Mitteilungsblatt Mai 2016

Gemeinsame Pfingstnovene - Distrikt-Chronik von Österreich - Ankündigungen - Bericht vom Einkehrwochenende für Mütter - Papstaudienz für Bischof Bernard Fellay - Bischof Bernard Fellay bei der Wallfahrt in Puy - Amoris Laetitia ist ein „katastrophales Dokument“ - Neueintritte in den Seminaren der südlichen Hemisphäre - Subdiakonatsweihen: Priesterseminar Herz Jesu - 24 Subdiakone geweiht - Die Mission der FSSPX in Kenia - Selig die Barmherzigen... 5. Folge: Sünder zurechtweisen - Msgr. Marcel Lefebvre: Welches Bild geben wir ab? - Liturgischer Kalender

Liebe Freunde und Wohltäter!

Anlässlich des 300. Todestages des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, möchte ich Sie einladen, mit uns am Tag nach Christi Himmelfahrt eine Pfingstnovene zu beginnen, in der besonderen Intention, vom Hl. Geist die Gnade der Bekehrung Österreichs und die Erneuerung der Kirche zu erbitten.

Das Gebet des hl. Ludwig Maria, das Sie beigefügt finden, eignet sich sehr gut dafür. Angesichts eines immer weiter fortschreitenden Aufstandes in Kirche und Gesellschaft gegen den Willen Gottes, erinnern wir uns an das Wort des hl. Paulus1, dass der Mensch der Gesetzlosigkeit gestürzt wird durch die „Morgenröte der Wiederkunft Christi“ und durch den „Hauch Seines Mundes“.

Wie der hl. Ludwig Maria in seinem Goldenen Buch erklärt, ist mit der Morgenröte Maria gemeint, und mit dem Hauch des Mundes Christi der Heilige Geist. Von beiden zusammen dürfen wir in der Tat den Sturz der Feinde Gottes und eine wahre Erneuerung der Kirche erhoffen, wie sie unser verehrter Gründer, S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre, allezeit vor Augen hatte, wenn er angesichts der Krise in Kirche und Gesellschaft immer wieder betonte, dass wir „die Christenheit neu beleben müssen“.

Aus ihm spricht die Sehnsucht der Heiligen, die Gott über alles lieben und darum – angesichts des Werks der Zerstörung – ihr ganzes Leben einsetzen, um die Ehre Gottes wiederherzustellen und der Kirche zum Sieg zu verhelfen. 
Alle guten Priester unter der Führung Mariens: „Vereinte Kraft ist stärker!“
Das Gebet, das ich Ihnen für die Pfingstnovene beiliegend vorschlagen möchte, ist zusammengestellt aus den wichtigsten Auszügen des Flammengebets des hl. Grignion von Montfort, in dem er die allerheiligste Dreifaltigkeit flehentlich bittet, dass Maria unter ihrem Schutzmantel alle guten Priester des Erdkreises vereinige, um sie mit dem Hl. Geist zu erfüllen und durch sie eine Erneuerung der Kirche herbeizuführen, „denn die vereinte Kraft ist stärker.“ Dieses Gebet des großen Heiligen ist kraftvoll, begeisternd formuliert und beflügelt unser Vertrauen. Der hl. Ludwig lenkt hier unseren Blick auf die große untrügliche Hoffnung, die wir auch in der tiefsten Dunkelheit noch haben: auf unsere himmlische Mutter, die die Kirche verehrt als die unüberwindliche Siegerin in allen Schlachten Gottes.

Hat Gott uns dies nicht mit den Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Fatima vor nunmehr fast 100 Jahren eindrücklich vor Augen führen wollen, wo der Kirche und Welt eine sehr schwere Zeit aber auch der Triumph ihres Unbefleckten Herzens verheißen wurde? Jacinta, das kleinste Seherkind von Fatima, sie war 1917 erst sieben Jahre alt, hat dies sehr gut verstanden. Kurz vor ihrem Tod ermahnte sie ihre Freundin Lucia:

„Sage allen, dass Gott uns Seine Gnaden durch das Unbefleckte Herz Mariens gibt; dass sie dieselben durch dieses Herz erbitten sollen; dass das Herz Jesu gemeinsam mit dem Herzen Mariens verehrt werden will; dass sie das Unbefleckte Herz Mariens um den Frieden bitten sollen, weil der Herr denselben ihr anvertraut hat.“

Nach dem Maß unseres Vertrauens werden wir von Gott beschenkt

Die heiligste Jungfrau Maria hat durch ihr Gebet den Hl. Geist auf die junge Kirche herabgefleht. Als Braut des Heiligen Geistes kann sie ihn auch heute schenken, wem sie will und in welchem Maß sie will, wie der hl. Ludwig Maria betont. Doch es hängt auch von uns ab. Im Bereich der Gnade ist es in der Regel so, dass wir nach dem Maß unseres Vertrauens beschenkt werden, das wir Maria und Jesus entgegen bringen.

Zugegeben, nichts deutet momentan auf eine Besserung der kirchlichen und gesellschaftlichen Lage hin, im Gegenteil! Die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm! Aber kam nicht auch der Sturm des Pfingstereignisses unerwartet über Jerusalem? Hat Gott der Kirche im heidnisch römischen Reich nicht gerade dann den Sieg geschenkt, als man ihn am wenigsten erhoffen konnte, da kurz zuvor noch die brutalste und blutigste Christenverfolgung unter den Kaisern Diokletian und Galerius wütete? Und durften in unserer Heimat unsere Vorfahren nicht wiederholt den ganz unerwarteten Beistand der Gottesmutter erfahren, weil sie in unerschütterlichem Vertrauen und beharrlichem Flehen zu ihr ihre Zuflucht nahmen?

Seien wir überzeugt: Resignation ist keine Option für einen gläubigen Katholiken, zu dem sich in der hl. Messe der ganze Himmel herniederneigt, und noch weniger für einen Priester, der am Altar täglich Gott selbst in Händen halten darf. Die Heiligen haben sich stets dadurch ausgezeichnet, dass sie wider alle Hoffnung gehofft haben und diese Hoffnung war tief in diesem Mysterium verwurzelt. Was anderes hat uns Erzbischof Lefebvre vorgelebt? 

Ich bitte Sie daher ganz innig, mit uns die Pfingstnovene zu halten, wenn möglich mit dem beigefügten Gebet des hl. Ludwig Maria, für eine geistige Auferstehung Österreichs und für die Erneuerung der Kirche. Dieses Gebet ist ein Widerhall unseres täglichen Gebetes nach dem Rosenkranz: „Herr, schenke uns Priester, schenke uns heilige Priester, schenke uns viele heilige Priester!“

Auf die Fürbitte des hl. Ludwig Maria erflehe ich für Sie in Fülle die Gnadengaben des Hl. Geistes und grüße Sie in Jesus und Maria.

P. Stefan Frey

  • 1. 2 Thess 2,8