Mitteilungsblatt Juli 2015

Wort des Distriktoberen: Das Kostbare Blut Neue Barmherzigkeit contra veraltete Sühneforderung? - Distrikt-Chronik von Österreich - Eine Betrachtung: Fünf Tugenden, fünf Wunden - Geistliches Brief an die Freunde & Wohltäter - Diakonatsweihen in Zaitzkofen- Einkleidungen in Argentinien - Christi Himmelfahrt-Fest in Schönenberg - Erzbischof Lefebvre über die Soutane - Was ist falsch an der charismatischen Bewegung? - Msgr. Marcel Lefebvre: „Lasst uns in der Tugend der Hoffnung leben“ - Liturgischer Kalender - Termine und Ankündigungen - Exerzitien und Einkehrtage - Heilige Messen - Buch des Monats - Kostbares Blut Jesu Christi

Liebe Freunde und Wohltäter!


Der Juli beginnt mit dem Fest des Kostbaren Blutes Christi, welches wir als unendlich wertvollen Lösepreis für die Sünden der ganzen Welt dankbar verehren. Dieser Verehrung ist auch der ganze Juli geweiht. In der neuen Liturgie gibt es weder das eine noch das andere mehr. Beides wurde ersatzlos abgeschafft. Da kann man sich fragen: Warum? Ist das Blut unseres Erlösers nicht mehr anbetungs- und verehrungswürdig? Oder bedarf es heute seiner Sühnekraft zur Vergebung unserer Sünden nicht mehr? Offensichtlich nicht! Die Rede von der Notwendigkeit der Sühne zur Versöhnung der Sünder mit Gott gilt ohnehin als längst überholt. Gott ist doch kein zürnender Gott, der seine Kinder bestraft! Er ist doch reine Barmherzigkeit, die uns so liebt, wie wir sind! Wenn wir sündigen: Schwamm drüber! Jeder, auch jene, die durch ihre Sünden außerhalb der Kirche sind, werden den gleichen Himmel bekommen wie die Heiligen.1

Neue "Barmherzigkeit"

Das ist die neue Lehre von der neuen Barmherzigkeit. Sie ist aber völlig falsch und steht im diametralen Widerspruch zur unfehlbaren Lehre der Hl. Schrift Wort des Distriktoberen und der Tradition. Sie widerspricht aber auch dem gesunden Menschenverstand und der menschlichen Erfahrung. Kann es Barmherzigkeit geben ohne Strafgerechtigkeit? Sollen Gerichtshöfe künftig die Verbrecher einfach laufenlassen? Aus reiner Barmherzigkeit? Schwamm drüber? Das wäre eine grausame und pervertierte Barmherzigkeit! Man darf das Böse nicht ungesühnt lassen. Man darf die Barmherzigkeit gegen die Gerechtigkeit nicht ausspielen. Beides muss sich zu harmonischer Einheit zusammenfinden. In Gott ist beides sogar vollständig eins in seiner unendlich heiligen Wesenheit! 

Christi Blut: Lösepreis für unsere Schuld

Und wie strahlt diese harmonische Einheit erst recht herrlich in der Person unseres Erlösers auf! Aus lauterster Barmherzigkeit kam Er in die Welt und hat an unserer Stelle die grenzenlose Schuld aller Menschen auf sich geladen, alle Strafen, die wir verdient hätten, in seinem bitteren Leiden selber abgebüßt, bis zum letzten Tropfen Blut, das er für uns vergossen hat. Dieses Blut symbolisiert nun den herrlichen Lösepreis, den Er für uns bezahlt hat. Darum „gebührt Ihm, der uns geliebt und uns durch sein Blut von unseren Sünden erlöst, die Herrlichkeit und Macht in Ewigkeit. Amen.“2

Zuwendung der Heilsgnade

Die Sühnekraft des Kostbaren Blutes Christi steht uns nun immerdar zur Verfügung und wird uns vor allem im hl. Messopfer in reichstem Maß zugeteilt. Wir brauchen nur aufrichtigen und gläubigen Sinnes diesem vollkommenen Sühneopfer beiwohnen, um dessen herrlichste Früchte zu empfangen. Das Konzil von Trient zählt sie auf: „Wir erlangen Barmherzigkeit und finden Gnade in der Hilfe zur rechten Zeit. Durch dieses Opfer versöhnt, erteilt nämlich der Herr die Gnade und Gabe der Buße und verzeiht auch noch so große Vergehen und Sünden.“ Zudem erhalten wir Nachlass verdienter Sündenstrafen und Hilfe in anderen Nöten.

Reue und Buße: Gaben der Barmherzigkeit Gottes

Damit ist etwas sehr Wichtiges gesagt, das man heute vergessen hat: Nur wenn der Sünder durch Buße und Reue zu Gott zurückkehrt, kann Gott ihm verzeihen. Da aber auch diese Bekehrung eine Gottesgabe ist, spricht das Konzil von der „Gabe der Buße“, die aufgrund der Sühnekraft des hl. Opfers gewährt wird. Und so geht Gottes Strafgerechtigkeit in erhabenster Weise wirklich ganz in seiner Barmherzigkeit auf! Und als wahrhaft Erlöste dürfen wir mit dem hl. Paulus dankbar jubeln: „Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden dank dem Reichtum seiner Gnade, die er samt aller Weisheit auf uns überströmen ließ.“3

Mit priesterlichem Segensgruß

P. Stefan Frey

  • 1. Kardinal Maradiaga, Vortrag vom 20.1.2015, vgl. Mgr. Fellay, Brief an die Freunde und Wohltäter Nr. 84 in dieser Ausgabe des Mitteilungsblattes.
  • 2. Geh. Offenbarung 1,6.
  • 3. Eph 1,7.