Mitteilungsblatt November 2016

Himmlische Strategie: Die Ritterschaft der Unbefleckten - Distrikt-Chronik von Österreich - Die Herz-Jesu-Exerzitien in Jaidhof - Fatima versus Assisi - Bruder von Erzbischof Marcel Lefebvre gestorben - Wallfahrt der Brüder nach Rom - Ganzhingabe an den Dienst des Herrn - „Kommt und seht!“ - Maturafeier am Institut Sancta Maria in Wangs - 25 Messnovenen als Dankeschön - Selig die Barmherzigen... 11. Folge: Für Lebende und Verstorbene beten - Msgr. Marcel Lefebvre: Das Evangelium predigen - Liturgischer Kalender - Termine und Ankündigungen - Exerzitien und Einkehrtage - Heilige Messen - Buch des Monats - Gegenwart Gottes

Himmlische Strategie

Die Ritterschaft der Unbefleckten

Liebe Freunde und Wohltäter!

Das kommende Jahr 2017 wird als Jubiläumsjahr fünf gewaltiger Ereignisse von welthistorischer Bedeutung in die Geschichte eingehen. In einer verblüffenden Zahlenkombination spiegelt sich in fünf Jahrhundertfeiern der immerwährende Kampf zwischen Himmel und Hölle ab, der wie ein roter Faden die ganze Menschheitsgeschichte durchzieht. Der Partei Gottes steht die Partei Satans gegenüber. Letztere erprobt seit genau 500 Jahren ihren ultimativen Aufstand gegen Gott. Drei große Häresien verursachten gewaltige gesellschaftsumwälzende Schläge gegen Gott und seine Kirche: 1517 der Protestantismus, 1717 der Liberalismus der Freimaurerei, 1917 der kommunistische Atheismus. Diese dreistufige Revolution spitzt sich im Jahre 1917 in besonderer Weise zu. Sr. Lucia als Sprachrohr U. L. Frau von Fatima spricht von der „Entscheidungsschlacht, die der Teufel gegen die Madonna führt“.

Die Waffen dieses Krieges: Gebet und Opfer

Darum geschieht es in jenem Jahr, dass die Gottesmutter in Fatima erscheint, um ihre Armee zu formieren. Sie ruft alle Menschen guten Willens auf, unter ihrem Banner für Gott und die Rettung der Seelen zu kämpfen. Ihren treuen Streitern reicht sie mächtige Waffen, mit welchen sie stets siegen sollten: den Rosenkranz und die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen, die „beiden letzten Rettungsmittel für die Welt“, sowie ein Leben des Gebetes und freudiger Opferbereitschaft.

Gleichzeitig zu den Erscheinungen in Fatima erwählt die Unbefleckte Jungfrau ein Instrument, den hl. Maximilian Kolbe. Sie inspiriert ihn, eine Ritterschaft zu gründen, die Militia Immaculatae (M.I.). Er sollte den Gegenangriff organisieren. In Fatima gab die Muttergottes das Programm an – Pater Kolbe sollte es in eine konkrete Gestalt bringen und bis ins Detail darlegen, was sie von uns will. In gleicher Weise, wie die große Botschaft von Fatima sich an alle Menschen richtet, so möchte Pater Kolbe alle ansprechen. Seine M.I. ist nicht nur für eine Elite eifriger Katholiken gedacht, sondern jedermann ist eingeladen, sich in die Schar der Ritter einzureihen, die unter dem Banner der Unbefleckten kämpft. Niemand soll untätig bleiben. Alle sollen für die Unbefleckte etwas tun, wenn es auch nur wenig ist. Darum hat er die Aufnahmebedingungen bewusst sehr bescheiden gehalten. Der Ritter verpflichtet sich nur, die Wundertätige Medaille zu tragen und wenn möglich täglich die Anrufung zu beten: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen“.

Das Schlachtheer der Unbefleckten

In der Tat wurde die M.I. zu einer Massenbewegung, eine der drei ganz großen marianischen Organisationen des 20. Jahrhunderts, der wunderbare Erfolge beschieden wurden. Pater Kolbe entwickelte mit der M.I. das größte katholische Presseapostolat aller Zeiten mit Millionenauflagen, und er gründete in seiner „Stadt der Unbefleckten“ ein Kloster, das binnen 15 Jahren mit nahezu tausend Brüdern zum größten Kloster seit dem Mittelalter heranwuchs. Unzählige Bekehrungen begleiteten das Wirken der M.I. durch die Zeiten. Die Unbefleckte offenbarte so ihre unüberwindliche Macht im Kampf gegen die finsteren Mächte und für die Bekehrung und Heiligung der unsterblichen Seelen.

"Waffenstillstand" mit dem Teufel

Leider blieb nach dem 2. Vatikanischen Konzil die M.I. vom Modernismus nicht unverschont. Man änderte sogar den Namen in „Mission der Unbefleckten“, so wie man heute nicht mehr von der „streitenden“, sondern von der „pilgernden Kirche“ spricht. Der geistliche Kampf ist überholte Weltanschauung, schließlich ist man heute ja gemeinsam mit allen Religionen unterwegs zu Gott und auf der Suche nach der Wahrheit.

Das Heer formiert sich neu

Im Jahre 2000 erneuerte die Priesterbruderschaft die Militia Immaculatae im ursprünglichen Geist ihres Gründers. Seither breitet sie sich in der katholischen Tradition weltweit aus, zunächst bescheiden, in letzter Zeit immer stärker. Im Hinblick der 100-Jahrfeier ihrer Gründung hat sich nun die M.I. das kühne Ziel gesetzt, für die Unbefleckte Jungfrau 100 000 neue Mitglieder zu gewinnen. Wie bereits angekündigt, möchte sich unser Distrikt dieser Initiative mit aller Kraft und Hingabe anschließen. In allen unseren Gemeinden soll in den nächsten Monaten die M.I. näher vorgestellt und zu geeigneter Zeit Aufnahmezeremonien angeboten werden. Gebe Gott, dass in unserem Land, das der Gottesmutter so viel zu verdanken hat, zahlreiche Ritter der Unbefleckten erstehen, die ganz tief in den Geist der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariä hineinwachsen und im Eifer zunehmen, andere Menschen zu diesem Herz zu führen. Nochmals: Jeder ist eingeladen, auch wer das Gefühl hat, nur wenig leisten zu können. Die Gottesmutter wird sich aller bedienen, um Gnaden auszugießen. Wo sich indes einige eifrige Ritter zu gemeinsamer Aktion zusammentun möchten, kann eine Gruppe der M.I. II, der zweiten Stufe der Ritterschaft entstehen, wie dies weltweit an den verschiedensten Orten geschehen ist.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Immaculata das Vertrauen ihrer Ritter wunderbar belohnt und ihr Wirken überreich segnet. In Asien beispielsweise erlebten unsere Gemeinden durch die Agitation des „Widerstandes“ schwerste Krisen, doch dank der M.I. konnten viele neue Gläubige gewonnen werden, so dass unsere Gemeinden zum Teil doppelt so stark wurden, wie sie es vor der Krise waren. Wir werden noch Gelegenheit haben, über das Wirken der M.I. in der katholischen Tradition zu berichten.

Möge die Unbefleckte in uns allen guten Eifer der Hingabe an ihr Herz wecken, möge die Schar ihrer Ritter wachsen, damit ihre Armee immer schlagkräftiger werde und der Tag ihres verheißenen Triumphes nahe!

Mit priesterlichem Segensgruß

P. Stefan Frey