Mitteilungsblatt April 2016

St. Ludwig Maria von Montfort: zum 300. Todestag - Immer weniger Kirche und mehr Welt? - Die neue Kapelle des hl. Propheten Elias in Saar / CZ - Choralschulung in Jaidhof - „Ich denke, der Papst schlägt die Richtung einer einseitigen Anerkennung ein.“ - Philippinen: Neue Kapelle eingeweiht - Der hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort - Jubiläumswallfahrt des Priesterseminars Zaitzkofen - Selig die Barmherzigen ... 4. Folge: Nackte bekleiden, Fremde beherbergen - Msgr. Marcel Lefebvre: Die Einheit bewahren - Liturgischer Kalender - Exerzitien und Einkehrtage - Heilige Messen - Buch des Monats -Das Licht Christi

 

St. Ludwig Maria von Montfort - der große marianische Apostel

Zum 300. Todestag

Liebe Freunde und Wohltäter!

Kaum ein Mensch hatte durch seine Persönlichkeit und sein Wirken auf seine Zeit und die Nachwelt einen so tiefgreifend prägenden Einfluss wie der hl. Ludwig Maria von Montfort, der vor 300 Jahren, am 28. April 1716 im Rufe der Heiligkeit gestorben ist. Durch seine heldenhafte Selbstaufopferung gelang es dem wortgewaltigen Volksmissionar, in Frankreich ganze Städte, in denen das religiöse Leben weithin abgestorben war und einer kirchenfeindlichen Stimmung platzgemacht hatte, nachhaltig zu neuem Glaubenseifer zu bekehren. Dass später während der Französischen Revolution in der Vendee, Klerus und Volk trotz härtester Verfolgung und Blutvergießens dem Glauben und der Kirche treu blieben, wird nicht zu Unrecht dem hl. Grignion zugeschrieben.

Nach den Worten eines Biographen war er „durch seine Predigten ein zweiter Vinzenz Ferrier, durch seine Armutsliebe ein zweiter Franziskus, durch seine Verehrung der Mutter Gottes ein zweiter Bernhard, durch seine Leiden und Verfolgungen um des Namens Jesu willen ein zweiter Apostel Paulus; und in der erfolgreichen Bekämpfung des Jansenismus hat er mehr getan als alle jene, welche in der damaligen Geschichte der Kirche auf den Leuchter gestellt wurden“.

Sein Einfluss auf die Nachwelt bis heute liegt in der Begründung der „vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria“, die zahlreiche Generationen mit einer tief fundierten marianischen Spiritualität beseelte und zu missionarischem Eifer unter dem Banner der Unbefleckten anspornte. Erinnern wir uns daran, dass die bedeutendsten apostolischen Werke des 20. Jahrhunderts, die Militia Immaculatae des hl. Maximilian Kolbe und die Legio Mariä von Frank Duff der montfortanischen Spiritualität verpflichtet sind.

Der hl. Ludwig Maria selbst prophezeite den „gewaltigen Erfolg“ seiner Schrift von der „wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau“, die indes zunächst der Wut der Hölle zum Opfer fallen und lange in einem Koffer versteckt und begraben bleiben würde.1 Seine Prophezeiung ist buchstäblich in Erfüllung gegangen. Erst im Jahre 1842, 126 Jahre nach dem Tod des Verfassers, ist das Manuskript von der Abhandlung von einem Priester aus dem Staub gezogen und wiederentdeckt worden und konnte dann alsbald in der ganzen katholischen Welt einen ungeahnten Siegeszug antreten.

Es war schließlich Papst Pius X., der den hohen Wert der im „Goldenen Buch“ zusammengefassten Schriften des hl. Ludwig Maria hervorhob und für sie folgende bedeutungsvolle Worte fand: „Wir empfehlen eindringlichst die wunderbare Abhandlung des hl. Grignion von Montfort über die wahre Andacht zur seligsten Jungfrau und erteilen den Lesern derselben den apostolischen Segen!"

Dass Maria Sie immer näher zu Jesus führe und Ihnen die unermesslichen Schätze seines Herzens erschließe, wünscht Ihnen zum hochheiligen Osterfest mit priesterlichem Segensgruß

P. Stefan Frey

  • 1. „Diese Voraussicht [gemeint sind die teuflischen Nachstellungen, A. d. Verf.] gibt mir Mut und lässt mich einen gewaltigen Erfolg erhoffen, nämlich eine Legion tapferer und mutiger Streiter Jesu und Mariä beiderlei Geschlechts, die in den gefahrvollen Zeiten, die mehr als je nahen, die Welt, den Teufel und die verderbte Natur bekämpfen werden“ (Goldenes Buch, S. 79).