten, die sind vereinigt mit Christus. Das ist so groß. Unsere ganze Religion ist so groß. Deshalb sage ich, wir brauchen drei Stunden oder noch mehr. Dann die Weihe der zwölf Kreuze mit Chrisam,. Die zwölf Kreuze, das bedeutet die Apostel, die zwölf Säulen der Kirche. Denn die Kirche, das ist Christus, das ist wahr: er ist aber auch mit uns. Wir sehen: Christus hat die Kirche so gestaltet, dass es einen Stein gibt, das ist Petrus, der Papst, und darauf wird gebaut. Seine Kirche, wie er gesagt hat. Und dann gibt es Säulen: Die zwölf Apostel sind Säulen der Kirche, d.h. es gibt eine Struktur, es gibt, was wir eine Hierarchie nennen. Wir sind nicht alle gleich in der Kirche, es gibt da gewisse Rollen, und das ist nach dem Gutdünken des Heiland, wie er es will. Das alles kommt zum Ausdruck in einer Kirchweihe. Da haben wir diese Kreuze, diese Säulen der Kirche, also da sehen wir, wir gehen vom Gebäude zur Kirche als Gesellschaft, weil das alles symbolisch dargestellt ist, ganz klar, und diese Säulen, diese Steine, die werden mit dem Chrisam gesalbt. Der Chrisam bedeutet den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Derjenige, der wirklich die Kirche heiligt. Derjenige, dem unsere Heiligung anvertraut wurde. Es gibt die Kirche nur darum, um uns zu erlösen, zu retten, zu heiligen. Und so, wenn wir diese Kreuze sehen, die einfach überall sind, so ist der Heilige Geist überall in der Kirche. Er wirkt überall, er will alles, alles beseelen. Und so wurden die Wände, so wurde der Altar gesalbt und damit geweiht. Ist einmal diese Weihe geschehen, will die Kirche sofort, wirklich unmittelbar, ein absolut totales und reines sichtbares Opfer verrichten. Ein Opfer, das im Alten Testament als das gottgefälligste dargestellt wurde. Das höchste, das größte Opfer des Alten Testamentes: das Brandopfer. Und das hat Feuer gegeben. Dieses Feuer sehen wir auch bei den Zungen, zu Pfingsten, den Heiligen Geist, aber auch im Alten Testament. Die Gefälligkeit Gottes auf die Vorbereitung des neuen Altares. Mehrere Male sehen wir im Alten Testament, dass der Altar vorbereitet wurde und plötzlich aus dem Himmel das Feuer auf den Altar gekommen ist. Diesmal ist es nicht vom Himmel gekommen, aber der Ausdruck, das Symbol will das bedeuten, auf diesem Altar wird etwas geschehen, das Gott gefällt, und das ist eben das Opfer, das Opfer Jesu ist total rücksichtslos. Wie der Weihrauch total verbrannt wird, wird er zerstört, total, ganz, ganz dem lieben Gott gegeben. Und, Sie haben es gesehen, es hat nicht nur Feuer gegeben, dann hat es auch Rauch gegeben. Und das sehen wir auch im Alten Testament, bei der Weihe des Tempels hat der liebe Gott seine Anwesenheit gedeutet durch einen so dicken Nebel, dass sogar die Priester nicht hineingehen konnten. Das ging noch bei uns. Aber dieser Ausdruck von dieser Wolke, von dieser mehr oder weniger sanften Wolke ist der Ausdruck der Anwesenheit des Geistes Gottes. Gott ist anwesend. Und einmal werden wir zu einer anderen Anwesenheit Gottes kommen. Auf dem Altar gibt es einen Tabernakel. Der liebe Gott hat da seine Freude, mitten unter uns zu wohnen. Deshalb muss auch dieser Ort heilig sein, weil an diesem Ort das Allerheiligste ruht. Also da haben wir einige kleine Elemente von dieser wirklich so wunderbaren Zeremonie. Gehen wir zum lieben Gott. Gehen wir zum Heiland. Gehen wir zu den Heiligen. Erflehen wir von oben diese Stütze, die wir nötig haben. In diesen Gebeten kommt immer und weiter diese Sorge der Kirche. Mögen die Leute, die an diesen Ort kommen, mit ihren Gebeten, mit ihren Sorgen, mögen sie erhört werden. Also möge der liebe Gott da diese Hilfe geben. Ständig, immer und weiter haben wir das gebetet während der Zeremonie von heute. Also wirklich, danken wir dem lieben Gott. Danken wir auch allen, die mitgemacht haben, diese so schöne Kirche möglich zu machen. Und dann eben gehen wir in diesem tiefen Sinne der Kirche. Erflehen wir sogar von unserem Schutzengel, er möge alles das packen, was wir erlebt haben, vielleicht nicht einmal gemerkt haben, und das in unserem Herzen einprägen, damit unser Glaube wirklich bestärkt werde. Dass wir aus diesem Ort herausgehen mit der Sorge nicht nur um unser Heil, sondern das Heil der anderen Seelen. Wir haben diese Güte erleben dürfen vom lieben Gott. Es gibt so viele Seelen, die einfach draußen sind, die hungern, sie haben nichts zu essen, die finden den Weg zur Gnade nicht mehr. Diese Sorge soll in einem jeden katholischen Herzen sein. Diese Sorge um das Heil des Nächsten, der anderen. Gewisse von ihnen mögen heute als Feinde erscheinen, macht nichts. Der liebe Gott ist höher. Irgendwie Befehl vom lieben Gott:. Wenn wir eben vor ihrem Übel stehen, besiege das Übel durch das Gute. Wir sollen uns nicht einschränken lassen. Wir können Angst haben. Wir können misstrauisch sein. Das Gute soll siegen. Der liebe Gott ist höher. Es ist durch und durch falsch, das Übel und das Gute auf dieselben Ebene zu legen. Das ist nicht wahr. Der liebe Gott ist unendlich größer, besser. Er steht daüber. Das sollen wir auch in unserem Herzen behalten. Es ist eine harte Zeit. Es ist wahr. Sehr hart sogar. Aber das soll uns nicht so zu sagen in den Punkern einsperren lassen. Es gibt eine Welt zu retten. Wir haben diese Gnade gekriegt vom lieben Gott, die wir nicht für uns behalten. Im Gegenteil, wir sollen diese Sorge haben, andere zu gewinnen, zum lieben Gott. Möge wirklich diese Zeremonie uns dazu ermuntern, dass wir wirklich diese Sorge haben, um uns zu retten und den Mitmenschen. Und das für die größte Ehre Gottes, für die Ehre der Kirche. Amen. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.